Salt Lake City Boeing Office (Foto: Boeing).
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Boeing übertrifft Vorjahreswert bei Auslieferungen im Juni 2025 – China-Geschäft wiederbelebt

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Der amerikanische Flugzeughersteller Boeing hat im Juni 2025 insgesamt 60 Flugzeuge an seine Kunden ausgeliefert und damit den Wert des Vorjahresmonats um 27 Prozent übertroffen. Besonders bemerkenswert ist die Wiederaufnahme von Auslieferungen an chinesische Kunden nach dem Ende der Handelssperre im Mai, wobei acht Maschinen in die Volksrepublik gingen.

Der Anstieg der Auslieferungszahlen deutet auf eine Stabilisierung der Produktion hin, während Boeing weiterhin bestrebt ist, sich von den Herausforderungen der vergangenen Jahre zu erholen. Gleichzeitig vermeldet Konkurrent Airbus ebenfalls robuste Auslieferungszahlen, was auf eine weiterhin hohe Nachfrage im globalen Luftverkehrsmarkt hindeutet.

Auslieferungszahlen im Juni: Ein Aufwärtstrend für Boeing

Im Juni 2025 konnte der amerikanische Flugzeugbauer Boeing eine deutliche Steigerung seiner Auslieferungszahlen verzeichnen. Mit 60 ausgelieferten Flugzeugen übertraf das Unternehmen den Wert des Vorjahresmonats um beachtliche 27 Prozent. Dies ist ein positives Signal für Boeing, das seit Jahren mit Produktionsproblemen und Krisen zu kämpfen hatte. Im Vergleich zu den Vormonaten zeigt sich eine stabile Entwicklung: Im Mai wurden 44 Flugzeuge ausgeliefert, im Juni 2024 waren es 45 Maschinen. Dies deutet auf eine Erholung und Konsolidierung der Produktionsprozesse hin.

Die Aufteilung der Auslieferungen im Juni zeigt eine klare Dominanz der 737 Max mit 42 Einheiten. Dieses Schmalrumpfflugzeug ist entscheidend für Boeings Geschäft, insbesondere im Segment der Kurz- und Mittelstreckenflüge. Des Weiteren wurden neun Boeing 787 Dreamliner ausgeliefert, vier 777-Frachter und fünf 767-Maschinen, die oft als Frachter oder Tankflugzeuge zum Einsatz kommen.

Die Bedeutung dieser Zahlen liegt in ihrer direkten Auswirkung auf die Einnahmen von Boeing, da Flugzeuge in der Regel bei Auslieferung vollständig bezahlt werden. Ein höherer Ausstoß an fertigen Maschinen ist daher ein entscheidender Indikator für die finanzielle Gesundheit und die operative Leistungsfähigkeit des Konzerns.

Die Wiederbelebung des China-Geschäfts: Ein Wendepunkt

Ein besonders hervorzuhebender Aspekt der Juni-Auslieferungen ist die Wiederaufnahme des Geschäfts mit chinesischen Kunden. Nach dem Ende einer Handelssperre im Mai gingen acht Flugzeuge an Abnehmer in der Volksrepublik. Dies markiert die ersten Auslieferungen an China seit längerer Zeit und ist ein wichtiger Schritt zur Normalisierung der Beziehungen zwischen Boeing und einem seiner größten und wichtigsten Märkte.

Von den an China ausgelieferten Maschinen waren fünf vom Typ 737 Max. Dies ist von besonderer Bedeutung, da China die 737 Max nach zwei tödlichen Abstürzen im Jahre 2019 als eines der letzten Länder am längsten mit einem Flugverbot belegt hatte. Die Wiederaufnahme der Auslieferungen dieses Typs in China signalisiert ein wiederhergestelltes Vertrauen in die Sicherheit des Flugzeugs seitens der chinesischen Luftfahrtbehörden. Zusätzlich erhielten chinesische Kunden eine 787 Dreamliner und zwei 777-Frachter. Die Wiederbelebung des China-Geschäfts ist für Boeing von immenser strategischer Bedeutung, da der chinesische Luftverkehrsmarkt zu den am schnellsten wachsenden der Welt gehört und ein enormes Potential für zukünftige Bestellungen birgt. Lange Zeit war Boeing von diesem Markt weitgehend abgeschnitten, während Airbus dort seine Präsenz festigen konnte.

