Airbus A320 (Foto: Rafael Luiz Canossa).
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Cascavel: Latam-A320 kommt von der Piste ab

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Bei der Landung einer Passagiermaschine der Fluggesellschaft Latam Airlines Brasil auf dem Flughafen Cascavel im Süden Brasiliens ist es am 31. August 2026 zu einem Zwischenfall gekommen.

Ein Airbus A320-214 mit 145 Passagieren und sechs Besatzungsmitgliedern an Bord geriet während starker Regenfälle von der befestigten Piste ab und kam im angrenzenden aufgeweichten Erdreich zum Stillstand. Nach Angaben des Luftfahrtunternehmens sowie der örtlichen Rettungsdienste blieben alle 151 Insassen unverletzt und konnten das Flugzeug über die regulären Ausstiege verlassen. Der Flughafen im Bundesstaat Paraná wurde im Anschluss an den Vorfall für den Flugbetrieb vorübergehend gesperrt, während die zuständigen Behören Ermittlungen zur Ursache des Abkommens einleiteten.

Verlauf des Fluges LA3858 und Wetterbedingungen vor Ort

Die Maschine befand sich auf dem Inlandsflug LA3858, der vom internationalen Flughafen São Paulo/Guarulhos nach Cascavel im Westen des Bundesstaates Paraná führte. Gegen 09:45 Uhr Ortszeit setzte das Flugzeug zur Landung auf der Landebahn 15 des Flughafens Cascavel an. Zu diesem Zeitpunkt herrschte in der Region eine Schlechtwetterfront mit gewitterartigen Regenfällen, die zu einer Einschränkung der Sichtweiten auf unter zwei Meilen führte.

Nach Auswertung der Flugverfolgungsdaten setzte der Airbus A320 ordnungsgemäß auf der Piste auf und verlangsamte seine Geschwindigkeit auf etwa 15 Knoten. Während des anschließenden Manövers zum Wenden auf der Landebahn, um die Rollbahn in Richtung Terminal anzusteuern, geriet das Flugzeug über den Rand der befestigten Fläche hinaus. Das Hauptfahrwerk sank dabei teilweise in den durch den Niederschlag aufgeweichten Boden ein. Passagieraufnahmen zeigen das Flugzeug im Schlamm stehend unmittelbar neben der Asphaltbahn.

Maßnahmen am Flughafen Cascavel und Passagierversorgung

Im Anschluss an den Zwischenfall leiteten die Einsatzkräfte vor Ort die Evakuierung des Flugzeugs ein. Da keine unmittelbare Brandgefahr bestand und das Flugzeug stabil im Schlamm stand, konnte das Verlassen der Maschine geordnet erfolgen. Latam Airlines Brasil sagte den betroffenen Passagieren Unterstützung zu und organisierte den Weitertransport.

Der Rückflug LA3859 von Cascavel nach São Paulo musste aufgrund des im Schlamm feststeckenden Flugzeugs abgesagt werden. Die Fluggesellschaft schickte Ersatzbusse, um die für diesen Flug gebuchten Passagiere zum rund 140 Kilometer entfernt gelegenen Flughafen Foz do Iguaçu zu transportieren, von wo aus Ausweichverbindungen angeboten wurden. Die Flughafenbehörden gaben über eine Mitteilung an die Luftfahrt (NOTAM) die vorübergehende Schließung der Start- und Landebahn in Cascavel bekannt, um die Bergung der Maschine vorzubereiten und etwaige Beschädigungen an der Bahninfrastruktur zu überprüfen.

Technische Daten des Flugzeugs und Bergungsvorbereitungen

Bei dem betroffenen Flugzeug handelt es sich um einen Airbus A320-214 mit dem Luftfahrzeugkennzeichen PR-MYO. Die Maschine wird von Triebwerken des Typs CFM International CFM56 angetrieben und absolvierte ihren Erstflug im Dezember 2011. Sie wurde ursprünglich an die brasilianische Fluggesellschaft TAM ausgeliefert, bevor diese durch einen Zusammenschluss in der Latam Airlines Group aufging.

Die Bergung des Flugzeugs erfordert die Abstimmung zwischen der Fluggesellschaft, dem Flughafenbetreiber und den technischen Gutachtern. Vor dem Abschleppen muss das Flugzeug entladen und der Untergrund durch Platten oder Spezialgerät verfestigt werden, um weitere Schäden am Fahrwerk zu vermeiden. Latam erklärte, vollumfänglich mit den Ermittlungsbehörden zusammenzuarbeiten und eine technische Inspektion der Maschine durchzuführen, bevor diese wieder in den Liniendienst übernommen werden kann.

Sicherheitsaspekte bei Landemanövern auf nassen Pisten

Der Vorfall in Cascavel lenkt den Blick auf die technischen Herausforderungen bei Landungen unter extremen Witterungsbedingungen. Wasseransammlungen auf der Start- und Landebahn können die Haftung der Reifen beeinträchtigen und das Lenkverhalten des Flugzeugs beim Ausrollen oder Wenden erschweren.

Die brasilianische Ermittlungsbehörde für Luftfahrtunfälle (CENIPA) hat die Untersuchungen zur genauen Rekonstruktion des Geschehens aufgenommen. Dabei werden neben den Aufzeichnungen des Flugdatenschreibers und des Stimmenrekorders auch der Straßenzustand der Piste, die Reifenprofiltiefe sowie die Wind- und Sichtverhältnisse zum Zeitpunkt des Ereignisses ausgewertet.

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