Wizz Air am Flughafen Luqa (Foto: Jan Gruber).
Redakteur
Letztes Update
Give a coffee
Informationen sollten frei für alle sein, doch guter Journalismus kostet viel Geld.
Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, können Sie Aviation.Direct freiwillig auf eine Tasse Kaffee einladen.
Damit unterstützen Sie die journalistische Arbeit unseres unabhängigen Fachportals für Luftfahrt, Reisen und Touristik mit Schwerpunkt D-A-CH-Region und zwar freiwillig ohne Paywall-Zwang.
Wenn Ihnen der Artikel nicht gefallen hat, so freuen wir uns auf Ihre konstruktive Kritik und/oder Ihre Hinweise wahlweise direkt an den Redakteur oder an das Team unter unter diesem Link oder alternativ über die Kommentare.
Ihr
Aviation.Direct-Team

Wizz Air sichert Großteil des Kerosinbedarfs für das Geschäftsjahr 2027

Werbung

Die europäische Billigfluggesellschaft Wizz Air hat im Rahmen ihrer finanziellen Risikominimierung wesentliche Teile ihres Treibstoffbedarfs für das kommende Geschäftsjahr 2027 vertraglich abgesichert.

Wie das Unternehmen im Zuge seiner Finanzplanung bekanntgab, sind bereits 84 Prozent des erwarteten Kerosinvolumens für das erste Halbjahr des Fiskaljahres durch Finanzderivate gedeckt. Die Fluggesellschaft reagiert damit auf die anhaltende Volatilität auf den internationalen Energiemärkten und die gestiegenen Beschaffungspreise, die insbesondere durch geopolitische Spannungen und Krisenherde im Nahen Osten angetrieben werden.

Für das zweite Halbjahr des Geschäftsjahres 2027 verfügt der ungarische Low-Cost-Carrier über eine Absicherungsquote von 71 Prozent. Diese langfristige Strategie wird über ein rollierendes 18-Monats-Programm realisiert, das sich primär aus sogenannten Zero-Cost-Collars und Jet-Fuel-Swaps zusammensetzt. Im Gegensatz zu vielen Branchenkonkurrenten, die ihre Absicherungsgeschäfte an den Rohölpreis koppeln, sichert Wizz Air die Kontrakte gezielt direkt gegen den Markt-Endpreis des Flugkraftstoffs Jet A-1 ab. Dieses Vorgehen soll eine präzisere Kalkulierbarkeit der operativen Kosten ermöglichen und das Risiko unvorhersehbarer Preissprünge beim Einkauf minimieren.

Neben den finanzwirtschaftlichen Absicherungsmaßnahmen setzt das Management von Wizz Air auf einen operativen Kostenvorteil durch die Modernisierung der Flotte. Rund 75 Prozent der eingesetzten Flugzeuge bestehen mittlerweile aus Modellen der Airbus-A321neo-Familie. Mit einem weltweiten Durchschnittsalter von nur 4,7 Jahren gehört die Flugzeugflotte zu den jüngsten im europäischen Luftraum. Die Flugzeuge der neuen Generation weisen im direkten Vergleich zu älteren Vorgängermodellen einen um rund 18 Prozent geringeren Treibstoffverbrauch pro Sitzplatzkilometer auf, was der Airline in einem intensiven Wettbewerbsumfeld einen strukturellen Renditevorteil verschafft.

Die Treibstoffkosten machen traditionell den größten Anteil an den Gesamtausgaben einer Fluggesellschaft aus, weshalb das sogenannte Kerosin-Hedging für Low-Cost-Carrier eine zentrale Rolle beim Erhalt der Preisführerschaft einnimmt. Durch die Kombination aus finanztechnischer Absicherung und dem Einsatz verbrauchsärmerer Maschinen versucht Wizz Air, die Ticketpreise trotz des inflationären Marktumfelds stabil zu halten und die Expansionspläne in Europa und Zentralasien wirtschaftlich abzusichern. Analysten bewerten das Absicherungsprogramm in Zeiten geoökonomischer Unsicherheiten als stabilisierenden Faktor für die Konzernbilanz.

Werbung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..

Werbung