Die Lufthansa-Tochter Eurowings plant eine umfassende Expansion auf den Märkten des ehemaligen Jugoslawiens für die Sommersaison 2025. Mit einer Vielzahl neuer Flugverbindungen, die insbesondere auf die Hauptstädte und wachsende europäische Märkte zielen, strebt die Low-Cost-Airline an, ihre Präsenz auf dem Balkan und in Südosteuropa signifikant zu vergrößern.
Im Zentrum dieser Expansion stehen sowohl etablierte Ziele als auch neue Strecken, die mit Subventionen der jeweiligen Regierungen unterstützt werden. Diese Strategie unterstreicht den wachsenden Wettbewerb unter den europäischen Fluggesellschaften und die anhaltende Bedeutung des Balkanmarktes für die europäische Luftfahrtindustrie.
Die Rückkehr nach Sarajevo und die Erweiterung der Strecken nach Ljubljana
Eurowings wird ab Sommer 2025 eine ganzjährige Verbindung zwischen Berlin und Sarajevo einführen. Diese Strecke wird alle zwei Wochen bedient und stellt die Wiederaufnahme einer Verbindung dar, die während der COVID-19-Pandemie 2020 ausgesetzt wurde. Es ist jedoch bereits der dritte Versuch der Airline, diese Strecke zu bedienen.
Zuvor war die Strecke von Germanwings, der Vorgängerin von Eurowings, im Zeitraum von April 2014 bis März 2015 betrieben worden. Auch die bosnische Fluggesellschaft B&H Airlines bot zwischen 2009 und 2015 Verbindungen zwischen den beiden Hauptstädten an. Der Neustart der Verbindung durch Eurowings ist ein klares Zeichen für das Potenzial dieser Märkte und die zunehmende Nachfrage nach Flügen zwischen Deutschland und Bosnien-Herzegowina.
Ein weiterer bedeutender Schritt in der Balkan-Strategie von Eurowings ist der Einstieg in den slowenischen Markt. Die Fluggesellschaft plant, im April 2025 Flüge von Berlin und Düsseldorf nach Ljubljana aufzunehmen. Diese Route wird besonders durch die Förderung der slowenischen Regierung unterstützt, die im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung Subventionen für die Ansiedlung neuer Fluggesellschaften im Land bereitstellt. Eurowings war die einzige Fluggesellschaft, die sich auf diese Ausschreibung bewarb, und erwartet nun, dass die Kommission für Beihilfen die entsprechenden Genehmigungen erteilt. Die Strecke Berlin–Ljubljana wurde zuvor von easyJet und Adria Airways bedient, jedoch ohne den gewünschten Erfolg.
Die Expansion nach Mostar und Niš
Neben den bereits geplanten Strecken nach Sarajevo und Ljubljana gibt es Gerüchte, dass Eurowings auch Flüge nach Mostar und Niš in Betracht zieht. Im Sommer 2025 wird erwartet, dass Eurowings Flüge von Düsseldorf und Stuttgart nach Mostar aufnehmen wird, womit die Airline nach fast sechs Jahren wieder nach Mostar zurückkehren würde. Zuvor hatte Eurowings diese Verbindung zwischen 2018 und 2019 betrieben. Auch wenn noch keine offizielle Bestätigung vorliegt, wird spekuliert, dass Eurowings die Hauptfluggesellschaft für diese Strecken sein wird, da die Fluggesellschaft ein starkes Interesse an der Region zeigt.
In Niš, einer weiteren Stadt auf dem Balkan, soll Eurowings möglicherweise sogar eine neue Basis errichten. Berichte deuten darauf hin, dass Eurowings derzeit in Verhandlungen mit den Flughafenbehörden steht, um mögliche Flüge von und nach Niš zu etablieren. Dies würde nicht nur das Streckennetz der Fluggesellschaft erweitern, sondern auch die Präsenz in einem zunehmend beliebten Ziel für europäische Reisende verstärken.
Eurowings‘ geplante Flüge für die Sommersaison 2025
Für die Sommermonate 2025 hat Eurowings insgesamt 1.896 Abflüge von Kroatien aus geplant. Dies stellt einen leichten Rückgang im Vergleich zum Vorjahr dar, was jedoch nicht auf einen Schwund des Interesses, sondern vielmehr auf die saisonalen Schwankungen und die noch ausstehenden Feinabstimmungen des Flugplans zurückzuführen ist.
Für Pristina sind ebenfalls 578 Abflüge eingeplant, was dem diesjährigen Stand entspricht, während für Belgrad 136 Abflüge vorgesehen sind. Auch für Tivat sind 98 Abflüge geplant, wobei diese Zahlen einen stabilen Betrieb von und nach den wichtigsten Städten des Balkans widerspiegeln.
Subventionierte Strecken als treibende Kraft
Die Strategie von Eurowings, in die Märkte des ehemaligen Jugoslawiens zu expandieren, ist eng mit subventionierten Strecken verbunden. Die Subventionen der slowenischen und bosnischen Regierungen ermöglichen es der Fluggesellschaft, neue Verbindungen mit einem finanziellen Sicherheitsnetz zu eröffnen, was insbesondere in Zeiten der Unsicherheit und der hohen Betriebskosten von großer Bedeutung ist. Diese Praxis wird in der Luftfahrtbranche zunehmend üblich, da viele europäische Länder bemüht sind, ihre Flughäfen und ihre Luftfahrtindustrie durch staatliche Unterstützung zu stärken und das Wachstum zu fördern.
Eurowings‘ Expansionsstrategie in Südosteuropa zeigt die Bedeutung dieses Marktes für die europäische Low-Cost-Airline. Der Balkan, der in den letzten Jahren ein wachsendes wirtschaftliches Potenzial gezeigt hat, wird zunehmend zu einem wichtigen Ziel für europäische Fluggesellschaften, die versuchen, ihr Netz über die traditionellen west- und mitteleuropäischen Märkte hinaus auszubauen.
Ausblick
Die Expansion von Eurowings in die Märkte des ehemaligen Jugoslawiens für die Saison 2025 ist ein strategischer Schritt, der die wachsende Bedeutung dieser Region für den europäischen Flugverkehr unterstreicht. Die Airline setzt dabei auf subventionierte Strecken und neue Märkte, die durch gezielte Kooperationen mit den lokalen Regierungen unterstützt werden. Auch wenn der Wettbewerb in dieser Region zunimmt, zeigt Eurowings mit dieser Expansion klar, dass sie auf den Balkan als attraktiven Wachstumsmarkt setzt.
Es wird spannend zu beobachten sein, wie sich diese neuen Verbindungen entwickeln und wie die Airline ihre Präsenz in dieser dynamischen Region weiter ausbauen kann. Für die kommenden Jahre könnte dies die Grundlage für eine langfristige Marktstrategie in Südosteuropa legen.