Airbus A380 (Foto: ERIC SALARD).
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Asiana Airlines verlässt die Star Alliance im Zuge der Fusion mit Korean Air

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Die Konsolidierungswelle in der globalen Luftfahrtindustrie erreicht einen neuen Meilenstein und führt zu tiefgreifenden Veränderungen in den internationalen Allianzstrukturen. Wie die Deutsche Lufthansa AG offiziell mitgeteilt hat, wird die südkoreanische Fluggesellschaft Asiana Airlines die Luftfahrtallianz Star Alliance zum 16. Dezember 2026 um 23:59 Uhr koreanischer Standardzeit verlassen.

Nach 23 Jahren partnerschaftlicher Zusammenarbeit scheidet die Fluggesellschaft aus dem Bündnis aus, da sie im Rahmen eines milliardenschweren Fusionsprozesses vollständig von der nationalen Konkurrentin Korean Air übernommen wird. Durch diesen Schritt verliert die Star Alliance und insbesondere die Lufthansa Group einen ihrer wichtigsten strategischen Partner am Drehkreuz Seoul-Incheon. Da Korean Air zu den Gründungsmitgliedern der konkurrierenden Skyteam-Allianz gehört, wird das fusionierte Unternehmen künftig unter dieser Flagge operieren. Der Übergang erfordert weitreichende betriebliche Anpassungen, Übergangsregelungen für Vielflieger sowie eine strategische Neuausrichtung der verbleibenden Allianzpartner auf dem südkoreanischen Markt.

Die globalen Dimensionen der Allianzverschiebungen

Das Ausscheiden von Asiana Airlines ist kein isoliertes Ereignis, sondern fügt sich ein in eine Reihe von marktprägenden Allianzwechseln und Übernahmen der jüngeren Vergangenheit. Die weltweite Luftfahrtbranche befindet sich in einer Phase der intensiven Konsolidierung, bei der traditionelle Bündnisgrenzen zunehmend aufbrechen. So vollzog die skandinavische Fluggesellschaft SAS unlängst den Wechsel von der Star Alliance zum Skyteam, nachdem die französisch-niederländische Holding Air France-KLM Anteile an dem Unternehmen erworben hatte. Gleichzeitig bewegt sich die italienische ITA Airways im Zuge der geplanten Übernahme durch den Lufthansa-Konzern in die entgegengesetzte Richtung.

Der Zusammenschluss von Korean Air und Asiana Airlines stellt jedoch eines der größten Fusionsprojekte im asiatischen Raum dar. Die Verhandlungen und wettbewerbsrechtlichen Prüfungen durch internationale Regulierungsbehörden in Europa, den USA und Asien zogen sich über mehrere Jahre hinweg. Um die kartellrechtliche Genehmigung zu erhalten, mussten beide Fluggesellschaften erhebliche Zugeständnisse machen, darunter die Abgabe von Start- und Landerechten auf wichtigen Langstreckenrouten an Wettbewerber. Mit dem nun feststehenden Austrittsdatum von Asiana Airlines aus der Star Alliance geht das langjährige Projekt in seine finale operative Phase über. Durch das Ausscheiden verringert sich die Gesamtzahl der Mitgliedsgesellschaften der Star Alliance ab dem 17. Dezember 2026 auf weltweit 25 Unternehmen.

Übergangsfristen und Auswirkungen für Vielflieger und Passagiere

Für die Kunden der betroffenen Fluggesellschaften bringt der Allianzwechsel konkrete Fristen und veränderte Bedingungen mit sich. Um einen geordneten Übergang zu gewährleisten, wurden spezifische Stichtage für die Anpassung der Kundenservices definiert. Passagiere, die in einem Vielfliegerprogramm einer Star-Alliance-Mitgliedsgesellschaft wie dem Miles and More-Programm der Lufthansa registriert sind, können nur noch für Flüge Meilen sammeln, die am oder vor dem 15. Oktober 2026 von Asiana Airlines durchgeführt werden und starten.

