Die belgische Fluggesellschaft Air Belgium hat einen maßgeblichen strategischen Wandel vollzogen und betreibt nun ausschließlich Frachtflüge. Nach dem Ausstieg aus dem Passagiermarkt hat das Unternehmen seine gesamte Airbus-Flotte außer Dienst gestellt, um sich künftig nur noch auf den Betrieb von zwei Boeing 747-8F Frachtern zu konzentrieren.
Über diese Veränderung berichtete zunächst das Portal Mobilithib. Diese Entscheidung markiert eine vollständige Neuausrichtung hin zu Fracht- und ACMI-Dienstleistungen (Aircraft, Crew, Maintenance, and Insurance), bei welchen Flugzeuge samt Besatzung, Wartung und Versicherung an andere Fluggesellschaften oder Logistikunternehmen verleast werden.
Die Umstrukturierung ist eine direkte Folge finanzieller Schwierigkeiten, die zur Einstellung des regulären Passagierflugbetriebes Ende 2023 führten. Mit der Außerdienststellung der beiden verbliebenen Airbus A330-200 Frachter sind nun die beiden Boeing 747-8F Maschinen das Herzstück des gestrafften Langstrecken-Frachtgeschäftes. Diese Flugzeuge werden in Partnerschaft mit dem chinesischen Logistikunternehmen Hongyuan Group betrieben. Die Boeing 747-8F ist eine modernisierte Version des bekannten „Jumbo Jets“, die speziell für den Gütertransport konzipiert wurde und eine hohe Ladekapazität sowie Reichweite besitzt.
Im April 2025 wurde Air Belgium im Rahmen eines gerichtlichen Liquidationsverfahrens vom französischen Logistikriesen CMA CGM übernommen. CMA CGM, ein global agierendes Containerreederei- und Logistikunternehmen, beabsichtigt, die Frachtoperationen der Airline auszubauen. Trotz des Eigentümerwechsels behält Air Belgium ihren belgischen Standort und ihren Markennamen bei, was auf eine Weiterführung der bisherigen Identität im Frachtsektor hindeutet.
Mit der Unterstützung von CMA CGM plant Air Belgium, ihre Frachtflotte und die ACMI-Dienstleistungen auszubauen. Damit soll die globale Nachfrage nach Luftfrachtkapazitäten optimal genutzt werden. Die Konsolidierung der Flotte auf einen einzigen Flugzeugtyp, der Boeing 747-8F, soll die betriebliche Effizienz erheblich steigern und Air Belgium als wettbewerbsfähigen Akteur in der europäischen Frachtluftfahrt positionieren. Dieser Schritt spiegelt einen breiteren Trend in der Luftfahrt wider, bei dem sich einige Fluggesellschaften aufgrund veränderter Marktbedingungen auf spezifische Nischen konzentrieren.