Die belgische Fluggesellschaft Brussels Airlines hat eine langfristige Partnerschaft mit dem handwerklichen Speiseeisproduzenten Ralph & Roxy’s aus der Region Löwen geschlossen. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit wird das Speiseeis des lokalen Kleinunternehmens fortan auf sämtlichen Langstreckenflügen der Airline serviert.
Mit einem jährlichen Bedarf von rund 420.000 Bechern erreicht das Produkt damit ein internationales Publikum von mehreren hunderttausend Passagieren. Die Kooperation ist Teil einer umfassenden Strategie der Fluggesellschaft, belgisches Handwerk und lokales Unternehmertum gezielt in das Bordprodukt zu integrieren und so die nationale Identität der Marke zu stärken.
Die Entwicklung von Ralph & Roxy’s markiert einen signifikanten Sprung vom Garagenprojekt zum professionellen Zulieferer der Luftfahrtindustrie. Gegründet von Philippe Bogaert in Nodebais in der Provinz Wallonisch-Brabant, begann das Unternehmen als Hobbyprojekt, das nun durch den Auftrag von Brussels Airlines eine enorme Skalierung erfährt. Die Einbindung in die Lieferkette einer internationalen Fluggesellschaft erforderte die Anpassung der Produktionskapazitäten sowie die Einhaltung strenger Qualitäts- und Logistikstandards, die im Catering-Sektor für Langstreckenflüge üblich sind. Für das kleine Unternehmen bedeutet dieser Schritt eine weltweite Sichtbarkeit, die über die Grenzen der Benelux-Region hinausreicht.
Ursprünglich war das Angebot von Premium-Eiscreme bei Brussels Airlines primär der Business Class vorbehalten. Mit der neuen Partnerschaft wird das Produktangebot nun auf alle Beförderungsklassen ausgeweitet, sodass auch Reisende in der Premium Economy und der Economy Class in den Genuss der lokalen Spezialität kommen. Die Entscheidung, hochwertige regionale Produkte flächendeckend einzuführen, dient der Differenzierung im Wettbewerb der Langstreckenanbieter. Durch die Präsentation als „ein Stück Belgien in der Luft“ versucht die Fluggesellschaft, das Reiseerlebnis durch kulinarische Akzente aufzuwerten und gleichzeitig die heimische Wirtschaft im Umland ihres Drehkreuzes Brüssel-Zaventem zu fördern.
Branchenexperten werten solche Kooperationen als effektives Mittel zur Imagepflege, da sie Authentizität vermitteln und sich von standardisierten Industrieprodukten abheben. Neben dem Speiseeis arbeitet Brussels Airlines bereits mit anderen belgischen Traditionsmarken in den Bereichen Schokolade, Bier und Gastronomie zusammen, um ein konsistentes nationales Markenbild zu erzeugen. Die logistische Herausforderung, die Kühlkette für jährlich fast eine halbe Million Eisbecher auf interkontinentalen Routen nach Afrika und Nordamerika sicherzustellen, unterstreicht die Professionalisierung des handwerklichen Betriebs, der trotz des Wachstums an seinen traditionellen Rezepturen festhalten will.