Die Deutsche Bahn hat die geplante Wiederinbetriebnahme der viel befahrenen Schienenstrecke zwischen Nürnberg und Regensburg kurzfristig verschoben.
Wie die Infrastrukturgesellschaft InfraGO mitteilte, kann der durchgehende Zugverkehr nach der seit Februar andauernden Vollsperrung nicht wie vorgesehen an diesem Freitag aufgenommen werden. Als neuer Eröffnungstermin wurde der 31. Juli festgesetzt. Grund für die Verzögerung sind Probleme bei der Sicherheitsüberprüfung der neuen Stellwerkstechnik. Bis Ende des Monats müssen Fahrgäste und Güterverkehrsunternehmen weiterhin auf Ersatzverkehre mit Bussen sowie weiträumige Umleitungen zurückgreifen.
Der Vorfall markiert im laufenden Jahr bereits die zweite erhebliche Verzögerung bei den großangelegten Modernisierungsprojekten des Bundeskonzerns. Zuvor war bereits die Sanierung der wichtigen Verbindung Hamburg–Berlin wegen witterungsbedingter Verzögerungen im Tiefbau mit einer mehrwöchigen Verspätung abgeschlossen worden. Das laufende Sanierungskonzept der Bahn sieht vor, bis Mitte der Dreißigerjahre mehr als 40 zentrale Korridore durch monatelange Totalsperrungen grundlegend zu erneuern, um die Pünktlichkeit des Gesamtnetzes zu stabilisieren. Ein parallel verlaufendes Bauprojekt auf der Achse Hagen–Wuppertal–Köln soll hingegen termingerecht an diesem Wochenende wieder für den Verkehr freigegeben werden.
In der Politik und bei privaten Wettbewerbern der Deutschen Bahn stößt das Verfahren der vollständigen Korridorsperrungen auf anhaltende Kritik. Wirtschafts- und Logistikverbände bemängeln, dass die Ausweichrouten für die betroffenen Fracht- und Fernzüge oft unzureichend dimensioniert sind. Auf der gesperrten Route in Bayern verkehren regulär mehr als 350 Züge pro Tag, weshalb die dreiwöchige Verlängerung der Sperrung beträchtliche logistische Probleme und wirtschaftliche Mehrkosten für die Güterbahnen nach sich zieht. Kritiker fordern seit langem eine präzisere Planung der Bauphasen und den vorherigen Ausbau von Redundanzen im Schienennetz, um das Risiko von Betriebsunterbrechungen für den Wirtschaftsstandort zu minimieren.