Airbus A330neo (Foto: Fabian Joy/Unsplash).
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Bieterstreit um TAP Air Portugal: Lufthansa und Air France-KLM konkurrieren um Minderheitsbeteiligung

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Im laufenden Teilprivatisierungsverfahren der portugiesischen Nationalfluggesellschaft TAP Air Portugal zeichnet sich eine Entscheidung ab. Der Vorstandsvorsitzende der Lufthansa Group, Carsten Spohr, unterstrich anlässlich der Grundsteinlegung eines neuen Triebwerkswartungswerks der Lufthansa Technik im nordportugiesischen Santa Maria da Feira das nach wie vor ausgeprägte Interesse seines Konzerns an einer Minderheitsbeteiligung.

Der portugiesische Staat beabsichtigt, einen Anteil von 44,9 Prozent an der Fluggesellschaft an einen Großinvestor aus der Luftfahrtbranche zu veräußern. Weitere fünf Prozent der Anteile sind für die Belegschaft reserviert, womit der Staat zunächst eine knappe Mehrheit von 50,1 Prozent behält. Neben der deutschen Lufthansa befindet sich die französisch-niederländische Holding Air France-KLM im engeren Auswahlverfahren, während die British-Airways-Mutter IAG von einer Offerte Abstand genommen hat.

Die portugiesische Regierung stufte die vorliegenden unverbindlichen Angebote der beiden verbliebenen europäischen Luftfahrtkonzerne als inhaltlich und finanziell weitgehend gleichwertig ein. Beide Konsortien wurden aufgefordert, bis Ende Juli 2026 verbindliche Gebote einzureichen. Nach Angaben des portugiesischen Infrastrukturministers Miguel Pinto Luz soll der künftige Partner bereits im September 2026 ausgewählt werden und ein unmittelbares Mitspracherecht in der Geschäftsführung erhalten, obgleich die formelle Kapitalübertragung aufgrund komplexer wettbewerbsrechtlicher Prüfverfahren der Europäischen Union frühestens für den Sommer 2027 erwartet wird. Im Zentrum des Interesses stehen die wertvollen Start- und Landerechte (Slots) der TAP am Drehkreuz Lissabon, die weitreichende Verbindungen nach Südamerika – insbesondere Brasilien – sowie in die USA und in das portugiesischsprachige Afrika ermöglichen.

Branchenanalysten betrachten das Expansionsvorhaben der Lufthansa jedoch mit einer gewissen Skepsis. Der deutsche Luftfahrtkonzern befindet sich nach der Übernahme von Swiss, Austrian Airlines, Brussels Airlines und dem jüngsten Einstieg bei der italienischen ITA Airways in einer Phase intensiver personeller und operativer Integration. Eine erneute Großinvestition in ein südeuropäisches Staatsunternehmen birgt erhebliche finanzielle Risiken, zumal die TAP Air Portugal in der Vergangenheit wiederholt strukturelle Verluste verzeichnete und im Jahr 2020 im Zuge der Pandemiekrise mit staatlichen Milliardenhilfen rekapitalisiert werden musste. Kritiker bezweifeln, ob die prognostizierten Netzwerksynergien die hohen Integrationskosten und den potenziellen politischen Einfluss der portugiesischen Regierung im operativen Geschäft aufwiegen können.

Zusätzlich weisen Marktbeobachter auf die logistischen Hürden am Heimatflughafen Lissabon-Humberto Delgado hin, der seit Jahren an seiner absoluten Kapazitätsgrenze operiert. Der geplante Ausbau der Infrastruktur und der langwierige politische Prozess um einen Flughafen-Neubau belasten die Entwicklungsperspektiven der Fluggesellschaft erheblich. Sollte die Lufthansa den Zuschlag erhalten, steht sie vor der Aufgabe, erhebliche Mittel in die Modernisierung der Flotte und in die Bodenabwicklung zu investieren, während gleichzeitig Air France-KLM versucht, den strategisch wichtigen Markt nach Südamerika über das eigene Drehkreuz in Paris abzusichern. Das finale Angebot im Juli wird somit maßgeblich davon abhängen, wie die Bieter das regulatorische Umfeld und die Wachstumsschranken in Portugal einpreisen.

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