Airbus A320 (Foto: JetBlue Airways).
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Flugzeugschaden durch Blitzschlag führt zur außerplanmäßigen Landung einer Jetblue-Maschine in New York

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Ein Passagierflugzeug der US-amerikanischen Fluggesellschaft Jetblue Airways musste auf dem Flug von Westchester nach Orlando eine Sicherheitslandung am internationalen Flughafen John F. Kennedy in New York einlegen. Ursache für die Kursänderung war ein Blitzschlag kurz nach dem Start, der das bordeigene Wetterradarsystem des Flugzeugs funktionsunfähig machte.

Nach Auswertungen des Flugfunks und den Angaben der Fluggesellschaft gelang den Piloten eine sichere Landung in New York, bei der weder die Passagiere noch die Besatzungsmitglieder Verletzungen erlitten. Die betroffene Maschine des Typs Airbus A320-200, die bereits seit über 25 Jahren im Dienst steht, wurde für notwendige Überprüfungen und Reparaturen vorübergehend aus dem Linienbetrieb genommen, konnte jedoch nach einem Tag Werftaufenthalt die Rotation wieder aufnehmen. Der Vorfall verdeutlicht die Belastungen, denen elektronische Systeme im Luftverkehr bei meteorologischen Extremereignissen ausgesetzt sind, und wirft Fragen hinsichtlich der Wartungsintensität älterer Flugzeugstrukturen auf.

Verzögerter Abflug und der Zwischenfall im Steigflug

Der Linienflug Jetblue 195 verbindet regulär den Regionalflughafen Westchester County im Bundesstaat New York mit dem internationalen Flughafen von Orlando in Florida. Am betroffenen Dienstagabend war der Flugplan der Maschine bereits durch eine verspätete Ankunft des Fluggeräts aus dem vorherigen Umlauf beeinträchtigt. Statt der geplanten Startzeit um 21:35 Uhr erfolgte das Zurückrollen vom Flugsteig in Westchester erst um 00:06 Uhr nachts. Nur wenige Minuten nach dem Abheben und dem Eintritt in den Steigflug geriet das Flugzeug in eine Zone mit Gewitteraktivität, in der ein Blitz die Struktur traf.

In den Cockpit-Aufzeichnungen, die von regionalen Medien dokumentiert wurden, meldete die Besatzung den Vorfall umgehend an die zuständige Luftverkehrskontrolle. Die Piloten erklärten, dass die elektrische Entladung die Avionik des Wetterradars beschädigt habe. Da ein Weiterflug in Richtung Florida ohne ein funktionstüchtiges Radar zur Erkennung von Unwetterzellen ein erhebliches Sicherheitsrisiko dargestellt hätte, entschied sich die Besatzung für den Abbruch des Fluges und die Diversion zum gut ausgebauten Großflughafen John F. Kennedy in New York. Die Landung erfolgte 44 Minuten nach dem Start ohne weitere Komplikationen. Für die Passagiere bedeutete der Vorfall jedoch erhebliche Verzögerungen, da ein Ersatzflug erst am frühen Mittwochmorgen bereitgestellt werden konnte.

Technische Spezifikationen und Flottenstruktur des betroffenen Fluggeräts

Bei dem involvierten Flugzeug handelt es sich um einen Airbus A320-200 mit dem Luftfahrzeugkennzeichen N506JB und der Seriennummer 1235. Das Flugzeug, das den Taufnamen Wild Blue Yonder trägt, absolvierte seinen Erstflug im April 2000 und wurde im Juni desselben Jahres an Jetblue ausgeliefert. Es gehört damit zu den ältesten Maschinen in der Flotte der Fluggesellschaft. Angetrieben wird das Flugzeug von zwei Triebwerken des Typs IAE V2527-A5. Die Kabinenkonfiguration ist auf 150 Passagierplätze in einer reinen Economy-Klasse ausgelegt.

