Die südkoreanische Fluggesellschaft Korean Air baut ihr digitales Serviceangebot im Premiumsegment weiter aus. Ab dem 1. Juni 2026 können Passagiere der First Class ihre Mahlzeiten auch für Langstreckenflüge vorab auswählen, die an wichtigen internationalen Außenstationen starten.
Das Angebot umfasst zunächst Abflüge aus neun Metropolen in Nordamerika und Europa, darunter Los Angeles, New York, Atlanta, Boston, Chicago, Washington, D.C., Paris, London und Frankfurt. Der Service ist für alle Flüge ab dem 22. Juni 2026 verfügbar. Mit diesem Schritt vereinheitlicht die Fluggesellschaft ihr kulinarisches Angebot auf der Langstrecke, nachdem das System zuvor schrittweise auf Flügen ab dem Heimatdrehkreuz Seoul erprobt und etabliert wurde.
Die Digitalisierung der Bordverpflegung ist Teil einer umfassenden Produktaufwertung, mit der sich Korean Air im umkämpften asiatisch-pazifischen Premiummarkt positioniert. Passagiere können sowohl das Hauptmenü als auch die zweite Mahlzeit in einem Zeitfenster von 21 Tagen bis zu 24 Stunden vor dem Abflug über die offizielle Website oder die mobile App der Fluggesellschaft festlegen. Das Menüangebot umfasst traditionelle koreanische Gerichte, westliche Küche sowie spezielle vegetarische Optionen. Ein strategischer Vorteil des Vorbestellsystems liegt darin, dass exklusive Menüvarianten angeboten werden können, die auf dem regulären Flug aus logistischen Gründen nicht standardmäßig an Bord mitgeführt werden.
Zusätzliche Recherchen im Bereich des Airline-Caterings zeigen, dass die Vorab-Auswahl von Speisen für Fluggesellschaften erhebliche logistische und wirtschaftliche Vorteile mit sich bringt. Durch die genaue Kenntnis der Passagierwünsche lässt sich die Beladung der Flugzeuge exakt kalkulieren, was die Entsorgung nicht verzehrter Premium-Mahlzeiten minimiert und die Kosten in der Lieferkette senkt. Korean Air hatte das System im Januar 2023 zunächst in der „Prestige Class“ genannten Business Class eingeführt und im Oktober 2024 auf First-Class-Flüge mit Abflug in Südkorea ausgeweitet. Die Kooperation mit internationalen Catering-Partnern an Flughäfen wie Frankfurt oder Paris stellte dabei eine besondere Herausforderung dar, da die Qualität und Rezepturen der koreanischen Küche auch im Ausland standardisiert reproduziert werden müssen.
Wirtschaftlich betrachtet stärkt die Fluggesellschaft mit dieser Serviceoffensive ihre Position im Vorfeld der geplanten Fusion mit Asiana Airlines. Die Harmonisierung der Serviceabläufe gilt als wichtiger Schritt, um anspruchsvolle Geschäfts- und Luxusreisende langfristig an die Marke zu binden. Die logistische Präzision bei der Bereitstellung der Menüs an ausländischen Flughäfen erfordert eine engmaschige IT-Infrastruktur zwischen den Buchungssystemen der Airline und den Großküchen der jeweiligen Flughafencaterer. Korean Air kündigte an, das Feedback der Passagiere kontinuierlich auszuwerten, um das Angebot an exklusiven Vorbestell-Optionen in Zukunft potenziell auf weitere Destinationen im weltweiten Streckennetz auszudehnen.