Flughafen San Francisco (Foto: Russss).
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FAA ordnet grundlegende Änderungen der Landeverfahren am Flughafen San Francisco an

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Die zivile Luftfahrtindustrie in den Vereinigten Staaten steht vor einer tiefgreifenden Umstrukturierung ihrer operativen Betriebsabläufe an einem der wichtigsten Drehkreuze der amerikanischen Westküste.

Die US-Bundesluftfahrtbehörde FAA hat das traditionsreiche und markante Verfahren der zeitgleichen Parallellandung auf den dicht beieinanderliegenden Landebahnen des San Francisco International Airport offiziell ausgesetzt. Diese weitreichende Entscheidung erging im Rahmen einer nationalen Sicherheitskampagne, die infolge eines schweren Flugunfalls in Washington DC initiiert wurde, bei dem ein Regionaljet einer Linienfluggesellschaft im Endanflug mit einem Militärhubschrauber kollidierte. Die nun angeordneten vergrößerten Staffelungsvorschriften fallen zeitlich mit umfangreichen Sanierungsarbeiten an der baulichen Infrastruktur des Flughafens zusammen, wodurch die Kapazitäten für den ankommenden und abfliegenden Luftverkehr drastisch reduziert werden. Interne Dokumente der Regulierungsbehörde deuten darauf hin, dass die FAA zur Kompensation der Kapazitätsverluste bereits an der Einführung hochmoderner, technologiegestützter Anflugverfahren arbeitet, um den Verkehrsfluss im kalifornischen Luftraum langfristig zu stabilisieren.

Strukturelle Kapazitätsengpässe durch das Ende der visuellen Staffelungsausnahme

Das Herzstück des operativen Betriebs am Flughafen von San Francisco bildete jahrzehntelang das synchrone Anflugverfahren auf die parallel verlaufenden Landebahnen 28L und 28R. Diese Bahnen weisen lediglich einen seitlichen Abstand von 750 Fuß, umgerechnet etwa 229 Meter, auf. Nach den Standardrichtlinien der amerikanischen Luftfahrtaufsicht ist dieser Abstand für simultane Landungen im Instrumentenflugbetrieb regulär zu gering. Der Flughafen verfügte jedoch über eine historische Ausnahmegenehmigung, eine sogenannte Sonderregelung für sichtabhängige Anflüge. Diese erlaubte es den Cockpitbesatzungen bei klaren meteorologischen Sichtverhältnissen, die Staffelung zum parallel anfliegenden Flugzeug eigenverantwortlich auf Sichtbasis durchzuführen, was zu den weltbekannten Aufnahmen von Passagierjets führte, die Flügelspitze an Flügelspitze über die Bucht von San Francisco schwebten.

Mit dem Widerruf dieser Ausnahmegenehmigung hat die FAA die alleinige Verantwortung für die Einhaltung der Sicherheitsabstände wieder vollständig in die Hände der Flugsicherung gelegt. Nach den aktuellen gesetzlichen Vorgaben wäre ein physischer Abstand von mindestens 2.500 Fuß zwischen den Start- und Landebahnen erforderlich, um parallele Landungen ohne technologische Sonderüberwachung fortzuführen. Da dies in San Francisco aufgrund der geografischen Gegebenheiten der Bucht unmöglich ist, müssen alle ankommenden Flugzeuge nun in einer gestaffelten, diagonalen Abfolge auf dem finalen Anflugweg angeordnet werden. Die Auswirkungen auf den Flugplan sind massiv: Die Spitzenlanderate sank durch die Neuregelung um 33 Prozent von zuvor 54 Flugbewegungen auf nur noch 36 Landungen pro Stunde. Dies führte dazu, dass im regulären Betrieb seither fast ein Drittel aller ankommenden Flüge Verspätungen von 30 Minuten oder mehr verzeichnen.

