Airbus A320 (Foto: Flughafen Köln/Bonn).
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Passagierflugzeug nach Tel Aviv nach fehlerhafter Transponder-Aktivierung nach Bulgarien umgeleitet

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Ein schwerwiegender Zwischenfall im europäischen Luftraum hat den Linienflug LO155 der polnischen Fluggesellschaft LOT von Warschau nach Tel Aviv erheblich beeinträchtigt und koordinierte Abfangmanöver mehrerer Luftstreitkräfte ausgelöst.

Die von der bulgarischen Chartergesellschaft Electra Airways im Auftrag von LOT durchgeführte Verbindung löste während des Fluges ein internationales Sicherheitsprotokoll aus, nachdem über den Transponder der Maschine der internationale Notrufcode für eine Flugzeugentführung übermittelt worden war. Der Vorfall, der sich im Luftraum über Osteuropa und dem östlichen Mittelmeer abspielte, führte zur Alarmierung und zum Aufstieg von Kampfjets aus Bulgarien, der Türkei und Israel. Obwohl die Besatzung den Irrtum im späteren Verlauf aufklärte, zwangen die strengen Sicherheitsvorschriften die Maschine zu einer Kursänderung und einer außerplanmäßigen Landung im bulgarischen Burgas. Erst nach intensiven Überprüfungen der Passagiere und des Fluggeräts durch die dortigen Sicherheitsbehörden konnte der Flug mit einer Verzögerung von mehr als zehn Stunden fortgesetzt werden.

Der Verlauf des Fluges und das Auslösen des Entführungsalarms

Der Linienflug LO155 startete am Chopin-Flughafen in Warschau, dem primären Drehkreuz der polnischen Fluggesellschaft LOT, bereits mit einer anfänglichen Verspätung von rund einer Stunde. Die Route sollte die Passagiere plangemäß zum Ben-Gurion-Flughafen in Tel Aviv führen. Zum Einsatz kam ein Flugzeug des Typs Airbus A320-200 mit dem Luftfahrzeugkennzeichen LZ-EAB, das von der bulgarischen Partnergesellschaft Electra Airways mitsamt Besatzung für diesen Flug gemietet worden war. Bei dem betroffenen Fluggerät handelt es sich um eine ältere Maschine aus den frühen 1990er Jahren, die mit einer Standardbestuhlung für die Economy-Klasse operiert.

Die Komplikationen begannen, als das Flugzeug den bulgarischen Luftraum passierte. Zu diesem Zeitpunkt übermittelte das Bordgerät des Flugzeugs den vierstelligen Transpondercode 7500. Dieser Code ist in der internationalen zivilen Luftfahrt exklusiv für die Anzeige einer unrechtmäßigen Interferenz, mithin einer Flugzeugentführung oder Geiselnahme an Bord, reserviert. Parallel dazu kam es zu einer zeitweisen Unterbrechung des regulären Funkkontakts zwischen den Piloten und der zuständigen Luftverkehrskontrolle. Gemäß den behördlichen Berichten wurde dieser Alarm im weiteren Flugverlauf, insbesondere nach dem Verlassen des türkischen Luftraums, ein zweites Mal registriert, was die Dringlichkeit der Lage für die nationalen Sicherheitszentren drastisch verschärfte.

Die militärische Reaktion und die Eskalation im Luftraum

Das Aussenden des Entführungscodes leitete umgehend standardisierte Verteidigungsmaßnahmen der betroffenen Staaten ein. Im Rahmen der Nato-Luftraumüberwachung stiegen bulgarische Kampfjets vom Typ MiG-29 auf, um das Passagierflugzeug abzufangen und visuell zu überprüfen. Beim Eintritt in den türkischen Luftraum übernahm die türkische Luftwaffe das Mandat. Das Ministerium für Transport und Infrastruktur der Türkei bestätigte, dass zwei F-16-Kampfflugzeuge gestartet wurden, die den Airbus über den gesamten Korridor hinweg eskortierten. Obwohl die Piloten der Electra Airways den türkischen Fluglotsen mündlich mitteilten, dass keine anormale Situation an Bord vorliege, blieben die militärischen Abfangmaßnahmen aufrecht, da das Signal auf dem Radarschirm weiterhin aktiv war.

