Winglet Boeing 737-Max-200 (Foto: Jan Gruber).
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Störungen im regionalen Flugverkehr nach Zwischenfällen am Flughafen Nantes-Atlantique

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Eine Kette von fliegerischen Zwischenfällen hat am 6. Juli 2026 zu einer mehrstündigen Sperrung des Verkehrsflughafens Nantes-Atlantique im Westen Frankreichs geführt und den regionalen Luftverkehr erheblich beeinträchtigt. Nach dem Startunfall einer Regionalmaschine der Fluggesellschaft Iberia, bei dem Trümmerteile auf der einzigen Start- und Landebahn des Aufnahmeflughafens verstreut wurden, mussten mehrere ankommende Flugzeuge umgeleitet werden. In diesem Zusammenhang geriet eine Passagiermaschine der Gesellschaft Ryanair in einen kritischen Treibstoffengpass.

Die Piloten des Typs Boeing 737-800 sahen sich gezwungen, während des Ausweichflugs zum rund 240 Kilometer entfernten Flughafen Brest Bretagne einen Luftnotfall zu deklarieren, um eine bevorzugte Landung zu erwirken. Der Vorfall wirft erneut Fragen bezüglich der operationellen Anfälligkeit von Verkehrsflughäfen auf, die lediglich über eine einzige Piste für den kommerziellen Betrieb verfügen. Zudem reiht sich das Geschehen in eine Serie von technischen Vorfällen an diesem Standort ein, da bereits wenige Tage zuvor ein Frachtflugzeug eine Notlage auslöste.

Startunfall führt zu sofortiger Pistensperrung

Der Auslöser der operationellen Krise ereignete sich am frühen Abend des 6. Juli 2026 auf dem Flughafen Nantes-Atlantique. Eine vom Tochterunternehmen Air Nostrum für Iberia betriebene Regionalmaschine des Typs Mitsubishi CRJ-1000 befand sich auf dem Flug IB1222 mit dem Ziel Madrid-Barajas. Während des Startlaufs bei voller Schubkraft kam es zu einem Reifenplatzer. Durch die Wucht der Karkassenauflösung wurden Trümmerteile, in der Fachsprache als Foreign Object Debris bezeichnet, in eines der beiden Hecktriebwerke gesaugt. Dies führte zu einem sofortigen Triebwerksschaden, woraufhin die Besatzung das betroffene Aggregat noch während des Abhebens abschalten musste.

Obwohl die zweimotorige Maschine sicher an Höhe gewinnen konnte, war eine sofortige Rückkehr zum Ausgangspunkt unvermeidbar. Die Piloten flogen eine Platzrunde und landeten das beschädigte Flugzeug kurze Zeit später wieder in Nantes. Die Landung verlief ohne Personenschäden, und die Maschine konnte aus eigener Kraft zu einer Parkposition rollen, wo sie von den alarmierten Rettungskräften gesichert wurde. Die Passagiere wurden evakuiert und in umliegenden Hotels untergebracht. Die Landung hinterließ jedoch erhebliche Mengen an Gummi- und Metallresten auf der Piste, was eine sofortige und vollständige Sperrung des Flugplatzes für jeglichen weiteren Flugbetrieb nach sich zog.

Treibstoffengpass im Wartesektor

Die Sperrung der Piste traf die Besatzung des Ryanair-Fluges FR5448 unvorbereitet. Die aus Sevilla kommende Boeing 737-800 befand sich gegen 19:00 Uhr im Endanflug auf die Landebahn 21 in Nantes, als der Tower den Landeversuch abbrach. Die Piloten leiteten ein Durchstartmanöver ein und stiegen zunächst auf eine Höhe von 7.000 Fuß. Aufgrund der unklaren Situation auf der Piste wies die Luftverkehrskontrolle das Flugzeug an, in einer Warteschleife auf 4.000 Fuß zu verharren. Da Nantes-Atlantique über keine Parallelbahn verfügt, gab es keine Möglichkeit, den Anflug fortzusetzen, solange die Trümmerbeseitigung und die Inspektion der Asphaltfläche andauerten.

