Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair wird die Flugverbindung zwischen dem Flughafen Klagenfurt und dem Flughafen London-Stansted im kommenden Winterflugplan 2026/2027 nicht mehr bedienen. Der Geschäftsführer des Kärntner Landesflughafens, Maximilian Wildt, bestätigte die vollständige Aussetzung der Route für die kalte Jahreszeit.
Als primären Grund für diesen Schritt nennt die Fluggesellschaft die österreichische Luftverkehrsabgabe, die pro abfliegendem Passagier fällig wird und von der Airline wiederholt öffentlich kritisiert wurde. Trotz der temporären Streichung äußerte das Flughafenmanagement die Erwartung, dass die Verbindung mit dem Sommerflugplan 2027 reaktiviert wird, da seitens der Fluglinie eine entsprechende Absichtserklärung vorliege.
Die Entscheidung des Luftfahrtunternehmens reiht sich ein in eine Reihe von Kapazitätsreduzierungen an kleineren österreichischen Regionalflughäfen. Neben Klagenfurt ist auch der Flughafen Linz von Streichungen der London-Verbindung im selben Zeitraum betroffen, da Ryanair entsprechende Start- und Landerechte am Zielflughafen Stansted zurückgegeben hat. Konzernchef Michael O’Leary hatte bereits im Vorfeld gedroht, Flugzeuge von Standorten abzuziehen, an denen staatliche Steuern und Flughafengebühren die operativen Margen belasten. Für den Flughafen Klagenfurt bedeutet der temporäre Rückzug einen empfindlichen Dämpfer, da der britische Markt als wichtiges Herkunftssegment für den regionalen Wintertourismus gilt.
Branchenbeobachter bewerten den Schritt der Fluggesellschaft als Teil einer bekannten Verhandlungstaktik gegenüber Regionalflughäfen und Landesregierungen. Ryanair nutzt die hohe Mobilität ihrer Flotte regelmäßig, um Druck auf politische Entscheidungsträger auszuüben und die Abschaffung von Passagiersteuern zu erzwingen, während frei werdende Flugkapazitäten auf profitablere Märkte im südeuropäischen Raum verlagert werden. Ob die angekündigte Rückkehr der Route im Sommer 2027 tatsächlich erfolgt, bleibt abzuwarten und hängt laut Analysten maßgeblich davon ab, inwieweit der Flughafen oder die lokale Tourismuswirtschaft bereit sind, finanzielle Kompromisse bei den Standortkosten einzugehen.