Airbus A320 (Foto: Steffen Lorenz).
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Belgrad: Passagierflug der Air Serbia nach Umgehung der Personenkontrolle kurz vor Moskau zurückgerufen

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Ein Linienflug der serbischen Nationalfluggesellschaft Air Serbia von Belgrad nach Moskau ist am 4. November 2026 gut eine Stunde vor Erreichen seines Zielorts zur Umkehr an seinen Ausgangsflughafen gezwungen worden. Ursache für die außerplanmäßige Rückleitung der Maschine war ein gravierender Verstoß gegen die Sicherheitsbestimmungen am Flughafen Belgrad-Nikola Tesla.

Nach Angaben von Air Serbia sowie übereinstimmenden serbischen Medienberichten stieg der Politiker Aleksandar Vulin, ein enger Vertrauter des bei den serbischen Parlamentswahlen vom 25. Oktober 2026 abgewählten Langzeitherrschers Aleksandar Vucic, am Dienstagabend ohne die obligatorische Passier- und Personenkontrolle in den Airbus A320 ein. Der Sicherheitschef des Flughafens bemerkte den Regelverstoß erst bei der Auswertung von Videoaufzeichnungen, als sich das Flugzeug bereits im Luftraum über dem NATO-Mitgliedsstaat Litauen befand. Nach der Landung in Belgrad mussten sämtliche Insassen das Flugzeug für eine erneute Sicherheitsüberprüfung verlassen.

Ablauf des Flugbetriebszwischenfalls und Umleitung im baltischen Luftraum

Der Verkehrsflug der Air Serbia hob am späten Dienstagabend regulär vom Flughafen Belgrad-Nikola Tesla mit dem Ziel Moskau ab. Als die Flugsicherung dem Piloten die Anweisung zur Rückkehr übermittelte, hatte die Maschine bereits den Luftraum Nordosteuropas erreicht und befand sich über Litauen, etwa 60 Flugminuten vom Zielflughafen entfernt. Die Umkehranweisung erfolgte auf direkte Anordnung des Belgrader Flughafensicherheitsdienstes.

Nach der unplanmäßigen Landung in Belgrad wurde das Flugzeug auf eine gesicherte Abstellposition geleitet. Das Bodenpersonal veranlasste das Aussteigen aller Fluggäste und die Entladung des mitgeführten Reisegepäcks. Anschließend durchliefen sämtliche Passagiere, einschließlich des betroffenen Politikers, die standardmäßigen Personen- und Gepäckkontrollen der Bundes- und Grenzpolizei im Terminalgebäude. Nachdem die Durchsuchung der Kabine sowie des Frachtraums ohne Befund blieb, wurde der Airbus A320 für den erneuten Abflug freigegeben und setzte seine Reise nach Moskau mit mehrstündiger Verspätung fort.

Hintergründe zur Person Aleksandar Vulin und politische Reaktionen

Aleksandar Vulin nimmt in der serbischen Politik eine umstrittene Rolle ein. Er bekleidete in der Vergangenheit verschiedene Ministerämter, darunter das Verteidigungs- und das Innenressort, und leitete zeitweise den serbischen Sicherheits- und Nachrichtendienst BIA. Im Juli 2023 setzten die Vereinigten Staaten Vulin auf ihre Sanktionsliste, wobei ihm die US-Behörden Verstrickungen in den grenzüberschreitenden Drogen- und Waffenhandel sowie die Begünstigung korrupter Strukturen vorwarfen. Zudem gilt Vulin als Befürworter enger Beziehungen zur Führung in Moskau.

Nach dem Zwischenfall am Flughafen Belgrad wies Vulin Vorwürfe zurück, er habe sich im Zuge der politischen Umbrüche nach den Wahlen vom 25. Oktober 2026 nach Russland absetzen wollen. In einer telefonischen Stellungnahme gegenüber dem Fernsehsender Informer TV bezeichnete Vulin das Vorgehen der Behörden als gezielte Schikane und sprach von einem Versuch der politischen Abrechnung mit seiner Person. Er bestätigte, an Bord der Maschine gewesen zu sein, äußerte sich jedoch nicht detailliert dazu, auf welchem Weg er die Absperrungen der Sicherheitskontrolle vor dem Einsteigen umgangen hatte.

Sicherheitsanalytische Bewertung des Flughafenbetriebs in Belgrad

Der Vorfall offenbart erhebliche Mängel in den Kontrollabläufen am Flughafen Belgrad-Nikola Tesla, der von der französischen Betreibergesellschaft Vinci Airports verwaltet wird. Dass ein Passagier den Sicherheitsbereich betreten und an Bord eines internationalen Verkehrsflugzeugs gelangen kann, ohne die Metalldetektoren und Handgepäckscanner zu passieren, stellt eine Beeinträchtigung der Zivilluftfahrtsicherheit dar.

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