Die Fluggesellschaft betreibt derzeit noch zehn Maschinen in dieser spezifischen, geringer verdichteten Sitzplatzkonfiguration, während der Großteil der restlichen einhundert Flugzeuge vom Typ A320-200 auf 162 Sitzplätze umgerüstet wurde. In den langfristigen Planungen von Jetblue ist vorgesehen, diese älteren Modelle sukzessive auszumustern und durch modernere Flugzeugtypen zu ersetzen, da der Wartungsaufwand bei älteren Fluggeräten mit zunehmenden Flugstunden und fortgeschrittenem Alter der Struktur naturgemäß ansteigt. Der Ausfall von Komponenten nach einem Blitzschlag zeigt, dass ältere Verkabelungen und Elektronikbauteile empfindlich auf elektromagnetische Induktionen reagieren können.

Physikalische Auswirkungen von Blitzeinschlägen auf Verkehrsflugzeuge

In der zivilen Luftfahrt gehören Blitzeinschläge in Luftfahrzeuge zu den bekannten Phänomenen, die statistisch bei jeder Verkehrsmaschine etwa einmal pro Jahr auftreten. Die Flugzeugzelle ist so konstruiert, dass sie als Faradayscher Käfig fungiert. Die metallische Außenhaut aus Aluminium leitet die elektrische Energie des Blitzes in der Regel über die Flugzeugstruktur ab, sodass der Strom an den Flügelspitzen oder dem Heckteil wieder austritt, ohne in den Innenraum der Kabine vorzudringen oder die Passagiere zu gefährden. Bei neueren Flugzeugtypen, die vermehrt aus Kohlefaserverbundstoffen bestehen, werden zu diesem Zweck feine Kupfer- oder Bronzegitter in die Struktur integriert, um die Leitfähigkeit zu gewährleisten.

Dennoch können die Begleiterscheinungen eines Einschlags beträchtlich sein. Neben akustischen Effekten wie einem lauten Knall und optischen Blendungen kommt es durch die extrem hohen Stromstärken gelegentlich zu thermischen Beschädigungen an der Außenhaut oder zu elektromagnetischen Impulsen, die empfindliche Messinstrumente und Radarantennen stören. Im aktuellen Fall von Jetblue war das in der Flugzeugnase untergebrachte Wetterradar betroffen. Da die Radarkuppel, das sogenannte Radom, aus nicht-leitenden Verbundstoffen bestehen muss, um die Radarsignale nicht zu blockieren, ist dieser Bereich trotz Blitzschutzbändern besonders exponiert.

Rückkehr in den Flugbetrieb und Einordnung des Vorfalls

Nach der ungeplanten Landung in New York blieb das Flugzeug N506JB den gesamten Dienstag über am Boden, um von den Technikern der Fluggesellschaft untersucht zu werden. Neben dem Austausch der defekten Elektronikkomponenten des Radarsystems stand eine gründliche Inspektion der Ein- und Austrittspunkte des Blitzes auf dem Prüfprogramm, um strukturelle Schäden an den Nietverbindungen oder Risse im Metall auszuschließen. Nach dem Abschluss der Reparaturarbeiten und erfolgreichen Systemtests kehrte die Maschine am Mittwoch in den regulären Liniendienst zurück und absolvierte wieder Rotationen nach Orlando und Washington.

Der Vorfall reiht sich in eine Serie ähnlicher wetterbedingter Zwischenfälle bei US-amerikanischen Fluggesellschaften ein. Erst kürzlich kam es bei einer Boeing 787-9 von American Airlines zu Rumpfbeschädigungen nach einem Gewitterflug. Luftfahrtexperten nutzen solche Daten, um die Widerstandsfähigkeit von Luftfahrtelektronik kontinuierlich zu analysieren. Der Vorfall bei Jetblue dokumentiert, dass die bestehenden Sicherheitsverfahren und die Redundanz der Flughafeninfrastruktur im Großraum New York funktionierten, er ruft jedoch auch die operationellen Risiken in Erinnerung, die mit dem Betrieb älterer Flugzeuggenerationen in volatilen Wetterzonen verbunden sind.

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