Auswirkungen auf den Linienverkehr und strategische Gegenmaßnahmen der Fluggesellschaften

Für die Fluggesellschaften, allen voran den Netzwerk-Carrier United Airlines als größten Betreiber an diesem Drehkreuz, bedeutet die veränderte Rechtslage eine logistische Herausforderung. Um zu verhindern, dass Verkehrsflugzeuge im stark frequentierten Luftraum über der Bay Area in langanhaltenden Warteschleifen verharren und wertvollen Treibstoff verbrauchen, greift die Fluggesellschaft vermehrt auf das Verfahren der Abflugverzögerung zurück. Dabei werden Regional- und Inlandszubringerflüge bereits an ihren jeweiligen Herkunftsflughäfen am Boden festgehalten, bis ein sicheres und festes Landefenster in San Francisco garantiert werden kann. Dies führt zu einer Kettenreaktion von Verzögerungen im gesamten nationalen Streckennetz der Fluggesellschaft.

Trotz der wirtschaftlichen Einbußen und der Unannehmlichkeiten für den Passagierverkehr betonen die Verantwortlichen der Behörden die unbedingte Notwendigkeit dieser Maßnahme im Sinne der Flugsicherheit. FAA-Administrator Bryan Bedford erklärte in einem internen Kommunikationsbericht, dass seit der Umsetzung dieses Korrekturplans kein einziges Ereignis mit einem gefährlichen Verlust der Mindeststaffelung mehr registriert wurde. Um den extremen Stauungen entgegenzuwirken, arbeitet die Behörde eng mit dem Flughafenmanagement und den Vertretern der Fluggesellschaften zusammen, um im kommenden Monat ein neues, modifiziertes Anflugverfahren speziell für die Landebahn 28R zu veröffentlichen.

Technologische Innovationen zur Wiederherstellung der Flughafenkapazität

Die technologische Lösung, welche die FAA für den kalifornischen Großflughafen prüft, basiert auf einer Kombination aus hochpräziser Radarüberwachung und satellitengestützter Avionik. Im Gespräch ist die Implementierung von Anflügen mit modernster Präzisions-Startbahnen-Überwachung sowie Verfahren für eng beieinanderliegende Parallelbahnen. Das erstgenannte System nutzt eine spezielle, hochgradig beschleunigte Radarantechnologie, die den Fluglotsen auf dem Radarschirm sekündliche Aktualisierungen der Flugzeugpositionen liefert. Dies ermöglicht eine extrem präzise Kontrolle der Seitenabstände und erlaubt es, die gesetzlich vorgeschriebene laterale Staffelung im Terminalbereich rechtssicher zu reduzieren.

Ergänzt wird diese bodengestützte Technik durch die Nutzung von ADS-B-Transpondern an Bord der Flugzeuge. Dieses System zur automatischen Aussendung von Flugwetter- und Positionsdaten ermöglicht es den Maschinen, ihre exakten Positionsdaten kontinuierlich untereinander und an die Bodenstationen zu übermitteln. Während die Radartechnologie primär die seitliche Trennung zwischen den beiden parallelen Anflugspuren absichert, gewährleistet das satellitengestützte System die exakte Einhaltung der vorderen und hinteren Abstände in der Landequequenz. Die Kombination dieser Systeme verspricht eine Wiederherstellung eines Teils der verloren gegangenen Kapazitäten, ohne dass das Risiko von Annäherungen im dichten Luftraum steigt.

Infrastrukturprojekte und der Ausblick auf die Modernisierung des Standorts

Die betrieblichen Einschränkungen durch das Ende der Parallelladungen werden derzeit durch großflächige Baumaßnahmen auf dem Flughafengelände zusätzlich verschärft. Ein umfassendes Infrastrukturprojekt im Wert von 180 Millionen US-Dollar erfordert die zeitweise vollständige Sperrung der wichtigen Start- und Landebahnen 1R und 19L. Diese Bauarbeiten sind notwendig, um die Pistenbeläge und die Untergrundstruktur für die zukünftigen Anforderungen des modernen Großraumflugzeugverkehrs zu ertüchtigen.

Die Fertigstellung dieses primären Bauabschnitts wird für den kommenden Oktober prognostiziert. Bis zu diesem Zeitpunkt bleibt die Kapazität des Flughafens baubedingt stark limitiert. Die geplante Einführung der technologischen Anflugverfahren für die verbleibende Hauptlandebahn 28R gilt daher in der gesamten Branche als die wichtigste Übergangsmaßnahme, um den wirtschaftlichen Schaden durch Flugstreichungen und Verspätungen während der Hauptreisezeit zu minimieren und den Flughafen San Francisco mittelfristig wieder an sein ursprüngliches Leistungsniveau heranzuführen.

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