Eine Boeing 787 wird betankt (Foto: Jan Gruber).
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Luftfahrtverbände IATA und ICAO vereinbaren engere Kooperation bei der Erfassung alternativer Treibstoffe

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Die International Air Transport Association (IATA) und die International Civil Aviation Organization (ICAO) haben im Rahmen der ICAO Aviation Climate Week eine vertiefte Zusammenarbeit beschlossen. Die beiden globalen Dachverbände der Luftfahrtbranche wollen künftig bei der Überwachung, Bilanzierung und Rückverfolgbarkeit von alternativen Flugkraftstoffen (Sustainable Aviation Fuels, SAF) kooperieren.

Ziel dieser Partnerschaft ist es, die Transparenz und Integrität bei der weltweiten Datenerfassung zu erhöhen, um den Fortschritt des Sektors auf dem Weg zu den gesteckten Klimazielen präzise zu dokumentieren. Beide Organisationen haben sich unabhängig voneinander dazu verpflichtet, bis zum Jahr 2050 Netto-Null-Emissionen im internationalen Luftverkehr anzustreben.

Im Zentrum der neuen Vereinbarung steht die Harmonisierung bestehender Datenbanksysteme und Kraftstoffregister. Konkret prüfen IATA und ICAO, wie die Daten des von der IATA initiierten CADO SAF Registries für die offizielle LTAG-Monitoring- und Reporting-Methodik (LMR) der ICAO nutzbar gemacht werden können. Die Erfassung verlässlicher Daten gilt als zwingende Grundvoraussetzung, um die tatsächlich erzielten Emissionsminderungen im täglichen Flugbetrieb valide nachzuweisen. Ein transparentes globales Abrechnungssystem soll zudem sicherstellen, dass Fehlinformationen und Doppelzählungen beim Einsatz der kostenintensiven, synthetisch oder biogen hergestellten Ersatzkraftstoffe im internationalen Luftraum ausgeschlossen werden.

Der Generaldirektor der IATA, Willie Walsh, betonte, dass eine glaubwürdige Rückverfolgbarkeit unerlässlich sei, um das Vertrauen von Investoren, Regierungen und Verbrauchern in die Transformation des Sektors zu stärken. Eine standardisierte Messung und Berichterstattung könne den Ausbau der Produktionskapazitäten weltweit erheblich beschleunigen, da sie Rechtssicherheit für die Marktteilnehmer schaffe. ICAO-Generalsekretär Juan Carlos Salazar ergänzte, dass die Bewältigung der ehrgeizigen Branchenziele ein beispielloses Maß an Kooperation zwischen Staaten und der Industrie erfordere. Durch den verbesserten Einblick in die globale Produktion, Distribution und den realen Verbrauch von alternativen Energien werde die Integrität des gesamten Kraftstoffsystems unter den ICAO-Rahmenbedingungen langfristig abgesichert.

Finanz- und Luftfahrtanalysten bewerten die Kooperation als einen strategisch notwendigen Schritt für die globale Luftverkehrswirtschaft, da die regulatorischen Anforderungen in vielen Wirtschaftsräumen drastisch verschärft werden. So gelten etwa im Rahmen der europäischen „RefuelEU Aviation“-Initiative bereits verbindliche Beimischungsquoten für Abflüge innerhalb der Europäischen Union, während die USA mit steuerlichen Anreizen (Inflation Reduction Act) den heimischen Markt ankurbeln. Die Vereinheitlichung der globalen Standards durch ICAO und IATA soll verhindern, dass Fluggesellschaften durch ein Fragmentieren nationaler Nachweissysteme mit übermäßiger Bürokratie belastet werden und Investitionen in neue Antriebstechnologien sowie Produktionsanlagen ins Stocken geraten.

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