Die Führung der russischen Staatsfluggesellschaft Aeroflot beabsichtigt, dem Aufsichtsrat eine Dividendenzahlung für das abgeschlossene Geschäftsjahr 2025 vorzuschlagen. Konzernchef Sergej Alexandrowski gab dieses Vorhaben kürzlich in einem Interview mit dem Fernsehsender Rossija-24 bekannt.
Während konkrete Angaben zur exakten Höhe der Ausschüttung oder zum Zeitplan noch ausstehen, orientiert sich das Unternehmen grundsätzlich an einer stabilen Dividendenpolitik. Für das vorangegangene Jahr 2024 hatte der Konzern bereits eine Dividende von 5,27 Rubel pro Aktie ausgezahlt, was einer Ausschüttungsquote von 50 Prozent des bereinigten Nettogewinns entsprach. Die Bestätigung einer erneuten Zahlung wird am Markt als Signal für eine finanzielle Konsolidierung des Unternehmens gewertet.
Die wirtschaftliche Lage von Aeroflot hat sich trotz der anhaltenden internationalen Sanktionen und der damit verbundenen Einschränkungen im Flugverkehr stabilisiert. Zusätzliche Analysen russischer Finanzexperten deuten darauf hin, dass der Konzern insbesondere durch eine starke Nachfrage im Inlandsgeschäft und den Ausbau von Verbindungen in befreundete Staaten wie China, die Türkei und die Vereinigten Arabischen Emirate profitiert hat. Die staatliche Unterstützung sowie die erfolgreiche Umstellung der Wartungsprozesse auf lokale Dienstleister und Komponenten aus Drittstaaten haben dazu beigetragen, die Betriebsfähigkeit der westlichen Flugzeugflotte aufrechtzuerhalten. Dies ermöglichte es dem Unternehmen, das Geschäftsjahr 2025 mit einem positiven Finanzergebnis abzuschließen.
Hinsichtlich der operativen Kennzahlen verzeichnete Aeroflot im Jahr 2025 ein Passagieraufkommen von insgesamt 55,3 Millionen Fluggästen, was einem minimalen Zuwachs von 0,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Alexandrowski bekräftigte, dass dieses Niveau im laufenden Jahr 2026 mindestens gehalten werden soll. Um dieses Ziel zu erreichen, setzt die Fluggesellschaft verstärkt auf die Integration russischer Flugzeugtypen wie der Suchoi Superjet 100 und der MS-21 in die Flotte der Tochtergesellschaften, während die Kernmarke Aeroflot weiterhin primär auf Langstrecken und prestigeträchtige Routen fokussiert bleibt. Die Auslastung der Maschinen konnte durch eine optimierte Netzplanung und dynamische Preisgestaltung auf einem hohen Niveau stabilisiert werden.
Trotz der angekündigten Dividende bleiben die Herausforderungen für den Konzern beträchtlich. Die steigenden Kosten für Ersatzteile über graue Importwege und die Volatilität des Rubels beeinflussen die Gewinnmargen. Dennoch unterstreicht die geplante Ausschüttung den Anspruch des Managements, die Attraktivität der Aktie für inländische Investoren zu erhöhen und Vertrauen in die langfristige Rentabilität des russischen Luftfahrtsektors zu schaffen. Die endgültige Entscheidung über die Dividende obliegt der Hauptversammlung, wobei die Zustimmung des russischen Staates als Mehrheitseigner als sicher gilt, da die Einnahmen zur Stärkung des Staatshaushalts beitragen.