Boeing 787-9 (Foto: Lufthansa).
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Frankfurt: Bugfahrwerk einer Boeing 787-9 der Lufthansa bricht am Gate ein

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Am Frankfurter Flughafen ist es am Donnerstag zu einem schweren Zwischenfall mit einem modernen Langstreckenflugzeug gekommen. Eine parked am Gate stehende Boeing 787-9 Dreamliner der Lufthansa erlitt einen plötzlichen Zusammenbruch des Bugfahrwerks. Das Flugzeug, das für den Linienflug LH450 nach Los Angeles vorbereitet wurde, sackte im vorderen Bereich abrupt ab und schlug mit der Nase auf dem Vorfeld auf.

Zum Zeitpunkt des Vorfalls hatte das Boarding der Passagiere noch nicht begonnen, jedoch befanden sich bereits Besatzungsmitglieder und Mitarbeiter des Bodenpersonals in der Maschine, von denen einige leichte Verletzungen erlitten. An dem erst wenige Monate alten Großraumflugzeug entstand erheblicher struktureller Schaden, der eine aufwendige technische Untersuchung sowie langwierige Reparaturarbeiten nach sich ziehen wird. Der geplante Transatlantikflug musste ersatzlos gestrichen werden. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung hat die Ermittlungen zur Klärung der noch völlig unklaren Ursache aufgenommen.

Plötzliches Absacken am Abfluggate

Der Vorfall ereignete sich während der regulären Flugvorbereitung an einer der Parkpositionen des Frankfurter Drehkreuzes. Die betroffene Maschine mit der Registrierung D-ABPQ und dem Taufnamen Herne sollte am frühen Nachmittag die Verbindung in Richtung der amerikanischen Westküste bedienen. Während das Flugzeug für die Aufnahme der Fluggäste vorbereitet wurde und die Abfertigungsprozesse am Boden liefen, versagte die Arretierung oder die mechanische Struktur des vorderen Fahrwerks ohne Vorwarnung.

Augenzeugen und erste Berichte vom Unfallort beschreiben ein lautes Geräusch, gefolgt von einem sofortigen Absacken des vorderen Rumpfteils. Da das Hauptfahrwerk unter den Tragflächen stabil blieb, hob sich das Heck des Flugzeugs durch die Hebelwirkung leicht an, während die Cockpitsektion direkt auf dem Betonboden des Vorfelds zum Liegen kam. Die am Boden angeschlossenen Versorgungseinrichtungen, wie die Fluggastbrücke und eventuelle Stromkabel, wurden durch die abrupte Lageveränderung der Maschine ebenfalls stark beansprucht.

Verletzte unter der Besatzung und dem Bodenpersonal

Obwohl die Passagiere für den Flug nach Los Angeles zum Zeitpunkt des Unglücks noch im Terminalgebäude auf das Aufrufen ihres Fluges warteten, befand sich bereits eine zweistellige Anzahl an Personen im Inneren des Flugzeugs. Hierzu gehörten die Flugbegleiter, die Cockpitbesatzung sowie Techniker und Reinigungskräfte, die mit den letzten Vorbereitungen für den Langstreckenflug beschäftigt waren.

Durch den abrupten Aufprall der Rumpfnase auf den Boden wurden die Personen im Inneren der Kabine völlig unvorprepareit durchgeschüttelt. Mehrere Besatzungsmitglieder und Bodenmitarbeiter verloren den Halt und zogen sich dabei Verletzungen zu. Der medizinische Rettungsdienst des Flughafens sowie die Flughafenfeuerwehr waren umgehend mit einem Großaufgebot vor Ort, um die Betroffenen zu versorgen und zu evakuieren. Die Verletzungen wurden nach ersten Erkenntnissen als leicht eingestuft, erforderten jedoch teilweise eine ambulante Behandlung im Krankenhaus. Das betroffene Terminalgebiet wurde für die Dauer der Rettungs- und Bergungsarbeiten teilweise abgesperrt.

