Der europäische Flugzeughersteller Airbus hat von der chinesischen Regierung die Genehmigung zur Auslieferung von 120 bereits bestellten Flugzeugen erhalten. Das Unternehmen unterzeichnete in Peking eine sogenannte General Terms of Agreement (GTA), die es Airbus erlaubt, Maschinen aus dem existierenden Auftragsbestand an chinesische Kunden zu liefern. Branchenüblich ist diese GTA-Vereinbarung die Standardprozedur chinesischer Kunden zur Freigabe von bereits vertraglich zugesicherten Lieferungen.
Obwohl die Genehmigung die Lieferungen von 120 Jets sichert, blieb ein mit Spannung erwarteter Großauftrag über mehrere hundert neue Flugzeuge vorerst aus. Airbus verhandelt seit mindestens 2024 über eine potenziell sehr große Neubestellung aus China. Zuletzt hatte der Besuch des französischen Präsidenten Emmanuel Macron in der vergangenen Woche die Hoffnungen auf einen Durchbruch bei einem solch großen Geschäft genährt; entsprechende Ankündigungen blieben jedoch aus.
China gilt als einer der wichtigsten und zugleich politisch sensibelsten Märkte für große Flugzeughersteller wie Airbus und Boeing. Branchenbeobachter weisen darauf hin, dass das Land in Zeiten geopolitischer Unsicherheit bei großen, politisch heiklen Aufträgen zögerlich agiert. Seit mehreren Jahren hat China keine größeren Bestellungen dieser Art mehr erteilt. Die jüngste GTA-Vereinbarung betrifft somit lediglich die Abarbeitung bestehender Aufträge, nicht aber eine Erweiterung des Auftragsbuchs. Die Genehmigung zur Auslieferung der 120 Flugzeuge ist für Airbus von operativer Bedeutung, da sie die termingerechte Übergabe der Jets ermöglicht. Die Flugzeughersteller warten jedoch weiterhin auf eine politische Entscheidung Pekings, die den Weg für weitere substanzielle Neubestellungen ebnen würde.