Zwei historische Flugzeuge aus der Epoche des Zweiten Weltkriegs werden über ein US-amerikanisches Auktionshaus zum Verkauf angeboten. Wie das Unternehmen Icon Global am 30. Juni 2026 bekannt gab, handelt es sich bei den Objekten um eine original deutsche Messerschmitt Bf 109 E-1 sowie eine spanische Hispano Aviación HA-1112-M4L „Buchón“. Beide Maschinen stammen aus einer australischen Privatsammlung und werden im Rahmen eines geschlossenen Gebotsverfahrens veräußert.
Während sich das deutsche Jagdflugzeug derzeit im Biggin Hill Heritage Hangar in Großbritannien befindet, ist der spanische Lizenzbau auf dem britischen Sywell Aerodrome untergebracht. Die Flugzeuge können entweder gemeinsam oder in getrennten Transaktionen erworben werden.
Die zum Verkauf stehende Messerschmitt Bf 109 E-1 mit der Werknummer 3579 weist eine dokumentierte Einsatzgeschichte bei der deutschen Luftwaffe auf. Aufzeichnungen belegen Luftkämpfe während der sogenannten Luftschlacht um England im Jahr 1940 sowie spätere Einsätze an der Ostfront, bei denen die Maschine im August 1942 in Russland abstürzte. Nach einer aufwendigen Restaurierung, bei der auch der originale Daimler-Benz-Motor in Deutschland überholt wurde, soll das Flugzeug nach behördlicher Zertifizierung wieder voll flugfähig sein. Das zweite angebotene Flugzeug, die Hispano HA-1112-M4L mit der Kennung „Red 11“, ist ein zweisitziger spanischer Nachkriegslizenzbau, der mit einem Rolls-Royce-Merlin-Motor ausgestattet ist und 1968 als Requisite im bekannten Spielfilm „Luftschlacht um England“ genutzt wurde.
Militärhistoriker und Marktanalysten betrachten den Verkauf solcher Sachgüter mit gemischten Gefühlen. Der Markt für sogenannte „Warbirds“ – restaurierte Militärflugzeuge des vergangenen Jahrhunderts – ist durch ein geringes Angebot und eine exklusive Gruppe von Sammlern geprägt. Da weltweit nur noch sehr wenige originale Exemplare der Messerschmitt-Baureihe existieren, erzielen flugfähige oder restaurierte Modelle regelmäig Summen im siebenstelligen Bereich. Kritiker bemängeln in diesem Kontext häufig, dass wertvolles technisches Kulturgut durch den Verkauf an private Sammler der Öffentlichkeit und der zeithistorischen Forschung entzogen wird, da die Maschinen oft in nicht zugänglichen Hangars verschwinden.
Zudem birgt die Wiederherstellung der Flugfähigkeit von historischen Kampfflugzeugen erhebliche technische und finanzielle Risiken. Die Beschaffung von Originalersatzteilen für Triebwerke wie den Daimler-Benz DB 601 ist extrem schwierig und erfordert kostspielige Sonderanfertigungen. Der Flugbetrieb solcher Oldtimer unterliegt zudem strengen Auflagen der jeweiligen Luftfahrtbehörden, da Materialermüdung bei jahrzehntealten Flugzellen ein Sicherheitsrisiko darstellt. Ob die angebotene Messerschmitt tatsächlich dauerhaft im Flugbetrieb gehalten werden kann oder letztlich doch als stationäres Exponat endet, hängt maßgeblich von den finanziellen Ressourcen und der Zielsetzung des zukünftigen Eigentümers ab.