Euronet-Bankomat (Foto: Jan Gruber).
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Bargeldversorgung im Ausland: Bank99 setzt auf Kooperation mit Euronet

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Die Nachfrage nach physischen Zahlungsmitteln ist in Österreich weiterhin auf einem stabilen Niveau, obwohl der Trend zu bargeldlosen Transaktionen zunimmt. Laut aktuellen Daten der Bank99, der Finanztochter der Österreichischen Post AG, wurden seit Oktober 2025 allein an den rund 250 konzerneigenen Geldautomaten des Instituts über 3,4 Millionen Abhebungen verzeichnet.

Das Gesamtvolumen dieser Transaktionen belief sich auf rund 466 Millionen Euro. Rechnet man die Barabhebungen an den Schaltern der Postfilialen und Postpartner hinzu, erhöht sich die Summe auf mehr als 600 Millionen Euro. Der Vorstand Markt der Bank99, Bernhard Hohenegger, begründet diese Zahlen mit der Notwendigkeit eines flächendeckenden Zugangs zu Bargeld abseits der Ballungsräume.

Um diesen Bedarf zu decken und gleichzeitig die Betriebskosten zu kontrollieren, nutzt das Institut das bestehende Vertriebsnetz der Österreichischen Post, das rund 1.700 Postfilialen und Postpartner umfasst. Diese Struktur ermöglicht es der Bank99, in ländlichen Regionen präsent zu bleiben, aus denen sich andere traditionelle Kreditinstitute im Zuge von Filialschließungen und Sparprogrammen zunehmend zurückziehen. Pünktlich zur Urlaubssaison im Juni 2026 weitete das Unternehmen zudem seine Reichweite im europäischen Ausland aus.

Durch eine Kooperation mit dem Geldautomatenbetreiber Euronet können Kunden des Instituts an rund 4.750 Geräten in Deutschland, Italien und Kroatien ohne zusätzliche Fremdgebühren Bargeld abheben, sofern dies den individuellen Limit- und Kontomodellvereinbarungen entspricht.

Finanzanalysten betrachten die Fokussierung auf das Bargeldgeschäft und die Ausweitung von Automatenkooperationen im Ausland jedoch mit einer gewissen Skepsis. Während das Abheben an Euronet-Automaten für die Endkunden als gebührenfrei deklariert wird, entstehen im Hintergrund erhebliche Interbankengebühren, die von der Bank99 an den Betreiber abgeführt werden müssen.

Da Euronet als unabhängiger Drittanbieter für seine tendenziell höheren Abwicklungsentgelte bekannt ist, könnte dieses Angebot bei intensiver Nutzung durch Reisende die Margen im ohnehin umkämpften Retail-Banking-Sektor belasten. Zudem fordern Verbraucherschützer bei Drittanbieter-Automaten im Ausland erhöhte Aufmerksamkeit bezüglich potenzieller Wechselkursaufschläge bei Konten, die nicht in Euro geführt werden.

Kritiker weisen zudem darauf hin, dass die physische Infrastruktur über Postpartner und ländliche Filialen ein zweischneidiges Schwert bleibt. Zwar sichert dieses Modell die Grundversorgung der Bevölkerung mit Finanzdienstleistungen, doch die Servicequalität bei Postpartnern – oft Tankstellen oder Lebensmittelläden – erreicht nicht immer das Niveau einer klassischen Bankfiliale mit geschultem Fachpersonal.

Der Erhalt eines so engmaschigen Netzes bindet erhebliche personelle und finanzielle Ressourcen, die im digitalen Ausbau fehlen könnten. Angesichts der europäischen Tendenz zur Digitalisierung des Zahlungsverkehrs bleibt abzuwarten, wie lange die Strategie einer stark bargeld- und flächenorientierten Positionierung im Wettbewerb mit reinen Direktbanken wirtschaftlich tragfähig ist.

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