Die italienische Fluggesellschaft ITA Airways expandiert im Rahmen ihrer Integration in die Lufthansa Group auf den asiatischen Markt. Auf der Jahrestagung der International Air Transport Association (IATA) in Rio de Janeiro unterzeichneten die beteiligten Fluggesellschaften ein Abkommen zur Erweiterung des bestehenden strategischen Europa-Japan-Joint-Ventures.
Ab Herbst 2026 wird ITA Airways als fünftes Mitglied in das Gemeinschaftsprojekt aufgenommen, das im Jahr 2012 von der Lufthansa und All Nippon Airways (ANA) gegründet und später um Swiss und Austrian Airlines ergänzt wurde. Die zuständigen japanischen Wettbewerbsbehörden haben die erforderliche kartellrechtliche Freigabe für diese Streckennetzerweiterung bereits erteilt.
Durch den Beitritt verschiebt sich die logistische Dynamik im europäisch-asiatischen Flugverkehr spürbar in Richtung Südeuropa. Das Drehkreuz Rom-Fiumicino rückt dabei ins Zentrum der strategischen Planungen. ITA Airways bedient von dort aus eine tägliche Nonstop-Verbindung nach Tokio-Haneda. Ab Herbst können Kunden aller beteiligten Fluggesellschaften diesen Interkontinentalflug flexibel mit den jeweiligen Zubringerflügen kombinieren. Das Abkommen umfasst neben dem italienischen Inlandsnetz auch die Verbindungen von ITA Airways in die Maghreb-Region Nordafrikas. Parallel dazu betreibt die japanische ANA eine Direktverbindung zwischen Tokio und Mailand-Malpensa, was die Kapazitäten auf dem italienischen Markt verdoppelt.
Für Passagiere bietet der Zusammenschluss eine deutliche Erhöhung der wöchentlichen Frequenzen und optimierte Umsteigezeiten. Insgesamt stehen im Rahmen des erweiterten Joint Ventures rund 160 wöchentliche Langstreckenflüge zwischen Europa und Japan zur Auswahl. Die Fluggesellschaften stimmen ihre Flugpläne künftig aufeinander ab, um Abflugzeiten besser über den Tag zu verteilen und Parallelflüge zu vermeiden. Zudem sieht die Kooperation eine vollständige gegenseitige Anerkennung der Vielfliegerprogramme, die gemeinsame Nutzung der Flughafen-Lounges in Rom und Tokio sowie die schrittweise Einführung eines harmonisierten Produkt- und Serviceangebots an Bord vor.
Die Einbindung von ITA Airways in das Asien-Geschäft spiegelt den fortschreitenden Konsolidierungsprozess in der europäischen Luftfahrtbranche wider. Nach der kartellrechtlichen Genehmigung der Übernahme von Minderheitsanteilen an ITA Airways durch die Lufthansa Group im vergangenen Jahr folgt nun die operative Zusammenführung auf den globalen Routen. Während ANA-Chef Juichi Hirasawa den verbesserten Zugang zum südeuropäischen Raum und dem Mittelmeerbecken hervorhob, bezeichnete ITA-Airways-Geschäftsführer Jörg Eberhart das Abkommen als einen Meilenstein für die internationale Entwicklung der Fluggesellschaft im strategisch wichtigen asiatisch-pazifischen Wirtschaftsraum.