Bis zum endgültigen Austrittstermin am 16. Dezember 2026 bleibt die Einlösung von Star-Alliance-Meilen für Upgrades auf Flügen von Asiana Airlines im Rahmen der verfügbaren Kontingente möglich. Nach diesem Datum erlöschen alle allianzbezogenen Privilegien wie der Zugang zu den Lounges von Asiana Airlines oder die Bevorzugung beim Gepäcktransport für Statuskunden der Star Alliance. Um die Kontinuität des Flugbetriebs für bereits gebuchte Passagiere zu sichern, hat die Lufthansa Group frühzeitig Vorbereitungen getroffen. Bestehende Tickets für Flüge, die nach dem Stichtag stattfinden, werden bereits ab September 2026 schrittweise und systematisch auf Flüge von Korean Air umgebucht.

Die verbleibende Präsenz der Star Alliance am Flughafen Incheon

Trotz des Verlusts eines lokalen Mitglieds betonen Branchenvertreter, dass der Incheon International Airport in Seoul weiterhin ein zentraler und stark frequentierter Knotenpunkt für das verbleibende Bündnis sein wird. Nach offiziellen Angaben werden auch nach dem 16. Dezember 2026 weiterhin 14 Fluggesellschaften der Star Alliance den südkoreanischen Großflughafen im regelmäßigen Linienverkehr anfliegen. Zu dieser Gruppe gehören namhafte internationale Fluggesellschaften wie Air Canada, Air China, Air India, Air New Zealand, EVA Air, Ethiopian Airlines, LOT Polish Airlines, Swiss, Singapore Airlines, Shenzhen Airlines, Thai Airways, Turkish Airlines, United Airlines und die Lufthansa selbst.

Gegenwärtig wickeln diese verbleibenden Partnergesellschaften monatlich mehr als 1.900 Direktflüge vom und zum Flughafen Incheon ab und verbinden die südkoreanische Metropole mit 29 Destinationen weltweit. Das bestehende Netzwerk bietet somit auch ohne einen integrierten lokalen Hub-Partner erhebliche Kapazitäten für den internationalen Transferverkehr. Die Herausforderung für die verbleibenden Fluglinien besteht jedoch darin, die wegfallenden Zubringerflüge innerhalb Südkoreas und zu kleineren Regionalflughäfen in Ostasien durch neue Kooperationsmodelle zu kompensieren.

Strategische Neuausrichtung der Lufthansa Group in Südkorea

Der deutsche Luftfahrtkonzern hat auf die veränderten Marktbedingungen reagiert und seine kommerzielle Strategie für den südkoreanischen Markt grundlegend modifiziert. Marktanalysen der Lufthansa haben ergeben, dass die überwiegende Mehrheit der eigenen Passagiere auf den Routen nach Seoul die Stadt als Endziel ansteuert und nicht als reines Umsteigedrehkreuz nutzt. Aus diesem Grund konzentriert sich die neue Strategie des Konzerns primär darauf, ein starkes und nahtlos integriertes Angebot für den Point-to-Point-Verkehr aufrechtzuerhalten.

Um den Komfort für die Passagiere am Boden zu sichern, wurde vertraglich vereinbart, dass der Lounge-Zugang am Flughafen Incheon für berechtigte Kunden auch in Zukunft über alternative Partnerschaften gewährleistet bleibt. Um zudem die Anbindungen in das Landesinnere Südkoreas ohne die Hilfe von Asiana Airlines sicherzustellen, hat die Lufthansa Group zwei neue, strategische Partnerschaften initiiert. Zum einen wurde die Zusammenarbeit mit der südkoreanischen Low-Cost-Airline Jeju Air vertieft, um ausgewählte regionale Flugverbindungen anzubieten. Zum anderen setzt der Kranich-Konzern verstärkt auf intermodale Verkehrskonzepte. Durch den Aufbau einer formalen Partnerschaft mit Korail, der staatlichen Eisenbahngesellschaft Südkoreas, können Passagiere künftig ihre Flugtickets mit Hochgeschwindigkeits-Zugverbindungen in das dichte nationale Schienennetz kombinieren. Diese Kombination aus Luft- und Schienenverkehr soll den Standortnachteil des fehlenden Allianzpartners ausgleichen und die Erreichbarkeit wirtschaftlicher Zentren abseits der Hauptstadt sichern.

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