BER Terminal 2 (Foto: Anikka Bauer/Flughafen Berlin Brandenburg GmbH).
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Flughafen Berlin Brandenburg: Terminal 2 nach telefonischer Drohung stundenlang geräumt

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Ein anonymer Drohanruf hat am späten Donnerstagabend einen großflächigen Polizeieinsatz am Flughafen Berlin Brandenburg (BER) ausgelöst und zur vorübergehenden Sperrung des Terminals 2 geführt. Gegen 21:00 Uhr ging bei den Behörden die telefonische Warnung ein, dass im öffentlichen Bereich des Gebäudes Sprengstoff platziert worden sei. Die Flughafenbetreiber und die Polizei reagierten umgehend mit der Evakuierung der betroffenen Zonen vor den Sicherheitskontrollen, um eine Gefährdung von Passagieren und Mitarbeitern auszuschließen.

Über fünf Stunden hinweg durchsuchten Spezialkräfte der Bundespolizei und Sprengstoffspürhunde das Gebäude, bis gegen 02:00 Uhr am Freitagmorgen Entwarnung gegeben werden konnte. Trotz der erheblichen Sicherheitsmaßnahmen im betroffenen Bereich blieb der eigentliche Flugbetrieb weitgehend stabil, da der Bereich hinter den Sicherheitskontrollen sowie das Hauptterminal 1 weiterhin zugänglich waren. Die Ermittlungen zur Identität des Anrufers und den Hintergründen der Tat wurden unmittelbar aufgenommen, wobei die Behörden den Vorfall mit hoher Priorität behandeln.

Ablauf des Einsatzes und Evakuierungsmaßnahmen

Der Alarm am Donnerstagabend traf den BER zu einer Zeit, in der das Passagieraufkommen im Vergleich zu den Stoßzeiten des Tages zwar geringer war, dennoch hielten sich hunderte Reisende im Terminal 2 auf. Unmittelbar nach dem Eingang der Drohung koordinierten die Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr die Räumung des öffentlichen Bereichs. Passagiere, die gerade zur Abfertigung oder zum Check-in im Terminal 2 eingetroffen waren, mussten das Gebäude verlassen.

Sicherheitskräfte bildeten Absperrungen rund um die Zugänge des Terminals. Während der Evakuierung blieb die Kommunikation zwischen den Behörden und der Flughafengesellschaft engmaschig, um eine Panik zu vermeiden. Da das Terminal 2 baulich vom Hauptterminal 1 getrennt ist, konnten die Maßnahmen lokal begrenzt werden. Der Check-in für Flüge, die eigentlich über das Terminal 2 abgewickelt werden sollten, wurde teilweise umorganisiert oder verzögerte sich in der Anfangsphase der Sperrung. Die Polizei betonte, dass der Schutz der Menschenleben zu jedem Zeitpunkt die höchste Priorität hatte und die Räumung ohne Zwischenfälle verlief.

Einsatz von Spezialkräften und Sprengstoffhunden

Nachdem das Gebäude geräumt war, begannen Experten für Entschärfungen und Sprengstoffsuche der Bundespolizei mit der systematischen Untersuchung der Räumlichkeiten. Hierbei kamen mehrere Spürhunde zum Einsatz, die darauf trainiert sind, kleinste Partikel von Sprengstoffen in Taschen, Schließfächern oder hinter Verkleidungen aufzuspüren. Die Durchsuchung eines modernen Flughafenterminals gestaltet sich aufgrund der weitläufigen Flächen, der zahlreichen technischen Anlagen und der unübersichtlichen Infrastruktur als zeitintensiv.

Jeder Quadratmeter des öffentlich zugänglichen Bereichs vor der Sicherheitskontrolle wurde akribisch geprüft. Die Einsatzkräfte mussten sicherstellen, dass keine verdächtigen Gegenstände deponiert worden waren. Da die Drohung spezifisch das Terminal 2 nannte, konzentrierten sich die Maßnahmen auf dieses Areal. Erst nachdem die Spezialkräfte das gesamte Gebäude ohne Funde gesichert hatten, konnte das Terminal um 02:00 Uhr nachts wieder für den regulären Betrieb freigegeben werden. Die Feuerwehr stand während des gesamten Einsatzes in Bereitschaft, um im Falle einer Detonation oder eines Brandes sofort eingreifen zu können.

