Boeing 787 (Foto: Steffen Lorenz).
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Der Kampf um Subang: Scoot drängt auf Expansion

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Die Billigfluggesellschaft Scoot, eine Tochter der Singapore Airlines Group, strebt eine deutliche Expansion ihrer Präsenz am malaysischen Flughafen Kuala Lumpur Subang an. Dies bestätigte ihr Chief Executive Leslie Thng in einem Interview mit der Zeitung New Straits Times.

Obwohl der Flughafen mit erheblichen Infrastrukturproblemen zu kämpfen hat, die bereits dazu führten, daß Fluggesellschaften wie Air Asia und Firefly ihre Jet-Operationen wieder verlagerten, sieht Scoot ein großes Potential in der Drehscheibe. Die Nachfrage nach Flügen zwischen Subang und Singapur sei „fantastisch“, so Thng. Scoot betreibt bereits tägliche Flüge auf dieser Strecke, möchte aber bei Genehmigung der malaysischen Regierung „viel mehr Flüge“ von Subang aus anbieten. Der Wunsch nach Expansion unterstreicht die strategische Bedeutung des kleineren, zentrumsnahen Flughafens für Fluggesellschaften und Reisende gleichermaßen.

Wachsende Nachfrage und strategische Vorteile

Die Entscheidung von Scoot, auf eine Expansion in Subang zu drängen, basiert auf dem Erfolg der bestehenden Route. Thng hob die starke Nachfrage hervor und betonte, daß die Strecke von den Passagieren gut angenommen werde. Die Fluggesellschaft betreibt derzeit tägliche Flüge zwischen Singapur Changi und Subang mit Flugzeugen des Typs Airbus A320. Die Nähe von Subang zum Geschäftszentrum von Kuala Lumpur macht den Flughafen zu einer attraktiven Option für Reisende, die Zeit sparen und bequemer reisen möchten.

Die Strategie von Scoot sieht eine duale Präsenz in der Metropolregion Kuala Lumpur vor. Die Fluggesellschaft bedient neben Subang auch den größeren Kuala Lumpur International Airport (KLIA) sowie zehn weitere malaysische Destinationen wie Penang und Langkawi. Dieser Ansatz bietet den Passagieren die Flexibilität, ihren Start- oder Ankunftsort je nach Bedarf zu wählen. Die duale Hub-Strategie ermöglicht es Scoot, verschiedene Kundensegmente anzusprechen: Reisende, die den Komfort von Subang schätzen, und solche, die von den breiteren Verbindungen des KLIA profitieren möchten.

Das Expansionsinteresse in Subang ist Teil einer breiteren Wachstumsstrategie von Scoot in ganz Asien. Die Fluggesellschaft hat kürzlich neue Strecken nach Chiang Rai, Okinawa Naha und Tokio Haneda angekündigt und erhöht zudem die Frequenzen zu beliebten Zielen wie Bangkok Suvarnabhumi, Ipoh, Chiang Mai, Taipeh Taoyuan und Sapporo Chitose.

Infrastrukturelle Engpässe als Hürde

Die Ambitionen von Scoot stehen im direkten Widerspruch zu den anhaltenden Problemen des Flughafens Subang. Der malaysische Verkehrsminister Anthony Loke hat Ende August auf die infrastrukturellen Einschränkungen des Flughafens hingewiesen, darunter eine begrenzte Anzahl an Flugzeugstellplätzen, eingeschränkte Betriebszeiten und eine Obergrenze für Jet-Flugfrequenzen. Die derzeitigen Vorschriften erlauben Flüge nur zwischen 06:00 Uhr und 22:00 Uhr, da sich der Flughafen in einem Wohngebiet befindet. „Die derzeitige Infrastruktur kann nicht mit zu vielen Flügen fertigwerden“, so Loke. Diese Einschränkungen waren der Hauptgrund, warum Fluggesellschaften wie AirAsia und Firefly ihre Jet-Operationen von Subang wieder nach KLIA verlegten. Aktuell sind neben Scoot nur noch Batik Air Malaysia, TransNusa und HK Express mit Jets in Subang aktiv.

Die malaysische Regierung versucht, diese Probleme mit dem Subang Airport Regeneration Plan (SARP) zu beheben. Dieser Plan sieht Investitionen in Höhe von 3,7 Milliarden malaysischen Ringgit (rund 880 Millionen US-Dollar) vor, um den Flughafen zu modernisieren und seine jährliche Kapazität von 1,5 Millionen auf acht Millionen Passagiere bis 2030 zu erhöhen. Der Plan umfaßt die Modernisierung des Terminals und die Neugestaltung der Parkpositionen, um Platz für sechs Schmalrumpfflugzeuge und fünf Turboprop-Maschinen zu schaffen.

Die Zukunft von Subang im Spannungsfeld

Subang hatte im August 2024 nach einer 26-jährigen Pause den Linienflugverkehr mit Jets wieder aufgenommen. Trotz des Anfangsbooms mit Fluggesellschaften wie AirAsia und Firefly ist die Realität der infrastrukturellen Herausforderungen schnell offensichtlich geworden. Die verbliebenen Jet-Betreiber, wie Scoot, Batik Air Malaysia, TransNusa und HK Express, zeigen, daß ein Markt für Flüge von und nach Subang existiert, aber das Potential nur dann voll ausgeschöpft werden kann, wenn die Infrastrukturprobleme gelöst werden.

Die Zukunft des Flughafens hängt stark von der Umsetzung des SARP-Plans ab. Sollte die Modernisierung wie geplant voranschreiten, könnte Subang eine wichtige Drehscheibe für den Regionalverkehr in der Metropolregion Kuala Lumpur werden. Dies würde nicht nur Scoot die gewünschte Expansion ermöglichen, sondern auch den Reisenden in der Region mehr Optionen und Komfort bieten. Für Scoot ist der Flughafen Subang mehr als nur eine zusätzliche Destination; er ist ein strategischer Baustein in der globalen Wachstumsstrategie, die darauf abzielt, die Position in Asien zu festigen. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob die malaysische Regierung es schafft, die Ambitionen der Fluggesellschaften mit den operativen Kapazitäten des Flughafens in Einklang zu bringen.

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