AUA: Lohnabrechnungsprobleme mit Vorauszahlungen überbrückt

Absperrband von Austrian Airlines (Foto: Robert Spohr).
Absperrband von Austrian Airlines (Foto: Robert Spohr).

AUA: Lohnabrechnungsprobleme mit Vorauszahlungen überbrückt

Absperrband von Austrian Airlines (Foto: Robert Spohr).
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Ende März 2022 haben 50 Bodenmitarbeiter von ihrem Arbeitgeber Austrian Airlines unverhofft zu viel Gehalt überwiesen bekommen. Es handelte sich allerdings um keine Prämie, sondern um einen Fehler, der in der Personalabteilung passiert ist. Diese nahm mit den Beschäftigten Kontakt auf und es wurde die Lösung gefunden, dass 60 Prozent von den Betroffenen zurücküberwiesen werden und der Rest dann im Juni 2022 vom Urlaubsgeld abgezogen wird. Es wurde ja nicht zu wenig ausbezahlt, sondern versehentlich zu viel.

Das kleine Debakel hatte seinen Ursprung, so eine Sprecherin der Austrian Airlines, darin, dass im EDV-System ein Fehler passiert ist. So kam heraus, dass “der Computer” die Ansicht vertrat, dass die 50 betroffenen Bodenmitarbeiter nicht mehr in Kurzarbeit sind. Das Gegenteil war aber der Fall und die verantwortliche Fachabteilung soll rasch die betroffenen Beschäftigten kontaktiert haben und mit diesen die 60-Prozent/40-Prozent-Vereinbarung getroffen haben. Daran haben sich auch so ziemlich alle gehalten.

Wenn aber einmal der sprichwörtliche “Wurm drin ist” dann lässt ein zweiter Systemfehler nicht lange auf sich warten, denn irrtümlich wurde den 50 betroffenen AUA-Mitarbeitern nicht im Juni 2022, sondern bereits im April 2022 die erwähnten 40 Prozent abgezogen und das obwohl so gut wie alle brav die vereinbarten 60 Prozent an ihren Arbeitgeber zurücküberwiesen haben. Dem nicht genug: Die AUA bezahlte versehentlich für diese Bodenbeschäftigten eine deutlich zu hohe Lohnsteuer, die natürlich ebenfalls vom Lohn abgezogen wurde.

Jobs beim Bodenpersonal sind nicht gerade welche, die mit Bezügen von Spitzenmanagern vergleichbar sind. Daher war die Verärgerung bei den Betroffenen groß, denn diese nahmen an, dass sie die zu hoch berechnete Lohnsteuer erst mit dem Jahressteuerausgleich zurückbekommen würden und jetzt mal eben viel Geld fehlt. Darüber berichtete auch das Gratisblatt “Heute”, jedoch ganz so wie in deren Bericht geschrieben war es dann doch nicht.

Eine Sprecherin von Austrian Airlines bestätigte, dass die betroffenen Beschäftigten von ihrem Arbeitgeber eine Akontozahlung bekommen. Mit dieser werden die finanziellen Nachteile sofort ausgeglichen, so dass den 50 Bodenmitarbeitern eben kein Geld fehlt. Vereinbart wurde mit den Betroffenen, dass diese erst dann die Vorauszahlung zurückgeben müssen, wenn diese selbst das Geld im Rahmen des Steuerausgleichs vom Finanzamt bekommen haben. Das ist allerfrühestens im Feber 2023 der Fall.

Am Dienstag nahm die Personalabteilung der österreichischen Lufthansa-Tochter abermals mit den 50 Boden-Mitarbeitern Kontakt auf und stand diesen Rede und Antwort. Auch entschuldigte man sich für die Verkettung von Fehlern, die zu dieser ungünstigen Situation geführt hat. Eine Sprecherin betonte, dass Austrian Airlines im Hintergrund intensiv daran arbeite, dass sich derartige Fehler nicht wiederholen können.

Das Gratisblatt “Heute” behauptet in einem Bericht, dass es sogar negative Lohnabrechnungen sowie Rückzahlungsaufforderungen gegeben habe. Dies suggeriert, dass das Bodenpersonal für die Arbeit auch noch bezahlen müsse. Recherchen von Aviation.Direct haben gezeigt, dass ein wichtiger Umstand verschwiegen wurde: Entgegen der mit dem Arbeitgeber getroffenen Vereinbarung wurden die 60 Prozent der Überzahlung von Einzelpersonen eben nicht zurücküberwiesen. Da das Geld aber schon auf dem Konto der Betroffenen war, kann von Nichtauszahlung von Löhnen schlichtweg keine Rede sein. Da die Vereinbarung zur Behebung von einer kleinen Minderheit nicht eingehalten wurde, zog die AUA die Überzahlung vom nächsten Gehalt, also Ende April 2022 ab. 

Die Austrian-Airlines-Sprecherin betonte, dass dem Unternehmen die Fehler unangenehm sind, aber man habe auch mit der jüngsten Akontozahlung dafür gesorgt, dass den Betroffenen keinerlei finanzielle Nachteile entstehen. Die Personalabteilung habe sich bemüht alles so rasch wie möglich zu lösen.

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Jan Gruber ist Leitender Redakteur von Aviation.Direct. Zuvor war er seit 2012 in selbiger Funktion bei AviationNetOnline (vormals Austrian Aviation Net) tätig. Er ist auf Lowcost-Carrier, Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region und tiefgehende Recherchen spezialisiert.

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