Airbus A320 (Foto: Robert Spohr).
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Einführung des Taxibot-Systems am Flughafen Amsterdam-Schiphol

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Die Fluggesellschaft Easyjet hat in Zusammenarbeit mit dem Flughafen Amsterdam-Schiphol den Einsatz von sogenannten Taxibots in den regulären Flugbetrieb überführt. Nach einer erfolgreichen Testphase im Frühjahr werden nun drei Flugzeuge des Typs Airbus A320neo dauerhaft mit dieser Technologie betrieben.

Bei einem Taxibot handelt es sich um ein spezialisiertes, halbautomatisches Schleppfahrzeug des Herstellers Smart Airport Systems, das Flugzeuge vom Flugsteig bis zur Startbahn transportiert. Während dieses Vorgangs bleiben die Haupttriebwerke der Maschine ausgeschaltet, da lediglich die Hilfstriebwerkseinheit (APU) für die Bordstromversorgung und Hydraulik genutzt wird.

Besondere Bedeutung kommt dem Einsatz auf der sogenannten Polderbaan zu, der am weitesten entfernten Start- und Landebahn des Amsterdamer Flughafens. Die Rollzeiten zu dieser Bahn können bis zu 15 Minuten betragen, was unter herkömmlichen Bedingungen einen erheblichen Verbrauch an Kerosin bedeutet. Der Taxibot ermöglicht hierbei Geschwindigkeiten von bis zu 42 Kilometern pro Stunde, wobei die volle Kontrolle über Bremsen und Lenkung beim Piloten im Cockpit verbleibt. Erst unmittelbar vor dem Start werden die Triebwerke gezündet, nachdem der Schlepper abgekoppelt wurde und ein Mitarbeiter das Fahrzeug zurück zum Terminalbereich gesteuert hat.

Das Projekt wird durch das europäische Forschungsprogramm Sesar (Single European Sky ATM Research) finanziert und ist Teil einer umfassenderen Modernisierung des Bodenverkehrsmanagements. Neben Easyjet sind weitere Partner wie Airbus, Menzies Aviation und SAS Scandinavian Airlines an der Initiative beteiligt. Die technischen Daten zeigen, dass durch den Verzicht auf den Triebwerkseinsatz beim Rollen pro Flug durchschnittlich 95 Kilogramm Treibstoff eingespart werden können. Auf den gesamten Flughafenbetrieb hochgerechnet, prognostizieren die Verantwortlichen eine Senkung des Kerosinverbrauchs während der Rollphasen um bis zu 65 Prozent.

Zusätzlich zur Treibstoffersparnis führt die Technologie zu einer Verringerung des Verschleißes an den Haupttriebwerken, da diese weniger Betriebsstunden am Boden unter niedriger Last ansammeln. Auch die Belastung durch Fremdkörperschäden (FOD), die oft beim Ansaugen von Schmutz auf Rollwegen entstehen, wird minimiert. Amsterdam-Schiphol nimmt mit dieser Implementierung eine Vorreiterrolle in Europa ein, um die betriebliche Effizienz an großen Drehkreuzen mit komplexen Bahnsystemen zu steigern und die Betriebskosten für Fluggesellschaften durch reduzierten Treibstoffbedarf nachhaltig zu senken.

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