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Anhaltende Reiselust und steigende Nachfrage nach Mietwagen im Spätherbst 2025

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Die anhaltende Reiselust der Bevölkerung hat im November 2025 zu einer signifikanten Steigerung der Mietwagenbuchungen geführt, was auf eine aktive Nutzung des Spätherbstes für Reisen sowie eine vorausschauende Urlaubsplanung für das kommende Jahr hindeutet.

Eine aktuelle Marktanalyse des Mietwagenanbieters Sunny Cars belegt, dass die Zahl der Reservierungen das Niveau des Vorjahresmonats deutlich überschritten hat. Diese Entwicklung bestätigt die Resilienz des Reisemarktes und die Bereitschaft der Verbraucher, auch außerhalb der Hauptreisezeit in Mobilität am Urlaubsort zu investieren.

Die Analyse identifiziert Spanien als unangefochtenen Spitzenreiter unter den Zielgebieten für Mietwagenbuchungen. Gefolgt wird Spanien von Portugal, das einen bemerkenswerten Aufwärtstrend verzeichnet, und den Vereinigten Staaten von Amerika (USA), die sich als drittwichtigstes Zielland weiter etablieren. Die Nachfrage nach Mietfahrzeugen ist somit eng mit den beliebtesten Destinationen für sonnenreiche oder Fernreisen im November verbunden.

Regionale Präferenzen und Verschiebungen im Reiseverhalten

Die Dominanz Spaniens im Mietwagengeschäft unterstreicht dessen anhaltende Attraktivität als Reiseland im Spätherbst. Von den zahlreichen Buchungen in Spanien entfielen rund acht Prozent spezifisch auf die Kanarischen Inseln, was die Bedeutung dieser Destinationen als zuverlässige Wärmeinseln unterstreicht. Die Kanaren sind aufgrund ihrer geografischen Lage und des milden Klimas für Reisende aus Mitteleuropa besonders im November ein gefragtes Ziel.

Einen markanten Aufwärtstrend verzeichnete Portugal, das im Vergleich zum Vorjahresmonat vom dritten auf den zweiten Platz der beliebtesten Mietwagenziele vorrückte. Besonders stark war die Nachfrage in den Regionen um Faro, Lissabon und auf der Insel Madeira. Diese Entwicklung deutet auf eine steigende Beliebtheit des Landes als Ganzjahresreiseziel und als Alternative zu den traditionellen spanischen Küstenregionen hin.

Die USA belegen inzwischen den dritten Rang und gewinnen kontinuierlich an Bedeutung im Mietwagenmarkt. Der nordamerikanische Markt zeichnet sich durch längere Mietdauern und höhere Durchschnittspreise aus, was auf die größeren Entfernungen und die Notwendigkeit des Mietwagens als primäres Fortbewegungsmittel im Land zurückzuführen ist. Die Plätze vier und fünf der Rangliste belegten Italien und Griechenland, was ihre Rolle als wichtige europäische Reiseziele, die auch im Spätherbst noch nachgefragt werden, bestätigt.

Preisentwicklung und strukturelle Einflussfaktoren

Nachdem die Mietwagenpreise in den vorherigen Herbstmonaten noch relativ stabil waren, zogen sie im November wieder leicht an. Kunden zahlten im Durchschnitt rund 444 Euro pro Buchung bei einer durchschnittlichen Mietdauer von acht Tagen. Trotz dieses leichten Anstiegs im Vergleich zum Vormonat liegt das aktuelle Preisniveau noch unter dem des Vorjahres: Im November 2024 kostete eine Buchung im Schnitt noch etwa 468 Euro. Dies deutet auf eine relative Entspannung des Mietwagenmarktes im Vergleich zu den inflationsgetriebenen Preishochs des letzten Jahres hin.

Thorsten Lehmann, Geschäftsführer von Sunny Cars, erklärte den leichten Anstieg des Durchschnittspreises im November mit strukturellen Faktoren: Der steigende Anteil an USA-Buchungen beeinflusst den Gesamtdurchschnitt nach oben, da Reisen in den Vereinigten Staaten tendenziell längere Mietdauern aufweisen und höhere Kosten pro Transaktion generieren. Dies verschiebt die statistische Zusammensetzung des Warenkorbs und erhöht den rechnerischen Durchschnittspreis über alle Buchungen hinweg. Die Preisanalyse zeigt, dass der Gesamtmarkt zwar stabil ist, aber von der Verschiebung der Präferenzen hin zu teureren und längeren Fernreisen beeinflusst wird.

Frühbuchermentalität trifft auf Last-Minute-Nachfrage

Die geringen Durchschnittstemperaturen in Mitteleuropa, oft um die fünf Grad Celsius, waren ein klarer Anreiz für viele Reisende, noch einmal kurzfristig in wärmere Gefilde auszuweichen. Dies führte zu einer starken Last-Minute-Nachfrage: Rund 40 Prozent der gesamten Buchungen entfielen auf Mietzeiträume, die kurzfristig in den November und Dezember fielen. Diese hohe Quote von Kurzentschlossenen belegt die Flexibilität und die spontane Reisebereitschaft der Konsumenten.

Gleichzeitig beweist der Markt die Existenz einer starken Frühbucher-Mentalität: 60 Prozent der Kunden sicherten sich bereits im November ein Mietfahrzeug für das kommende Jahr 2026. Diese Buchungen verteilen sich gleichmäßig über die Monate Januar bis August 2026. Die hohe Quote an vorausschauender Planung ist ein Indikator für das Vertrauen der Konsumenten in die Stabilität ihrer Reisepläne und die Attraktivität der angebotenen Tarife.

Experten betonen den finanziellen und logistischen Vorteil des frühen Buchungsverhaltens. Frühbucher profitieren nicht nur von einer größeren Auswahl an Fahrzeugmodellen und -kategorien, sondern sichern sich in der Regel auch attraktivere Preise. In einem Markt, der in den Hochsaisonmonaten schnell Kapazitätsengpässe und damit verbundene Preisanstiege erleben kann, dient die Frühbuchung als strategisches Mittel zur Kostenoptimierung und zur Gewährleistung der Verfügbarkeit des gewünschten Fahrzeugs. Diese Mischung aus Last-Minute-Buchungen und vorausschauender Planung kennzeichnet die dynamische Nachfragestruktur des aktuellen Mietwagenmarktes.

Ausblick auf die Reisesaison 2026

Die Buchungsdaten des Spätherbstes signalisieren eine positive Erwartungshaltung für die Reisesaison 2026. Die starke Vorabbuchungsrate deutet auf eine robuste und gleichmäßige Nachfrageverteilung über das gesamte erste Halbjahr des nächsten Jahres hin.

Die anhaltende Beliebtheit der klassischen europäischen Destinationen in Kombination mit der zunehmenden Bedeutung von Fernreisezielen wie den USA wird die Angebotsplanung der Mietwagenanbieter in den kommenden Monaten maßgeblich bestimmen. Der Wettbewerb um attraktive Preise und eine breite Fahrzeugpalette wird voraussichtlich intensiv bleiben, um sowohl die spontane Nachfrage als auch die langfristigen Buchungsstrategien der Verbraucher bedienen zu können.

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