de Havilland Dash 8-400 (Foto: Oliver Sorg).
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Norwegian Group meldet gestiegene Passagierzahlen bei sinkender Auslastung

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Die norwegische Luftfahrtgruppe Norwegian Group, zu der die Fluggesellschaften Norwegian und der Regionalflieger Widerøe gehören, hat ihre Verkehrszahlen für den Monat Juni 2026 vorgelegt. Insgesamt beförderte die Unternehmensgruppe im Berichtsmonat rund 2,8 Millionen Passagiere.

Davon entfielen 2,4 Millionen Fluggäste auf die Kernmarke Norwegian, während die Tochtergesellschaft Widerøe 404.000 Fluggäste transportierte. Konzernchef Geir Karlsen bezeichnete die Nachfrage nach Urlaubsreisen für die anstehende Sommerperiode als stabil und verwies auf eine hohe Buchungsintensität für Destinationen in Südeuropa sowie für nordische Reiseziele.

Bei einer detaillierten Betrachtung der operativen Kennzahlen der Kernmarke Norwegian zeigt sich jedoch ein ambivalentes Bild. Die Fluggesellschaft weitete ihr angebotenes Sitzladekapazitätsvolumen im Vergleich zum Vorjahresmonat um acht Prozent aus, indem sie eine Flotte von durchschnittlich 93 Flugzeugen betrieb. Diese Kapazitätserhöhung ging jedoch mit einem deutlichen Rückgang des Sitzladefaktors einher. Die Auslastung sank um 4,8 Prozentpunkte im Vergleich zum Juni 2025 und lag bei 83,6 Prozent. Die operative Zuverlässigkeit der Fluglinie blieb mit einer Regularitätsrate von 99,3 Prozent auf einem hohen Niveau, was auf stabile Abfertigungsprozesse an den skandinavischen Basen hindeutet.

Die regionale Tochtergesellschaft Widerøe, die seit der Übernahme durch die Norwegian-Gruppe im Jahr 2024 enger in das Gesamtnetzwerk integriert ist, steigerte ihre Kapazität im Vorjahresvergleich um sieben Prozent. Mit dem Überschreiten der Marke von 400.000 Passagieren in einem Einzelmonat verzeichnete der Regionalflieger ein historisches Volumenhoch, während der Ladefaktor bei 78,1 Prozent lag. Gleichzeitig verbesserte sich die Pünktlichkeitsrate auf 92,8 Prozent. Diese Werte spiegeln den anhaltenden Trend zu Reisen innerhalb Nordeuropas wider, da der Markt für regionale Kurzstreckenverbindungen in Norwegen durch staatlich regulierte Routen und den Inlandsverkehr gestützt wird.

Luftfahrtanalysten bewerten den Rückgang der Auslastung bei der Kernmarke Norwegian als Warnsignal für eine drohende Überkapazität im europäischen Luftraum. Der deutliche Verfall des Ladefaktors um fast fünf Prozentpunkte signalisiert, dass das Angebot schneller wächst als die tatsächliche Marktnachfrage, was Druck auf die Ticketpreise und die Rendite pro angebotenem Sitzkilometer ausüben dürfte. Während die Integration von Widerøe dem Konzern stabile Zubringerströme sichert, bleibt die Gruppe in den kommenden Monaten anfällig für den intensiven Wettbewerb durch europäische Billigflieger auf den Routen nach Südeuropa.

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