Auswirkungen auf den Flugverkehr und Passagierlogistik

Eine Besonderheit dieses Einsatzes war die Entscheidung der Einsatzleitung, den Flugverkehr nicht vollständig einzustellen. Ein Sprecher des Flughafens erklärte, dass der Bereich hinter den Sicherheitskontrollen – der sogenannte Luftseitige Bereich – während des gesamten Einsatzes offen geblieben sei. Passagiere, die die Kontrollen bereits passiert hatten, konnten dort verbleiben und ihre Flüge teilweise wie geplant antreten. Da der Flugplan am späten Abend ohnehin ausläuft und nachts am BER nur in Ausnahmefällen Starts und Landungen stattfinden, hielten sich die operativen Beeinträchtigungen für die Airlines in Grenzen.

Dennoch gab es für ankommende Reisende und Abholer Behinderungen. Der Zugang zum Terminal 2 über die Straßenanbindung war gesperrt, was zu Staus im Umfeld des Flughafengeländes führte. Reisende, die mit der Bahn am Flughafenbahnhof eintrafen, wurden über das Terminal 1 geleitet. Die Flughafengesellschaft informierte über digitale Anzeigen und soziale Netzwerke über die Sperrung und bat die Passagiere um Geduld. Da die meisten Abflüge des späten Abends bereits abgefertigt waren, mussten nur wenige Verbindungen verschoben oder über alternative Gates im Terminal 1 abgewickelt werden.

Strafrechtliche Verfolgung und Ermittlungsstand

Die Fahndung nach dem Urheber der telefonischen Drohung läuft unter Hochdruck. Experten der Kriminalpolizei werten derzeit die Verbindungsdaten aus, um den Ursprung des Anrufs zurückzuverfolgen. Drohungen dieser Art stellen keinen Kavaliersdelikt dar, sondern werden als Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten verfolgt. Dem Täter drohen im Falle einer Ergreifung nicht nur mehrjährige Haftstrafen, sondern auch massive zivilrechtliche Regressforderungen.

Die Kosten für einen solchen Einsatz sind beträchtlich. Neben den Personalkosten für hunderte Polizeibeamte, Feuerwehrleute und Sicherheitsdienstmitarbeiter können die Flughafengesellschaft und betroffene Fluggesellschaften Schadensersatz für den operativen Stillstand und den erhöhten Personalaufwand geltend machen. In der Vergangenheit konnten Anrufer bei ähnlichen Vorfällen an deutschen Flughäfen oft durch moderne Ermittlungsmethoden identifiziert werden, auch wenn sie versuchten, ihre Identität durch technische Hilfsmittel zu verschleiern. Die Polizei prüft zudem, ob es einen Zusammenhang zu anderen Drohungen oder aktuellen politischen Ereignissen gibt.

Sicherheitsarchitektur am Hauptstadtflughafen

Der Vorfall rückt die Sicherheitskonzepte des BER erneut in den Fokus. Der Flughafen verfügt über modernste Überwachungstechnik und ein engmaschiges Netz an Sicherheitskräften. Dass ein einziger Anruf ausreicht, um ein gesamtes Terminal für fünf Stunden lahmzulegen, zeigt die Verwundbarkeit großer Verkehrsknotenpunkte gegenüber anonymen Drohungen. Dennoch werten Sicherheitsexperten die Reaktion am Donnerstagabend als Erfolg. Die schnelle Räumung und die gezielte Durchsuchung ohne vollständigen Abbruch des Flugverkehrs zeugten von eingespielten Prozessen zwischen dem Flughafenbetreiber und den staatlichen Stellen.

Die Bedrohungslage für die zivile Luftfahrt wird von den Sicherheitsbehörden in Deutschland weiterhin als hoch, aber stabil eingestuft. Vorfälle wie dieser führen oft dazu, dass die Präsenz von Streifenpolizisten im öffentlichen Bereich des Flughafens temporär erhöht wird. Für die Passagiere bedeutet dies eine sichtbare Zunahme der Sicherheitsvorkehrungen, was einerseits zur Beruhigung beitragen soll, andererseits aber die angespannte Situation verdeutlicht. Der BER ist nach der nächtlichen Freigabe am Freitagmorgen wieder im Normalbetrieb, die Spuren des Einsatzes wurden rechtzeitig vor der ersten großen Reisewelle am Morgen beseitigt.

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