Die Betreibergesellschaft des Flughafens Berlin Brandenburg (BER) bereitet sich auf ein massives Passagieraufkommen während der bevorstehenden Sommerferien vor. Für den Zeitraum vom 8. Juli bis zum 23. August 2026 prognostiziert die Flughafengesellschaft rund 3,7 Millionen Fluggäste, was in etwa dem Niveau des Vorjahres entspricht. Allein in den ersten fünf Ferientagen wird mit rund 400.000 Reisenden gerechnet.
Als verkehrsreichste Tage gelten der Auftaktfreitag am 10. Juli sowie das finale Ferienwochenende am 21. und 23. August, an denen jeweils bis zu 90.000 Passagiere pro Tag die Terminals passieren sollen. Die verkehrsstärksten Fluggesellschaften am Standort sind easyJet, Ryanair und Eurowings.
Branchenanalysten verweisen darauf, dass insbesondere Wizz Air und Eurowings ihre Kapazitäten am BER im Vergleich zum Vorjahr drastisch ausgeweitet haben. Wizz Air steuert mittlerweile zwölf Ziele an und hat die Gesamtkapazität um über 90 Prozent erhöht, während Eurowings zwei zusätzliche Maschinen fest in Schönefeld stationiert hat. Neben der Verdichtung des Kurz- und Mittelstreckennetzes in Richtung Spanien, Türkei und Griechenland wird im Sommerflugplan auch das transatlantische Segment bedient: Air Canada nimmt eine neue Verbindung nach Montréal auf, während Air Transat, Delta Air Lines und United Airlines Ziele in den USA und Kanada anfliegen.
Die Bewältigung dieser Passagiermassen gilt in der Fachwelt als operativer Prüfstein für die Flughafeninfrastruktur. Zwar verweist das Management auf technische Optimierungen wie 120 Self-Service-Automaten zur Gepäckaufgabe, rund 1.300 neue USB-Ladepunkte an den Gates sowie moderne CT-Scanner in ausgewählten Kontrollbereichen, die das Auspacken von Flüssigkeiten erübrigen. Dennoch warnen Luftfahrtexperten vor punktuellen Engpässen. Ein wesentlicher Verzögerungsfaktor ist die europäische Einführung des neuen Ein- und Ausreiseverfahrens European Entry/Exit-System (EES) für Nicht-EU-Bürger, das an den Grenzkontrollschaltern zu erheblichem logistischem Mehraufwand und Wartezeiten führen kann.
Zusätzliche Komplikationen zeichnen sich bei der Verkehrsanbindung ab. Ausgerechnet im Hauptreisemonat August blockieren Bauarbeiten der Deutschen Bahn das Schienennetz. Vom 18. bis zum 31. August 2026 ist die wichtige S-Bahn-Strecke zwischen Schöneweide und Treptower Park gesperrt, sodass Passagiere auf Schienenersatzverkehr mit Bussen oder den Regionalverkehr (FEX) ausweichen müssen. Wirtschaftskritiker bemängeln in diesem Zusammenhang die mangelnde Abstimmung zwischen den staatlichen Infrastrukturbetreibern, da Baustellen auf den Hauptanreiserouten inmitten der ohnehin sensiblen Ferienrückreisewelle das logistische Risiko für Fluggäste unkalkulierbar erhöhen.