Der Aufsichtsrat der Flughafen Dortmund GmbH hat in seiner jüngsten Sitzung das Geschäftsjahr 2025 offiziell abgeschlossen und die wirtschaftlichen Kennzahlen durch die Wirtschaftsprüfer bestätigen lassen.
Trotz eines historischen Passagierrekords von 3,2 Millionen Reisenden, was einem Zuwachs von 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr und einem Plus von 19 Prozent im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 entspricht, verschlechterte sich die finanzielle Situation des Ruhrgebietsflughafens. Das Jahresergebnis sank von minus 1,8 Millionen Euro im Vorjahr auf ein Defizit von minus 6,3 Millionen Euro. Als Hauptgrund für diese Entwicklung nennt die Geschäftsführung überproportional gestiegene Betriebskosten, die insbesondere durch die Einführung des allgemeinverbindlichen Tarifs für die Bodenabfertigungsdienste verursacht wurden. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sank im gleichen Zeitraum von 5,1 Millionen Euro auf rund 971.000 Euro.
Für das laufende Kalenderjahr 2026 prognostiziert das Management jedoch eine Konsolidierung im Flugbetrieb. Zwar verzeichnete der Airport im ersten Quartal einen temporären Rückgang der Fluggastzahlen um 3,7 Prozent, was auf die Reduzierung von Kapazitäten durch die Fluggesellschaft Ryanair zurückzuführen war, doch mit dem Start des Sommerflugplans zog die Nachfrage spürbar an. In den ersten fünf Monaten des Jahres reisten bereits rund 1,3 Millionen Passagiere über den Dortmund Airport, was einer Steigerung von 8,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Getragen wird dieses Wachstum durch den Ausbau des südeuropäischen Streckennetzes mit neuen Verbindungen der ungarischen Fluggesellschaft Wizz Air zu Destinationen wie Oradea, Palermo, Mailand und Rom.
Neben den wirtschaftlichen Leistungsdaten stehen weitreichende bauliche Anpassungen im Terminalgebäude an, um den neuen gesetzlichen Vorgaben im internationalen Flugverkehr gerecht zu werden. Der Aufsichtsrat beschloss eine Erweiterung der bundespolizeilichen Grenzkontrollstellen im Bereich der Flugsteige 0 bis 2. Hintergrund ist die schrittweise Einführung des europaweiten Ein- und Ausreisesystems EES (Entry-Exit-System) für Drittstaatsangehörige, das eine automatisierte Erfassung biometrischer Daten erfordert. Um bei der gleichzeitigen Abwicklung mehrerer Non-Schengen-Flüge Verzögerungen bei der Passkontrolle zu vermeiden, wird die Zahl der Kontrollspuren der Bundespolizei von vier auf sechs aufgestockt.
Zusätzlich investiert die Flughafengesellschaft in die Modernisierung der Energieversorgung des Standorts, um die langfristige Kosteneffizienz des Terminalbetriebs zu verbessern und die Abhängigkeit von externen Energiepreisentwicklungen zu reduzieren. Hierzu wurde der Bau einer Großanlage zur solaren Eigenerzeugung auf den Dachflächen des Hauptgebäudes genehmigt. Das Projekt umfasst eine Modulfläche von rund 2.400 Quadratmetern und ist darauf ausgelegt, einen erheblichen Teil des täglichen Grundlaststroms des Passagierterminals direkt vor Ort zu generieren. Die gewonnene Energie wird vollständig für den Eigenbedarf des Flughafenkomplexes verwendet.