Die unendliche Geschichte von Maribor

Blick aus dem Fenster eines Bombardier CRJ-900 (Foto: Robert Spohr).
Blick aus dem Fenster eines Bombardier CRJ-900 (Foto: Robert Spohr).

Die unendliche Geschichte von Maribor

Blick aus dem Fenster eines Bombardier CRJ-900 (Foto: Robert Spohr).
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Am Flughafen Maribor läuft es seit vielen Jahren hinsichtlich Passagierflügen eher unrund. Abgesehen von einzelnen Charterflügen konnte sich seit mehr als einem Jahrzehnt keine einzige Linienstrecke dauerhaft halten und das obwohl es verschiedene Anläufe mit komplett unterschiedlichen Ansätzen gab.

Lange ist es her: Ryanair flog von Graz aus nach London-Stansted. Das Management des steiermärkischen Airports wurde mit Flügen ab Maribor unter Druck gesetzt, denn der irische Lowcoster verlagerte das Angebot teilweise in die slowenische Stadt. Der Erfolg? Nicht vorhanden, denn Ryanair zog sich mangels Nachfrage rasch aus Maribor zurück. Die Einstellung der Graz-Flüge folgte zu einem späteren Zeitpunkt, aber das hatte gänzlich andere Gründe, die eher im Geschäftsgebaren des Billigfliegers zu suchen sind.

Für eine kurze Zeit gab es gar Flüge zwischen Maribor und Graz, denn Styrian Spirit „verlängerte“ eine Route in die slowenische Stadt. Der Erfolg war annähernd Null und das Ende der Regionalfluggesellschaft ist bekannt: Sie verschwand in Richtung Konkursrichter von der Bildfläche.

Lange ist es her, aber Adria Airways war mal ab Maribor erfolgreich und konnte viele Passagiere aus Österreich zum Fliegen ab Slowenien bewegen. Die Tickets waren deutlich billiger als ab Graz bei Tyrolean und Austrian Airlines. Veränderungen im Markt führten aber dazu, dass die Nachfrage ab Maribor schleichend eingebrochen ist. Immer wieder versuchte Adria Airways an die alten Zeiten anzuknüpfen und legte Routen ab Maribor auf. Der Erfolg war nicht vorhanden und selbst ein kostenloser Shuttlebus von Graz zum slowenischen Airport konnte die verzwickte Lage nicht ändern.

Mit chinesischen Investoren, die Maribor gar zu einem Drehkreuz für Touristen aus der Volksrepublik China ausbauen wollten, sollte dann alles besser werden. Mehr als ein paar wenige Fokker 50-Flüge nach München wurden es dann nicht. Das Konstrukt, das auch die Marke VLM genutzt hatte, kollabierte und in Slowenien mussten einige hochrangige Beamte abtreten, denn die Pachtgebühr für den Airport wurde nicht bezahlt.

Slowenien verhindert Rückforderung von Subventionen

Der langen Rede kurzer Sinn: Linienflüge ab Maribor zu etablieren ist bislang nicht einmal Ryanair gelungen. Der Airport hat aber im Bereich der Pilotenausbildung einen ausgezeichneten Ruf und wird auch gelegentlich für Trainingsflüge mit Passagierflugzeugen genutzt. Doch gerade die Ausflüge in Richtung Etablierung von Passagierflügen machen Maribor mal wieder Ärger.

Konkret geht es um Subventionen, die rund um das Jahr 2012 für die Modernisierung des Terminals gewährt wurden. Der Airport ist haarscharf daran vorbeigeschrammt, dass zehn Millionen Euro, die damals für ein neues Terminal gewährt wurden, zurückbezahlt werden müssen. Im Rahmen der Finanzierungsvereinbarung hat die EU gefordert, dass bis zum 11. November 2021 keine wesentlichen Änderungen am Flughafen eintreten. Trotz des Mindestumfangs des Flugverkehrs und der Veränderungen in der Geschäftsführung sieht das Infrastrukturministerium den Betrieb des Flughafens erhalten und das Land hat damit vermieden, 10,54 Millionen Euro an EU-Mitteln zurückzuführen.

Der Flughafen Maribor wird aufgrund des Rauswurfs der chinesischen Investoren, deren Intermezzo eher als „außer Spesen nichts gewesen“ einzuordnen ist, von der staatlichen DRI betrieben. Allerdings ist das nur eine Übergangslösung, denn die Regierung will einen neuen Betreiber für diesen Airport finden. Das Interesse hält sich aber in sehr eng gesteckten Grenzen, so dass davon auszugehen ist, dass der Staat den Ende dieses Monats auslaufenden Pachtvertrag neuerlich verlängern wird. Zu einem späteren Zeitpunkt ist mit einem neuen Anlauf zu rechnen.

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Jan Gruber ist Leitender Redakteur von Aviation.Direct. Zuvor war er seit 2012 in selbiger Funktion bei AviationNetOnline (vormals Austrian Aviation Net) tätig. Er ist auf Lowcost-Carrier, Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region und tiefgehende Recherchen spezialisiert.

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