Die französische Tourismusagentur Atout France restrukturiert ihre Vertretungen in Mitteleuropa und verändert ihre Kommunikationsabläufe im deutschsprachigen Raum.
Seit dem 1. Juli 2026 dient die Niederlassung in Frankfurt am Main als zentraler Knotenpunkt für die Medien- und Öffentlichkeitsarbeit in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Im Zuge dieser Neuorganisation wurde der Standort in Wien personell reduziert. Medienanfragen aus Österreich und der Schweiz werden künftig primär vom Frankfurter Büro aus gesteuert und bearbeitet.
Laut Unternehmensangaben soll die neue Bündelung die Effizienz der Kommunikationsmaßnahmen steigern. Regionaldirektor Frédéric Meyer betonte, dass das neu strukturierte Team in Frankfurt weiterhin mit Partnern und Branchenvertretern in allen drei Ländern zusammenarbeiten werde. Für Journalisten bedeutet die Zentralisierung jedoch eine Veränderung der gewohnten Abläufe: Während individuelle Pressereisen weiterhin auf Anfrage betreut werden, sollen Gruppenpressereisen künftig verstärkt als länderübergreifende regionale Projekte konzipiert und durchgeführt werden.
Die Umstrukturierung fügt sich in eine Reihe von Spar- und Konsolidierungsmaßnahmen ein, mit denen staatliche und halbstaatliche Tourismusorganisationen in Europa auf veränderte Budgetvorgaben und die Digitalisierung der Medienlandschaft reagieren. Kritiker und Branchenkenner weisen darauf hin, dass die Verkleinerung regionaler Außenstellen wie in Wien zu einem Verlust lokaler Marktkenntnisse und einer verringerten Präsenz vor Ort führen kann. Insbesondere der direkte Kontakt zu österreichischen und Schweizer Medienvertretern könnte durch die Distanz nach Frankfurt erschwert werden.
Die künftige Entwicklung wird zeigen, ob die Bündelung der Kräfte in Frankfurt die angestrebte organisatorische Vereinfachung bringt oder ob der Rückzug aus der Fläche die Sichtbarkeit französischer Reiseziele in Österreich und der Schweiz beeinträchtigt. Für die Betroffenen vor Ort bedeutet der Schritt jedenfalls den Abschied von einer eigenständigen nationalen Medienbetreuung zugunsten einer zentral gesteuerten Regionalstruktur.