United-Schriftzug (Foto: Christian Lambert/Unsplash).
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Ticketloser Passagier schleicht sich in Passagierflugzeug der United Airlines und erzwingt Flugabbruch

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Ein gravierender Verstoß gegen die Luftsicherheitsbestimmungen am internationalen Flughafen George Bush Intercontinental in Houston hat einen Großeinsatz von Bundesbehörden und lokalen Polizeikräften ausgelöst und den Flugbetrieb einer US-amerikanischen Fluggesellschaft stundenlang blockiert.

Einem 25-jährigen Mann gelang es, trotz intensiver Kontrollen die Kontrollpunkte der Transportsicherheitsbehörde Transportation Security Administration sowie das Bodenpersonal am Abfluggate zu passieren, um unbemerkt an Bord eines vollbesetzten Linienfluges nach Los Angeles zu gelangen. Der Vorfall, der sich bereits während des Zurückrollens der Maschine von der Parkposition bemerkbar machte, zwang die Cockpitbesatzung zur sofortigen Umkehr. Nach der Rückkehr zum Terminal wurde das Flugzeug von einem massiven Aufgebot an Sicherheitskräften, darunter Agenten der Bundespolizei Federal Bureau of Investigation und Spezialteams für Sprengstofferkennung, umstellt. Die Passagiere mussten die Maschine für eine umfassende Sicherheitsüberprüfung verlassen, während gegen den Eindringling schwere strafrechtliche Ermittlungen wegen Sabotage an kritischer Infrastruktur eingeleitet wurden.

Der Weg durch die Kontrollinstanzen der Luftsicherheit

Der detaillierte Ablauf des Vorfalls wirft grundlegende Fragen bezüglich der Effizienz der Sicherheitsbarrieren an US-amerikanischen Großflughäfen auf. Wie aus den mittlerweile vorliegenden Gerichtsdokumenten des Bundesstaates Texas hervorgeht, ereignete sich der Vorfall an Bord von United-Airlines-Flug 469, einer regulären täglichen Verbindung zwischen Houston und dem internationalen Flughafen von Los Angeles. Der Beschuldigte, der als der 25-jährige Abdulrahman Oluwatumike Oriyomi identifiziert wurde, passierte zunächst den zentralen Kontrollpunkt der staatlichen Transportsicherheitsbehörde. Bereits in dieser ersten Phase kam es zu Unregelmäßigkeiten. Überwachungskameras dokumentierten, dass der Mann von einem Sicherheitsmitarbeiter zu einer separaten Station eskortiert wurde, um ein Identifikationsfoto anzufertigen. Trotz des Fehlens eines elektronisch verifizierbaren Reisedokuments wurde ihm der Zutritt zum sterilen Sicherheitsbereich des Flughafens gestattet.

Im Abflugterminal versuchte der Mann über einen Zeitraum von fast einer Stunde hinweg systematisch, an verschiedenen Flugsteigen Zugang zu Flugzeugen zu erhalten. Er nutzte hierzu ein digitales Dokument auf seinem Mobiltelefon, das er als Bordkarte ausgab. Die automatisierten Schranken an den Gates verweigerten jedoch wiederholt den Durchgang, da das Dokument keinen gültigen optischen Datenträger in Form eines QR-Codes aufwies und auch andere relevante Flugdaten fehlten. Schließlich begab sich der Passagier zum Gate von Flug 469, wo die Abfertigung einer vollbesetzten Boeing 737 Max 9 stattfand. Das dortige Bodenpersonal war zu diesem Zeitpunkt mit der Überprüfung einer großen Gruppe von Passagieren ablenkt. Diesen Moment der Unaufmerksamkeit nutzte der Mann, um sich physisch an den Kontrollgeräten vorbeizuschmuggeln und über die Fluggastbrücke das Flugzeug zu betreten.

Entdeckung im Endstadium der Flugvorbereitung

An Bord der Maschine verhielt sich der unberechtigte Passagier zunächst unauffällig und setzte sich auf einen freien Sitzplatz. Als sich das Flugzeug füllte und die Flugbegleiter mit den Vorbereitungen für den Start begannen, wechselte er mehrfach den Platz im Innenraum. Unmittelbar nachdem das Flugzeug von der Parkposition zurückgestoßen wurde und die Triebwerke gestartet waren, suchte der Mann eine der vorderen Toiletten auf und verbarrikadierte sich darin.

