Mit einem Umsatz von 783 Millionen Euro im dritten Quartal 2024 zeigt Austrian Airlines (AUA) trotz schwieriger Rahmenbedingungen eine solide Leistung. Das bereinigte Betriebsergebnis (Adjusted EBIT) stieg auf 139 Millionen Euro und bleibt stabil über dem Vorjahresniveau. Dank des Anstiegs im Tourismus und wachsender Nachfrage steuert AUA damit auf ein hohes zweistelliges Jahresergebnis zu.
Dennoch sieht sich die Fluggesellschaft mit geopolitischen Unsicherheiten, anhaltenden operativen Herausforderungen und einer erheblichen Kostenbelastung durch Flugausfälle und Verspätungen konfrontiert. Die Kosten für Unregelmäßigkeiten lagen etwa 60 Prozent höher als im Vorjahr, vor allem aufgrund der angespannten Lage im Nahen Osten und unvorhergesehener Streiks im ungarischen Luftraum.
Hohe Nachfrage und solide Performance trotz Einschränkungen
Trotz eines geringeren Adjusted EBIT von 77 Millionen Euro für die ersten neun Monate des Jahres konnte AUA im dritten Quartal 4,7 Millionen Passagiere befördern und erreichte eine Flottenauslastung von 87,2 Prozent. Die Pünktlichkeitsrate der AUA-Flüge ist auf beeindruckenden 99,3 Prozent konstant geblieben, was die österreichische Fluggesellschaft weiterhin zu einer der pünktlichsten Europas macht.
In einer herausfordernden Zeit, in der das Geschäft mit Geschäftsreisen immer noch unter den Vorkrisenniveaus liegt, setzt AUA auf touristische Routen und erweitert im Winter 2024/25 Verbindungen nach Rovaniemi und Kittilä in Finnland. Für den Sommer 2025 sind Strecken nach Edinburgh und Sylt geplant.
Standortprobleme in Österreich: Forderung nach politischen Maßnahmen
Ein Problemfeld, das Austrian Airlines besonders belastet, sind die hohen Abgaben für Abflüge aus Österreich, die nach Deutschland die höchsten in Europa sind und seit 2019 um ein Drittel gestiegen sind.
CEO Annette Mann warnt vor der langfristigen Gefahr, dass die hohen Abgaben und Standortkosten den Wettbewerb beeinträchtigen könnten und fordert politische Maßnahmen zur Sicherung des Drehkreuzes Wien. Im Vergleich zu Prag ist die Abgabenlast für einen Abflug mit einer A320-Maschine in Wien siebenmal höher. AUA sieht darin eine langfristige Herausforderung und hofft auf Unterstützung der zukünftigen Regierung, um diese hohe Steuerlast abzumildern.
Die wichtigsten Zahlen des dritten Quartals im Überblick:
| Q3 2024 | Q3 2023 | Veränderungzu VJ | |
| Umsatz in Mio. € | 783 | 741 | +6% |
| Adj. Gesamterlöse in Mio. € | 811 | 762 | +6% |
| Adj. Gesamtaufwendungen in Mio. € | 672 | 633 | +6% |
| Adjusted EBIT in Mio. € | 139 | 129 | +8% |
| EBIT in Mio. € | 138 | 128 | +8% |
| Fluggäste in Tsd. | 4.674 | 4.466 | +5% |
| Angebotene Sitzkilometer (ASK) in Mio. | 8.429 | 7.741 | +9% |
| Auslastung (Passagierfaktor) in % | 87,2 | 87,7 | -0,5pp |
| Anzahl Flüge | 35.154 | 33.442 | +5% |
| Flottengröße (Bestandsflotte) | 68 | 65 | +3 |
| Regelmäßigkeit | 98,5% | 99,3% | -0,8pp |
| Pünktlichkeit bei Abflug | 60,7% | 73,9% | -13,2pp |
| Pünktlichkeit bei Ankunft | 68,4% | 81,6% | -13,2pp |
| Mitarbeitende | 6.179 | 6.008 | +3% |
| 1-9 2024 | 1-9 2023 | Veränderungzu VJ | |
| Umsatz in Mio. € | 1.853 | 1.805 | + 3% |
| Adj. Gesamterlöse in Mio. € | 1.914 | 1.855 | + 3% |
| Adj. Gesamtaufwendungen in Mio. € | 1.838 | 1.711 | + 7% |
| Adjusted EBIT in Mio. € | 77 | 144 | -47% |
| EBIT in Mio. € | 73 | 143 | -49% |