Beladung der Air China Cargo (Foto: Flughafen München GmbH).
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Beinahe-Katastrophe über Sibirien: Flugzeuge kommen sich gefährlich nahe

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Eine schwerwiegende Kollision in der Luft wurde am 6. Juli 2025 über Südsibirien nur knapp verhindert, als ein Passagierjet der Air China und ein Frachtflugzeug der SF Airlines einander bis auf rund 90 Meter (300 Fuß) nahe kamen. Der Zwischenfall ereignete sich, nachdem das Air China-Flugzeug ohne Genehmigung des russischen Fluglotsen eine verbotene Steigflugbewegung durchgeführt hatte. Dies stellt einen schwerwiegenden Verstoß gegen internationale Luftfahrtregeln dar, die eine minimale vertikale Staffelung von 300 Metern (1.000 Fuß) zwischen Luftfahrzeugen vorschreiben.

Der Airbus A350-900 (Registrierung B-32DN) von Air China, Flug CA967, war auf dem Weg von Shanghai Pudong nach Mailand Malpensa. Er stieg unerklärlicherweise von einer Flughöhe von 10.394 Metern (34.100 Fuß) auf 10.973 Meter (36.000 Fuß) auf. Dies führte ihn direkt in den Flugweg der Boeing 767-300ER/BCF (Registrierung B-220R) von SF Airlines, Flug O3-128, die in 10.668 Metern (35.000 Fuß) von Budapest nach Ezhou unterwegs war. Der kritische Vorfall ereignete sich über der gebirgigen Tuva-Region nahe der mongolischen Grenze, einem Bereich, der als wichtiger Luftkorridor zwischen Europa und Asien dient.

Das automatische Traffic Collision Avoidance System (TCAS), ein wichtiges Sicherheitssystem in modernen Flugzeugen, wurde bei beiden Maschinen ausgelöst und forderte die Piloten zu sofortigen Ausweichmanövern auf, die eine Katastrophe verhinderten. Radardaten bestätigten die schnelle Annäherung der Flugzeuge in Reiseflughöhe. Audioaufnahmen des Funkverkehrs, die öffentlich wurden, offenbarten chaotische Funkgespräche zwischen überforderten russischen Fluglotsen und mehreren Piloten. In einem der Gespräche fragte der Lotse den Air China-Piloten, ob der Steigflug angewiesen worden sei, worauf der Pilot lediglich knapp mit „Nein. Danke.“ antwortete.

In einem nachfolgenden Gespräch zwischen den beiden Air China-Piloten in Mandarin stellte der Kapitän der SF Airlines die Handlungen der Air China-Besatzung in Frage und bezeichnete die Höhenkreuzung als „sehr unangemessen“. Der Air China-Pilot schien die Schuld bei einer „verwirrenden“ Fluglotsin zu suchen und räumte ein, daß ein formeller Zwischenfallbericht erforderlich sei. Die chinesische Zivilluftfahrtbehörde (CAAC), Air China und SF Airlines haben sich bisher nicht öffentlich zu dem Vorfall geäußert. Die Ursache des nicht genehmigten Manövers wird noch untersucht, wobei Fehlkommunikation oder mißverstandene Anweisungen als mögliche Gründe in Betracht gezogen werden. Dieser Vorfall trägt zu den wachsenden globalen Bedenken hinsichtlich der Flugsicherheit und der Koordination zwischen Piloten und Fluglotsen bei.

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