Die BHS Aviation Group, ein auf Geschäftsflüge und Hubschrauberdienstleistungen spezialisiertes Luftfahrtunternehmen, hat ihre regulatorische Struktur im Bereich des gewerblichen Flugbetriebs neu geordnet.
Das Unternehmen hat sein Luftverkehrsbetreiberzeugnis (Air Operator Certificate, AOC) für den gewerblichen Betrieb von Flächenflugzeugen vollständig auf die Bundesrepublik Deutschland übertragen. Die Genehmigung wurde nach Angaben des Unternehmens offiziell durch das zuständige Luftfahrt-Bundesamt (LBA) in Braunschweig erteilt. Durch diesen Schritt werden der Betrieb der Hubschrauberflotte sowie das Segment der Flächenflugzeuge organisatorisch zusammengeführt und unterstehen fortan einer einheitlichen deutschen Aufsichtsbehörde.
Zuvor war die Genehmigung für den Betrieb der Flächenflugzeuge über ausländische Tochterstrukturen im europäischen Ausland registriert, was in der Business-Aviation-Branche zur Optimierung von Steuer- und Verwaltungsabläufen ein gängiges Verfahren darstellt. Die BHS Aviation Group betreibt unter anderem Standorte in Bamberg sowie am Flughafen Zürich, wo die Schweizer Tochtergesellschaft BHS Aviation AG als eigenständiges Luftfahrtunternehmen agiert. Die Konsolidierung der Zertifikate unter deutschem Recht zielt darauf ab, die administrativen Prozesse zu vereinfachen, da parallele Audits und getrennte Überwachungsverfahren durch unterschiedliche europäische Luftfahrtbehörden erhebliche personelle und finanzielle Ressourcen binden.
Branchenanalysten betrachten den Wechsel zu einer rein deutschen Betriebsgenehmigung im Segment der Executive-Fliegerei mit gemischten Gefühlen. Das Luftfahrt-Bundesamt gilt im europäischen Vergleich als Behörde mit sehr strengen Zertifizierungsauflagen und langwierigen bürokratischen Bearbeitungszeiten. Die Verlagerung des Flugbetriebs nach Deutschland stellt für Unternehmen eine betriebliche Herausforderung dar, da sämtliche Betriebshandbücher, Pilotenlizenzen und Wartungsdokumente an die nationalen Auslegungen der EASA-Richtlinien angepasst werden müssen. Die Zusammenführung signalisiert zwar operative Straffung, erfordert jedoch eine solide Kapitalbasis, um die Übergangsphase ohne Ausfälle im täglichen Chartergeschäft zu bewältigen.
Wirtschaftsbeobachter weisen zudem darauf hin, dass der Markt für Bedarfsluftfahrtunternehmen (Executive Charter) in Deutschland stark fragmentiert und hart umkämpft ist. Kleine und mittelgroße Flottenbetreiber stehen unter erheblichem Kostendruck durch internationale Großanbieter, die Skaleneffekte beim Einkauf von Kerosin und bei der Flugzeugwartung nutzen können. Ob die administrative Zusammenlegung der Hubschrauber- und Flugzeugsparten bei BHS Aviation ausreicht, um langfristige Wettbewerbsvorteile im preissensiblen Segment der Geschäftsreisen zu erzielen, bleibt abzuwarten, da die reinen Flugbetriebskosten am Standort Deutschland im europäischen Vergleich hoch bleiben.