Die Entdeckung des Eindringlings basierte auf der Aufmerksamkeit eines regulären Passagiers, dem das verdächtige Verhalten des Mannes aufgefallen war und der das Kabinenpersonal informierte. Bei der anschließenden Überprüfung stellten die Flugbegleiter fest, dass für den Mann weder eine Ticketreservierung noch eine Sitzplatzzuweisung im System hinterlegt war. Das gefälschte digitale Dokument auf seinem Telefon wurde endgültig als wertlose Nachahmung entlarvt. Die Kabinenbesatzung informierte unverzüglich den Kapitän über das Sicherheitsrisiko an Bord, woraufhin dieser das Rollmanöver abbrach und die Leitstelle über den Notfall in Kenntnis setzte.

Evakuierung und strafrechtliche Konsequenzen des Vorfalls

Die Einstufung eines ticketlosen Passagiers an Bord eines flugbereiten Verkehrsflugzeugs als potenzielle Bedrohung führte nach der Rückkehr des Flugzeugs an das Gate zu einer sofortigen Isolation des Luftfahrzeugs. Ein Großaufgebot an Sicherheitskräften riegelte den Bereich ab. Neben lokalen Polizeieinheiten wurden FBI-Spezialkräfte und Diensthunde der Sprengstoffstoffdetektionseinheit angefordert, um das Flugzeug sowie das gesamte aufgegebene Gepäck und Handgepäck zu durchsuchen. Alle Passagiere mussten die Boeing verlassen und wurden im Terminal erneut überprüft. Die Durchsuchung des Flugzeugs verlief ergebnislos, sodass die Maschine nach einer Verzögerung von rund drei Stunden schließlich mit den regulären Passagieren in Richtung Kalifornien abheben konnte.

Die juristische Aufarbeitung des Vorfalls gestaltete sich zunächst kompliziert. Da direkt nach dem Vorfall keine hinreichenden Beweise für eine böswillige Absicht oder das Mitführen gefährlicher Gegenstände vorlagen, wurde der Mann nach einer formellen Verwarnung wegen Hausfriedensbruchs zunächst auf freiem Fuß belassen. Nach intensiverer Auswertung der Beweismittel und der Befragung der Gate-Agenten erwirkten die Strafverfolgungsbehörden jedoch einen Haftbefehl. Der Beschuldigte wurde festgenommen und sieht sich nun einer schweren Anklage wegen der Beeinträchtigung und Unterbrechung des Betriebs einer kritischen Infrastruktureinrichtung gegenüber. Dieser Straftatbestand wird im US-Recht als schweres Verbrechen geahndet und kann langjährige Haftstrafen nach sich ziehen.

Serienphänomene und Schwachstellen im globalen System

Luftsicherheitsexperten zeigen sich besorgt über die Häufung ähnlicher Vorfälle in der jüngeren Vergangenheit, die erhebliche Defizite im System der Identitätsprüfung an Flughäfen offenbaren. Erst im Februar desselben Jahres kam es zu einem vergleichbaren Vorfall auf dem Flughafen Newark Liberty, als eine international bekannte Serientäterin die Kontrollen passierte und an Bord eines United-Airlines-Fluges nach Mailand gelangte. In jenem Fall wurde die Person erst über dem Atlantik entdeckt, woraufhin die Maschine den Flug nach Italien fortsetzte, wo die Frau von den Behörden festgenommen wurde.

Als Reaktion auf den Vorfall in Houston hat United Airlines interne Sicherheitsmitteilungen an das gesamte Boden- und Kabinenpersonal herausgegeben. Die Richtlinien für die Überwachung des Boarding-Prozesses wurden verschärft, insbesondere für Phasen mit hohem Passagieraufkommen an den Gates. Die Transportsicherheitsbehörde untersucht parallel dazu das Verhalten ihrer Mitarbeiter am Kontrollpunkt, um zu klären, warum der Passagier trotz der ausgelösten Warnung bei der Fotostation ohne gültiges Ticket in den Abflugbereich gelangen konnte. Der Vorfall unterstreicht die Notwendigkeit einer lückenlosen digitalen Überwachung und einer besseren Abstimmung zwischen den behördlichen Kontrollen und den Systemen der Fluggesellschaften.

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