Die Deutsche Lufthansa stellt ihre Direktverbindung zwischen Frankfurt am Main und der nordmazedonischen Hauptstadt Skopje überraschend ein. Wie aus aktuellen Flugplandaten und Berichten des Branchendienstes ExYuAviation hervorgeht, wurde eine ursprünglich für Juni geplante einmonatige Unterbrechung nun auf den gesamten Sommer sowie die kommende Wintersaison ausgeweitet.
Damit streicht der Konzern die Route dauerhaft aus dem Portfolio des Frankfurter Drehkreuzes. Als Alternative für Reisende aus Deutschland verweist die Fluggesellschaft auf Umsteigeverbindungen über Wien, die von der Konzerntochter Austrian Airlines bedient werden.
Die Entscheidung markiert das Ende einer relativ kurzen Ära, da die Strecke erst im April 2023 mit hohen Erwartungen in den Flugplan aufgenommen worden war. Die Aufnahme der Verbindung erfolgte damals im Rahmen eines Förderprogramms der nordmazedonischen Regierung, das darauf abzielte, die internationale Anbindung des Landes an wichtige europäische Hubs zu verbessern. Lufthansa hatte hierfür signifikante Staatssubventionen in Anspruch genommen. Diese finanziellen Unterstützungen waren jedoch zeitlich befristet und liefen Ende Dezember 2025 aus. Branchenexperten sehen in dem Ende der Zahlungen einen maßgeblichen Grund für die Neubewertung der Rentabilität dieser Strecke durch das Management.
Zusätzliche Recherchen im Marktumfeld verdeutlichen, dass der Wettbewerb am Flughafen Skopje durch den starken Ausbau von Billigfluggesellschaften wie Wizz Air massiv zugenommen hat. Während Lufthansa versuchte, Geschäftsreisende und Umsteiger in die USA über Frankfurt zu gewinnen, konzentrierten sich die Mitbewerber auf den preissensiblen ethnischen Reiseverkehr. Die Auslastungszahlen der Lufthansa-Maschinen blieben hinter den ursprünglichen Prognosen zurück, sobald die künstliche Stützung durch staatliche Gelder entfiel. Zudem zwingen anhaltende Personalengpässe und Engpässe bei der Flugzeugverfügbarkeit den Konzern derzeit dazu, Kapazitäten auf rentablere Kernrouten zu verlagern.
Durch den Rückzug der Kernmarke Lufthansa aus Nordmazedonien verschieben sich die Marktanteile innerhalb der Lufthansa Group zugunsten von Austrian Airlines. Der Flughafen Wien fungiert somit künftig als alleiniges Einfallstor für die Gruppe in Richtung Skopje. Für den Standort Frankfurt bedeutet die Einstellung einen weiteren Verlust einer direkten Osteuropa-Anbindung. Marktbeobachter gehen davon aus, dass die nordmazedonische Regierung nun versuchen wird, durch neue Ausschreibungen und Subventionspakete andere Full-Service-Carrier anzulocken, um die Lücke im Premium-Segment zu schließen, die Lufthansa hinterlässt.