Die Wiener Gastronomieinstitution „Schweizerhaus“ und die tschechische Brauerei Budweiser Budvar begehen im Jahr 2026 das hundertjährige Bestehen ihrer geschäftlichen Zusammenarbeit. Diese Kooperation gilt als eine der beständigsten länderübergreifenden Partnerschaften im europäischen Gastgewerbe.
Zum Auftakt der Jubiläumssaison wurde eine spezielle Sonderabfüllung präsentiert, die bereits kurz nach dem Anstich im April vergriffen war. Trotz der allgemeinen Teuerung in der Gastronomie entschied sich die Betreiberfamilie Kolarik, den Preis für das im sogenannten „Bunkerl“ servierte Lagerbier bei 5,90 Euro zu belassen. Dies stellt die dritte Saison in Folge ohne Preiserhöhung dar, was in Branchenkreisen als deutliches Signal zur Kundenbindung gewertet wird.
Zusätzliche Recherchen zur wirtschaftshistorischen Bedeutung zeigen, dass die Verbindung weit über den reinen Warenbezug hinausgeht. Budweiser Budvar, die letzte große tschechische Brauerei in Staatsbesitz, nutzt das Schweizerhaus als internationales Aushängeschild für ihre Zapfkultur. Das im Prater angewandte dreistufige Schankverfahren ist ein spezifisch für diesen Betrieb optimierter Prozess, um die Schaumkrone und die Kohlensäurebindung des tschechischen Bieres bei hohem Durchsatz stabil zu halten. Mit 2.150 Sitzplätzen und rund 180 Mitarbeitern zählt das Schweizerhaus zu den umsatzstärksten Einzelgastronomiebetrieben Österreichs und ist der weltweit größte Abnehmer von Budweiser Budvar in der Fassbiervariante.
Die Feierlichkeiten zum Jubiläum zogen prominente Vertreter aus Politik und Wirtschaft an, darunter den Wiener Bürgermeister Michael Ludwig und den tschechischen Botschafter Jan Brunner. Im Rahmen der Feierlichkeiten wurde zudem eine Kooperation mit dem Lebensmitteleinzelhandel bekanntgegeben: Eine limitierte Sammleredition inklusive eines speziellen Glases ist ab Mai 2026 in ausgewählten Spar-Filialen erhältlich. Parallel dazu forcieren die Partner die Digitalisierung ihrer Kundenansprache durch eine eigene Applikation, über die während der gesamten Sommersaison bis Ende August Gewinnspiele und Marketingaktionen abgewickelt werden.
Wirtschaftlich betrachtet festigt das Jubiläumsjahr die Position beider Marken im hart umkämpften Wiener Biermarkt. Während viele Mitbewerber mit steigenden Rohstoff- und Personalkosten kämpfen, setzt das Schweizerhaus auf Volumen und Tradition, um die Preisstabilität zu gewährleisten. Die enge Verzahnung mit dem tschechischen Staatsbetrieb Budvar unterstreicht zudem die Bedeutung Wiens als wirtschaftliche Drehscheibe in Mitteleuropa. Die Saison, die traditionell am 31. Oktober endet, soll laut Inhaber Karl Hans Kolarik durch weitere kulinarische Schwerpunkte und Aktionen geprägt werden, um die historische Tiefe dieser Allianz zwischen Wien und Südböhmen zu betonen.