Während des Verweilens in der Warteschleife zeichnete sich ab, dass die Räumung der Piste erhebliche Zeit in Anspruch nehmen würde. Aufgrund der verbleibenden Kerosinreserven entschied sich der Kapitän der Ryanair-Maschine für den Flug zum Ausweichflughafen Brest Bretagne im Nordwesten der Bretagne. Noch während des Steigflugs auf eine Transitflughöhe von 20.000 Fuß verringerten sich die Treibstoffreserven so weit, dass die Besatzung über den Transponder den internationalen Luftnotfallcode 7700 aktivierte. Durch diese Deklaration einer Luftnotlage wegen Treibstoffmangels erhielt der Flug in Koordination mit der Flugsicherung absolute Priorität vor dem restlichen Flugverkehr. Die Maschine landete schließlich nach einer Gesamtflugzeit von 2 Stunden und 40 Minuten sicher in Brest. Das betroffene Flugzeug mit der Registrierung EI-EBK wird seit seiner Auslieferung im Jahr 2009 von der Fluggesellschaft betrieben und wies zum Zeitpunkt des Vorfalls keine technischen Mängel auf.

Kaskadeneffekte auf den europäischen Flugplan

Die Sperrung der Start- und Landebahn dauerte insgesamt vier Stunden an. Die Bodencrews des Flughafens benötigten bis 20:30 Uhr, um die Trümmerteile der Iberia-Maschine vollständig zu entfernen. Im Anschluss war eine umfassende Sicherheitsinspektion des Asphalts erforderlich, um Schäden an der Infrastruktur auszuschließen. Erst um 23:00 Uhr Ortszeit konnte der normale Flugbetrieb wieder aufgenommen werden.

Diese mehrstündige Unterbrechung führte zu erheblichen Kaskadeneffekten im regionalen und internationalen Flugplan. Fünf weitere Anflüge auf Nantes mussten gestrichen werden, darunter Verbindungen aus London, Genf, Nizza, Toulouse, Porto und Lyon. Auf der Abflugseite fielen sechs Verbindungen ersatzlos aus. Zudem kam es bei zahlreichen Abendflügen aus Berlin, Montpellier und Amsterdam zu beträchtlichen Verspätungen, da die Maschinen ihre Zielflughäfen vor der Sperrung nicht mehr erreichen konnten. Die ökonomischen Folgen für die Fluggesellschaften durch Umleitungen, Hotelunterbringungen und Flugstreichungen sind beträchtlich und verdeutlichen das logistische Risiko, das mit dem Betrieb von Ein-Pisten-Flughäfen bei unvorhergesehenen Notlagen verbunden ist.

Wiederholte Zwischenfälle am Standort Nantes

Das logistische Chaos vom 6. Juli 2026 folgt auf einen weiteren gravierenden Vorfall, der sich erst wenige Tage zuvor am selben Flughafen ereignete. Am Abend des 3. Juli 2026 geriet ein Airbus A321-Frachtflugzeug der Post- und Logistikgesellschaft DHL kurz nach dem Start mit dem Ziel Leipzig in eine Notlage. Das Fahrwerk der Maschine ließ sich nach dem Abheben nicht einfahren und verblieb in einer blockierten, geöffneten Position.

Aufgrund des erhöhten Luftwiderstands und der Unmöglichkeit, den Flug nach Deutschland fortzusetzen, musste die Maschine über anderthalb Stunden in geringer Höhe über der Region kreisen, um Treibstoff zu verbrennen und das zulässige Landegewicht zu erreichen. Die französische Luftwaffe sah sich veranlasst, einen Kampfjet des Typs Mirage 2000 zur optischen Inspektion des blockierten Fahrwerks im Flug hinzuzuziehen. Der laute Triebwerkslärm der tief fliegenden Maschinen führte zu Beunruhigungen in der lokalen Bevölkerung. Die Frachtmaschine konnte schließlich gegen 23:30 Uhr sicher in Nantes landen. Die Häufung technischer Notlagen innerhalb einer Woche hat eine Debatte unter Luftfahrtanalysten über die Betriebsführung und die Sicherheitsreserven an regionalen Knotenpunkten entfacht.

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