Eine anhaltende Periode mit Tagestemperaturen von annähernd 40 Grad führt in weiten Teilen Österreichs zu erheblichen Beeinträchtigungen des Verkehrsnetzes. Betroffen ist insbesondere der Individualverkehr auf hochrangigen Straßenverbindungen.
Auf der Westautobahn (A1) traten im Baustellenbereich zwischen Haag und St. Valentin in Fahrtrichtung Linz massive Schäden am Fahrbahnbelag auf. Nach Angaben des Autobahnbetreibers ASFINAG haben sich dort verlegte Betonplatten durch den Temperatureinfluss ausgedehnt, gegeneinander verschoben und schließlich aufgewölbt. Dies machte die Sperrung von zwei Fahrstreifen erforderlich, was am Wochenende trotz eines mäßigen Verkehrsaufkommens zu kilometerlangen Staus führte.
Neben dem Autobahnnetz registrieren auch die Betreiber des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs hitzebedingte Infrastrukturprobleme. Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) verzeichneten am Wochenende an mehreren Abschnitten Gleisverformungen, was zeitweise Schienensperren in Tirol, Vorarlberg und Niederösterreich zur Folge hatte. Weichenverbindungen im Bereich von Bahnhöfen ließen sich aufgrund des thermisch expandierten Metalls teilweise nicht mehr ordnungsgemäß stellen. Die ÖBB empfahlen Fahrgästen, nicht dringend notwendige Zugreisen zu verschieben, da mit verringerten Fahrgeschwindigkeiten und nennenswerten Verspätungen zu rechnen sei.
Im innerstädtischen Bereich kam es ebenfalls zu Betriebsstörungen. In Wien meldeten die Verkehrsbetriebe Schienenschäden an der Donaufelder Straße, woraufhin die Straßenbahnlinien 25, 26 und 27 umgeleitet oder im Schienenersatzverkehr mit Omnibussen bedient werden mussten. Der Automobilclub ÖAMTC wies darauf hin, dass die Wahrscheinlichkeit für Verformungen des Asphalts und sogenannte Blow-ups auf Betonstraßen bei derartigen Wetterlagen drastisch ansteigt, wobei ältere, bereits mehrfach geflickte Fahrbahndecken ein erhöhtes Schadensrisiko aufweisen.
Verkehrsexperten und Behörden mahnen die Verkehrsteilnehmer zu defensiver Fahrweise. Das plötzliche Aufbrechen von Fahrbahnen stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko bei hohen Geschwindigkeiten dar. Da die Instandsetzungsarbeiten unter vollem Verkehr und extremen äußeren Arbeitsbedingungen stattfinden, verzögern sich die Reparaturzeiten im Vergleich zu herkömmlichen Baustellen. Für die kommenden Tage wird eine Fortdauer der thermischen Belastung prognostiziert, weshalb Autofahrer mit weiteren kurzfristigen Tempolimits und Spurzusammenlegungen rechnen müssen.