Die malaysische Billigfluggesellschaft AirAsia beabsichtigt weiterhin, im Juni 2026 ein neues Drehkreuz im Königreich Bahrain zu eröffnen. CEO Bo Lingam bestätigte auf einer aktuellen Pressekonferenz, dass die strategische Erweiterung wie geplant vorangetrieben wird, sofern sich die Sicherheitslage im Nahen Osten stabilisiert.
Die Fluggesellschaft hatte bereits im Februar angekündigt, ab dem 26. Juni eine neue Langstreckenverbindung von Kuala Lumpur über Bahrain nach London in den Flugplan aufzunehmen. Damit zielt das Unternehmen darauf ab, den Markt für kostengünstige Langstreckenflüge zwischen Südostasien und Europa wiederzubeleben, sieht sich jedoch mit erheblichen operativen Risiken konfrontiert.
Die geopolitischen Verwerfungen in der Region, insbesondere die jüngsten militärischen Auseinandersetzungen zwischen Israel, den USA und dem Iran, belasten den Luftverkehrssektor massiv. Der Konflikt führt zu weiträumigen Sperrungen des Luftraums, was die Routenplanung für die geplanten Verbindungen erschwert und Flugzeiten verlängert. Sollten die Kampfhandlungen über den Juni hinaus andauern, ließ Lingam offen, ob der Starttermin gehalten werden kann oder eine Verschiebung unumgänglich ist. Die Entscheidung hängt maßgeblich von der Versicherbarkeit der Flüge und der Sicherheit der Korridore über dem Persischen Golf ab.
Neben den sicherheitspolitischen Herausforderungen kämpft AirAsia mit einer drastischen Explosion der Betriebskosten. Die Kerosinpreise sind in einigen asiatischen Märkten auf bis zu 300 US-Dollar pro Barrel gestiegen, was die Airline zu massiven Preisanpassungen zwang. Die Treibstoffzuschläge wurden um rund 20 Prozent erhöht, während die Ticketpreise im Durchschnitt zwischen 31 und 40 Prozent anzogen. Erschwerend kommt hinzu, dass Länder wie Thailand und Vietnam aufgrund von Kraftstoffengpässen die Betankung von Flugzeugen limitieren, was die logistische Planung der gesamten Gruppe beeinträchtigt.
Trotz dieser Widrigkeiten und der Ankündigung von Co-Gründer Tony Fernandes, Kapazitäten bei unrentablen Strecken zu kürzen, bleibt die Reisenachfrage in Asien stabil. AirAsia plant, die Flotte der Tochtergesellschaft AirAsia X gezielt für die Expansion nach Westen einzusetzen, um die Marktanteile gegenüber den etablierten Golf-Airlines auszubauen. Das Drehkreuz in Bahrain gilt dabei als Schlüsselelement, um die geografische Distanz zwischen Malaysia und Großbritannien wirtschaftlich effizient zu überbrücken. Experten beobachten nun genau, ob die diplomatischen Bemühungen in der Region rechtzeitig zu einer Beruhigung führen, um den Flugbetrieb im Frühsommer aufzunehmen.