Erhebliche Schäden an der Flugzeugstruktur

Die optischen Schäden an der Boeing 787-9 sind unübersehbar und betreffen sensible Bereiche der Flugzeugzelle. Aufnahmen vom Unfallort zeigen, dass die Verkleidung der Rumpfunterseite im Bereich des Bugradschachts direkt auf dem Asphalt aufliegt. Die Fahrwerkstore wurden durch die Wucht des Einknickens nach außen gedrückt und deformiert. Es muss davon ausgegangen werden, dass die tragenden Spanten und die inneren Befestigungspunkte des Fahrwerks im Rumpf enorme Kräfte aufnehmen mussten und strukturelle Deformationen erlitten haben.

Darüber hinaus deuten erste visuelle Inspektionen darauf hin, dass durch die extreme Neigung des Flugzeugs auch die tief hängenden Triebwerksgondeln der beiden Rolls-Royce-Triebwerke den Boden berührt haben könnten. Sollte dies der Fall sein, müssten auch die Triebwerke und deren Aufhängungen an den Tragflächen einer umfassenden Überprüfung auf Haarrisse und Verformungen unterzogen werden. Der finanzielle Schaden dürfte sich im zweistelligen Millionenbereich bewegen, da die Reparatur von Verbundwerkstoffen, aus denen der Dreamliner zu einem großen Teil besteht, als technologisch äußerst anspruchsvoll gilt.

Auswirkungen auf den Flugbetrieb und die Flotte

Die unmittelbare Konsequenz des Vorfalls war die Annullierung des Fluges LH450. Die Passagiere wurden am Flughafen Frankfurt vom Bodenpersonal betreut und nach Möglichkeit auf spätere Verbindungen oder Flüge am Folgetag umgebucht. Da die Langstreckenflotte der Fluggesellschaft in den Sommermonaten traditionell sehr stark ausgelastet ist, bedeutet der plötzliche Ausfall einer fest eingeplanten Maschine eine logistische Herausforderung für die Flugplanung.

Bei der betroffenen Boeing 787-9 handelt es sich um einen der neuesten Zugänge in der Flotte des Unternehmens. Das Flugzeug wurde erst im Januar dieses Jahres fabrikneu vom Hersteller ausgeliefert und befindet sich somit seit weniger als sechs Monaten im aktiven Liniendienst. Ausgestattet ist diese Teilflotte mit dem neuesten Kabinenprodukt der Fluggesellschaft für die Business Class, die Premium Economy und die Economy Class, verzichtet jedoch auf eine First Class. Der Ausfall dieses modernen Flugzeugs wiegt besonders schwer, da es für hochfrequentierte Strecken mit hohem Komfortanspruch vorgesehen ist und nun für unbestimmte Zeit ausfällt.

Untersuchungsbehörden nehmen Arbeit auf

Die genaue Ursache für das Versagen des Bugfahrwerks ist derzeit noch Gegenstand von Spekulationen. In der zivilen Luftfahrt sind moderne Fahrwerkssysteme durch mehrfache mechanische und hydraulische Sicherungen gegen ein unbeabsichtigtes Einknicken im Stand geschützt. Während des Aufenthalts am Boden werden zudem üblicherweise physische Sicherungsstifte, sogenannte Ground Locks, eingesetzt, die ein mechanisches Einknicken blockieren sollen.

Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung hat noch am Donnerstagnachmittag Experten an den Ort des Geschehens entsandt, um Spuren zu sichern und die Flugdatenschreiber sowie den Stimmenrekorder auszuwerten. Die Ermittler werden prüfen müssen, ob ein Materialfehler an den hydraulischen Zylindern oder den metallischen Streben vorlag, ob ein Fehler in der Wartung oder der Bedienung durch das Bodenpersonal zum Versagen führte oder ob ein Softwarefehler in der Steuerungselektronik die Blockierung gelöst hat. Sowohl der Flugzeughersteller Boeing als auch die Lufthansa erklärten, vollumfänglich mit den Behörden zu kooperieren, gaben jedoch vorerst keine detaillierten Stellungnahmen ab. Ein derartiger Vorfall bei einem fast neuen Flugzeug gilt in der Branche als extrem außergewöhnlich und wird weltweite Aufmerksamkeit bei Aufsichtsbehörden und anderen Betreibern dieses Typs nach sich ziehen.

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