Der Testlauf der modifizierten Abflugroute „Cindy S“ vom Flughafen Frankfurt am Main in Richtung Südhessen führt in den betroffenen Anrainerkommunen zu einer deutlichen Verschiebung der Schallbelastung.
Wie das Forum Flughafen und Region (FFR) nach Auswertung umfangreicher Messreihen mitteilte, bestätigen die realen Daten die mathematischen Prognosen vor dem Start des Verfahrens. Die Route, die seit Juli 2025 in einem erweiterten Bogen um die dicht besiedelten nördlichen Stadtteile von Darmstadt herumgeführt wird, entlastet zwar einige Ballungsräume spürbar, führt jedoch in flugplatznäheren Gemeinden im Kreis Darmstadt-Dieburg und im Kreis Offenbach zu einer signifikanten Zunahme des Fluglärms.
Besonders deutlich zeigen sich die schalltechnischen Veränderungen in der amtlichen Pegelauswertung der Messstationen. Im Darmstädter Stadtteil Arheilgen sowie in Weiterstadt-Gräfenhausen sank der flugspezifische Dauerschallpegel tagsüber um mehr als neun Dezibel und während der Nachtstunden um mehr als sieben Dezibel. Im Gegenzug verzeichneten die Einflugbereiche von Erzhausen eine Zunahme des Dauerschallpegels um mehr als fünf Dezibel, während in Egelsbach und im Norden von Darmstadt-Wixhausen Steigerungen von rund zwei Dezibel registriert wurden. Eine Reduzierung des Gesamtschalls wird durch das Verfahren folglich nicht erzielt, sondern primär eine geografische Umverteilung über dem Kerngebiet der Region Rhein-Main bewirkt.
Im Rahmen des laufenden Beteiligungsverfahrens brachten betroffene Kommunen alternative Betriebskonzepte ein, um die zusätzliche Belastung zu begrenzen. Die Gemeinde Egelsbach schlug hierbei ein alternatives Nutzungsmodell vor, bei dem die Verkehrsströme jeweils zur Hälfte auf die herkömmliche Flugroute und die neue Linienführung aufgeteilt werden sollten. Die gutachterliche Prüfung durch das FFR bewertete diese Option jedoch als durchgehend negativ, da ein permanenter Wechsel der Routen zu einer ununterbrochenen Unruhe in sämtlichen Wohngebieten führen würde und logistische Nachteile für die Deutsche Flugsicherung (DFS) bei der Staffelung der Flugzeuge mit sich brächte.
Das laufende Monitoring wird in den kommenden Sommermonaten mit zusätzlichen Messungen fortgesetzt, um verlässliche Durchschnittswerte für den gesamten Probezeitraum zu generieren. Die finalen Berichte werden im September 2026 der zuständigen Fluglärmkommission (FLK) vorgelegt, in der die gewählten Vertreter der Anrainerkommunen, der Luftverkehrswirtschaft und des Landes Hessen organisiert sind. Eine endgültige und rechtsverbindliche Entscheidung über die dauerhafte Beibehaltung, Anpassung oder den Widerruf der Abflugroute „Cindy S“ soll im Dezember 2026 durch das Gremium gefällt werden.