Nach dem Verlassen des türkischen Luftraums setzte die Maschine ihren Weg in Richtung Süden über das Mittelmeer fort. Als das Flugzeug die Region südwestlich von Zypern erreichte und sich dem israelischen Luftraum näherte, stiegen auch zwei Kampfflugzeuge der israelischen Streitkräfte auf. Da zu diesem Zeitpunkt der Funkkontakt erneut instabil war, stuften die israelischen Behörden den Flug als potenzielles Sicherheitsrisiko für das Staatsgebiet ein. Kurz darauf gelang es jedoch, die Kommunikation vollständig zu stabilisieren. Die Fluggesellschaft LOT erklärte später, dass die Übermittlung des Notrufs auf einer unbeabsichtigten und fehlerhaften Aktivierung des Sicherheitssystems im Cockpit basierte. Der Sprecher der Fluggesellschaft, Krzysztof Moczulski, verwies auf eine fehlerhafte Konfiguration des Transponders und sprach von einem menschlichen Fehler, der im Rahmen einer Untersuchung detailliert analysiert werden müsse.

Die Umleitung nach Burgas und die Sicherheitsüberprüfung am Boden

Trotz der mündlichen Entwarnung durch die Cockpitbesatzung untersagten die Behörden die direkte Fortsetzung des Fluges nach Tel Aviv, solange der Vorfall nicht physisch aufgeklärt war. In Abstimmung zwischen den Luftfahrtsicherheitsbehörden der Region wurde entschieden, das Flugzeug nach Norden umzuleiten. Die Maschine drehte über dem Mittelmeer ab und steuerte den Flughafen der bulgarischen Küstenstadt Burgas an. Während des Rückflugs wurde der Airbus erneut von Militärflugzeugen begleitet. Die Landung erfolgte am späten Nachmittag auf einer abgesperrten Position des Flughafens Burgas, fernab der zentralen Terminalinfrastruktur.

Nach dem Aufsetzen auf der Landebahn griffen die lokalen Notfallprotokolle. Die bulgarische Polizei und Spezialkräfte der Grenzsicherung riegelten das Flugzeug ab. Sämtliche Passagiere mussten die Maschine unter strengen Sicherheitsauflagen verlassen und wurden einer eingehenden Personenkontrolle unterzogen. Ihr Handgepäck sowie die Kabine des Airbus wurden von Bombenspürhunden und Sicherheitsbeamten durchsucht, um jede verbleibende Gefährdung zweifelsfrei auszuschließen. Die Fluggäste wurden während dieser Prozedur in einem separaten Wartebereich des Flughafens festgehalten und von Vertretern der Fluggesellschaft über den Fortgang informiert. In einer schriftlichen Mitteilung entschuldigte sich LOT bei den Kunden und bezeichnete den Vorfall als ein außergewöhnliches operatives Ereignis, betonte jedoch, dass das Einhalten der Sicherheitsverfahren oberste Priorität besitze.

Logistische Folgewirkungen und die Rückkehr in den Flugbetrieb

Erst nachdem die bulgarischen Behörden die offizielle Freigabe erteilt hatten, durfte die Besatzung den Flug fortsetzen. Aufgrund der langwierigen Kontrollen und der einzuhaltenden gesetzlichen Ruhezeiten der Besatzung verzögerte sich der Weiterflug bis um Mitternacht. Der Airbus hob schließlich in Burgas ab und erreichte den Ben-Gurion-Flughafen in Tel Aviv in den frühen Morgenstunden des Folgetages. Die Gesamtverzögerung für die Passagiere des Hinflugs belief sich auf knapp zehneinhalb Stunden gegenüber der ursprünglichen Planung.

Diese massive Verspätung hatte unmittelbare Kaskadeneffekte auf den Rückflug nach Warschau. Der geplante Rückflug, der eigentlich am Vorabend in Polen hätte landen sollen, konnte erst weit nach Mitternacht in Israel starten. Die Maschine erreichte Warschau am frühen Morgen mit einer identischen Verspätung von zehneinhalb Stunden. Für die Fluggesellschaft bedeutete der Vorfall nicht nur erhebliche Mehrkosten durch zusätzliche Lande- und Abfertigungsgebühren in Burgas sowie den erhöhten Treibstoffverbrauch durch die Umwege, sondern auch potenzielle Entschädigungsforderungen der Passagiere nach der europäischen Fluggastrechteverordnung, sofern kein technischer Defekt höherer Gewalt nachgewiesen werden kann. Ungeachtet des Zwischenfalls wurde das Flugzeug nach einer kurzen technischen Überprüfung bereits am darauffolgenden Tag wieder auf der regulären Route von Warschau nach Tel Aviv eingesetzt, wobei der Flug erneut mit einer leichten, aber im normalen Rahmen liegenden Verzögerung abgewickelt wurde.

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