Halbjahresbilanz und neue Bestellungen: Boeings Weg zur Erholung

Die kumulierten Zahlen für das erste Halbjahr 2025 untermauern den positiven Trend: Boeing verzeichnete insgesamt 280 Auslieferungen. Davon entfielen der Löwenanteil von 206 auf die 737 Max, was die anhaltende Produktionssteigerung dieses Modells widerspiegelt. 37 Maschinen waren vom Typ 787, 20 aus der 777-Familie und 14 vom Typ 767.

Neben den Auslieferungen sind auch die neuen Bestellungen ein wichtiger Indikator für die zukünftige Geschäftsentwicklung. Im Juni verbuchte Boeing 116 Bestellungen, darunter 54 für die 737 Max und 62 für die 787 Dreamliner. Diese Bestellungen zeigen, daß das Vertrauen der Fluggesellschaften in Boeing trotz der vergangenen Schwierigkeiten wächst. Die hohe Anzahl an 787-Bestellungen ist besonders bemerkenswert, da die Produktion dieses Langstreckenflugzeugs in den letzten Jahren ebenfalls von Problemen und Verzögerungen geplagt war. Die Neugeschäfte tragen dazu bei, Boeings Auftragsbücher zu füllen und eine stabile Produktionspipeline für die kommenden Jahre zu sichern.

Der Anstieg der Auslieferungen und das Wachstum bei den Bestellungen erfolgen zu einem kritischen Zeitpunkt für Boeing. Das Unternehmen versucht seit mehreren Jahren, sich von einer Reihe von Krisen, darunter die Abstürze der 737 Max, Produktionsfehler bei der 787 und die Auswirkungen der weltweiten Pandemie, zu erholen. Diese Ereignisse haben das Unternehmen mit erheblichen Schulden belastet und zu einem Verlust an Marktanteilen und Reputation geführt. Die aktuellen Zahlen sind ein Zeichen dafür, daß Boeings Bemühungen zur Stabilisierung der Produktion und zur Wiederherstellung des Kundenvertrauens Früchte tragen.

Der Wettbewerb mit Airbus: Ein Duell auf Augenhöhe

Die Luftfahrtindustrie wird maßgeblich vom Duopol Boeing und Airbus bestimmt. Im Juni lieferte auch der europäische Hauptkonkurrent Airbus 60 Flugzeuge aus und erreichte damit die gleiche Anzahl wie Boeing. Dies unterstreicht die intensive Konkurrenz zwischen den beiden Flugzeugbauern.

Die Auslieferungen von Airbus im Juni setzten sich zusammen aus 41 Schmalrumpfjets der A320-Familie, darunter die populären A320neo und A321neo Modelle. Zusätzlich wurden zwölf A220 ausgeliefert, ein Flugzeugtyp, der sich im Regional- und Kurzstreckenverkehr zunehmender Beliebtheit erfreut, sowie sieben Großraumflugzeuge, welche die A330 und A350 Modelle umfassen könnten.

Beide Unternehmen arbeiten daran, ihre Produktionsraten zu steigern, um die riesigen Auftragsbücher abzuarbeiten, die sich während der Pandemie teilweise gestaut haben und durch neue Bestellungen weiter anwachsen. Die hohe Nachfrage nach neuen Flugzeugen wird durch das Wachstum des Luftverkehrs weltweit und die Notwendigkeit für Fluggesellschaften getrieben, ältere, weniger effiziente Modelle durch modernere zu ersetzen. Der Gleichstand bei den Auslieferungszahlen im Juni zeigt, daß sowohl Boeing als auch Airbus unter hohem Druck stehen, ihre Produktionskapazitäten voll auszuschöpfen, um die Anforderungen des Marktes zu erfüllen.

Ein vorsichtiger Optimismus für Boeings Zukunft

Die jüngsten Auslieferungszahlen und Bestellungen von Boeing im Juni 2025 sind ein Grund für vorsichtigen Optimismus. Das Unternehmen scheint auf dem Weg der Besserung zu sein und zeigt Anzeichen einer Stabilisierung nach einer turbulenten Periode. Die Wiederaufnahme der Auslieferungen nach China, insbesondere der 737 Max, ist ein wichtiger Meilenstein und eröffnet neue Perspektiven auf dem größten Wachstumsmarkt der Welt. Trotz der anhaltenden Herausforderungen und der immensen Schuldenlast ist Boeings Fähigkeit, die Produktion zu steigern und neue Aufträge zu gewinnen, entscheidend für seine langfristige Erholung.

Der Wettbewerb mit Airbus bleibt intensiv, und beide Giganten müssen weiterhin ihre Effizienz und Innovationskraft unter Beweis stellen, um ihre Positionen im globalen Luftfahrtmarkt zu behaupten.

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