Der Woiwode von Masowien hat die Standortentscheidung für den geplanten Eisenbahnknotenpunkt östlich des künftigen Großflughafens „Port Polska“ (vormals CPK) erlassen.
Der Beschluss ist sofort rechtskräftig, wodurch die Betreibergesellschaft nun offizielle Baugenehmigungen für den Verkehrsknoten und die umliegende Infrastruktur beantragen kann. Das betroffene Areal in den Gemeinden Baranów und Grodzisk Mazowiecki umfasst eine Fläche von 212 Hektar. Bislang wurden über ein freiwilliges Erwerbsprogramm rund 85,2 Hektar und somit knapp 40 Prozent der benötigten Grundstücke von der staatlichen Projektgesellschaft aufgekauft.
Das Vorhaben östlich des Flughafens setzt sich aus einer Schienen- und einer Straßenkomponente zusammen. Der Bahnknoten verknüpft Abschnitte dreier Schienenwege – die Linien 5, 85 und 88 – um den künftigen Flughafenbahnhof an das bestehende und geplante Schienennetz anzubinden. Die Infrastruktur ist als Teilstück der Hochgeschwindigkeitsstrecke 85 zwischen Warschau und Łódź konzipiert, deren Planung von der Europäischen Unon finanziell unterstützt wurde. Neben der zivilen Nutzung im Personen- und Güterverkehr muss die Anlage den Vorgaben für eine militärische Mitnutzung entsprechen. Der Straßenbau erfordert neben Neuplanungen für die Logistikanbindung auch den Teilabriss und die Verlegung lokaler Verkehrswege.
Die aktuelle Entscheidung ergänzt eine frühere Genehmigung vom Januar 2025, welche den Flughafenbereich und die westlichen Verkehrsanbindungen auf einer Fläche von 2.585 Hektar regelte. Im Zuge der veränderten Regierungsplanungen wurden die Kapazitätsziele für das Gesamtprojekt kürzlich angepasst. Die Planungen sehen nun vor, dass der Terminal bis zum prognostizierten Eröffnungsjahr 2032 für eine Kapazität von jährlich 44 Millionen Passagieren ausgelegt wird. Zur Vorbereitung des Untergrunds schloss die Flughafengesellschaft am 22. Juni 2026 einen Vertrag über 145,9 Millionen Złoty mit dem Baukonzern Budimex ab. Die ersten Tiefbau- und Pfahlgründungsarbeiten sollen Mitte September 2026 beginnen.
Kritiker verweisen jedoch auf erhebliche Risiken und bautechnische Verzögerungen bei dem Großprojekt. So schreiten verwandte Vorhaben, wie der Tunnelvortrieb unter der Stadt Łódź, aufgrund schwieriger geologischer Bodenverhältnisse nur langsam voran. Zudem steht der Erwerb der verbleibenden 60 Prozent der Grundstücksflächen für den östlichen Knotenpunkt noch aus. Sollten die betroffenen Eigentümer den Verkauf verweigern, drohen langwierige Enteignungsverfahren, welche den engen Zeitplan bis zur geplanten Inbetriebnahme im nächsten Jahrzehnt gefährden könnten.