Das Zollamt Österreich (ZAÖ) hat im Geschäftsjahr 2025 eine beeindruckende Bilanz vorgelegt und seine Position als zentrale Säule der staatlichen Finanzverwaltung gefestigt. Mit insgesamt 6.780.678 durchgeführten Zollabfertigungen im grenzüberschreitenden Güterverkehr generierten die 1.713 Zöllner Abgaben in der Höhe von 8,364 Milliarden Euro.
Dieses Aufkommen aus Steuern und Zöllen leistet einen entscheidenden Beitrag zum Bundesbudget. Finanzminister Markus Marterbauer betonte in diesem Zusammenhang, dass die Aufgaben des Zolls durch den Wegfall der 150-Euro-Zollfreigrenze auf EU-Ebene sowie die verstärkte internationale Zusammenarbeit künftig noch an Bedeutung gewinnen werden.
Neben der fiskalischen Komponente bildete die Sicherheit der Bevölkerung einen Schwerpunkt der operativen Tätigkeit. Insgesamt führten die Beamten 633.466 Kontrollen durch, die zu zahlreichen Feststellungen in sensiblen Bereichen führten. Besonders hervorzuheben ist der Bereich der Arzneiwaren: Über 392.000 Stück illegal eingeführte oder gefälschte Medikamente und Anabolika wurden sichergestellt. Ein prominenter Fall am Flughafen Wien deckte im Juli allein fast 25.000 Potenzpillen in Reisegepäck aus Delhi auf. Auch im Bereich der Suchtgiftbekämpfung verzeichnete die Behörde Erfolge und beschlagnahmte rund 448 Kilogramm Drogen, wobei Cannabis mit über 382 Kilogramm den Hauptanteil ausmachte.
Ein wesentlicher Erfolg gelang der Zollfahndung bei der Bekämpfung organisierter Schmuggelstrukturen. Im Bereich der Tabakwaren wurden über 8,8 Millionen Zigaretten konfisziert. Herausragend war hierbei eine Sicherstellung von Schmuggelware aus Dubai, die unter Tarnladungen wie Elektromaterial versteckt war und zu weiteren Funden an verschiedenen Standorten in Österreich führte. Auch im Sektor der Produktpiraterie und Marktüberwachung schritt das Amt konsequent ein. Ein Aufgriff von 120.000 Kunststoff-Badeenten aus China demonstrierte die Bedeutung der Kontrollen für den Verbraucherschutz: Laboruntersuchungen ergaben eine hohe Belastung mit gesundheitsgefährdenden Substanzen, woraufhin die Ware vernichtet wurde.
Die strafrechtliche Verfolgung von Vergehen bildete den Abschluss der behördlichen Kette. Im Jahr 2025 wurden fast 3.000 Strafverfahren erledigt und über 5.000 Anzeigen an andere Behörden erstattet. Ein spektakulärer Fall von Goldschmuckschmuggel aus der Türkei verdeutlichte die kriminelle Energie im Reiseverkehr: Insgesamt wurden 187 Kilogramm Gold im Wert von rund 8,5 Millionen Euro illegal über den „Grünkanal“ am Flughafen Wien eingeschleust. Dank akribischer Ermittlungen konnten sechs Personen ausgeforscht werden, was Ende 2025 bereits zu den ersten Schuldsprüchen führte. Diese Bilanz unterstreicht die Wirksamkeit der risikoorientierten Kontrollstrategie zur Sicherung des Wirtschaftsstandortes.