Im Tarifkonflikt für die Beschäftigten der Bodenverkehrsdienste an deutschen Flughäfen haben die Tarifparteien im Schlichtungsverfahren eine Einigungsempfehlung erzielt. Wie die beteiligten Parteien mitteilten, wurde eine „für beide Seiten tragfähige Lösung gefunden“. Die Schlichterin Yvonne Sachtje erklärte, daß die Tarifparteien der Empfehlung noch zustimmen müssen, was für den Beginn der kommenden Woche geplant sei.
Die Einigungsempfehlung sieht vor, das Tarifergebnis für den öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen auf die rund 30.000 Beschäftigten der Bodenverkehrsdienste zu übertragen. Dieses Ergebnis beinhaltet eine Laufzeit bis Ende März 2027. Die Löhne sollen in zwei Stufen steigen: ab April 2025 um drei Prozent, mindestens aber um 110 Euro, und ab Mai 2026 um weitere 2,8 Prozent. Zudem sollen Zulagen für Schichtarbeit eingeführt werden, und es sind zwei Sonderzahlungen von je 200 Euro für dieses und das kommende Jahr sowie ein zusätzlicher Urlaubstag vorgesehen.
Die Gewerkschaft Verdi hatte zuvor die Übernahme dieses Tarifergebnisses gefordert und im März zu Warnstreiks an 13 deutschen Flughäfen aufgerufen, was zu erheblichen Beeinträchtigungen des Flugverkehrs führte. Die nun erreichte Einigungsempfehlung könnte weitere Streiks der Bodenverkehrsdienste in den kommenden zwei Jahren verhindern, sofern beide Tarifparteien zustimmen. Schlichterin Sachtje betonte, daß Flugreisende im Falle einer Annahme mit einem reibungslosen Flugbetrieb rechnen könnten.
Yvonne Sachtje, die seit 2018 als Landesschlichterin in Nordrhein-Westfalen tätig ist, übernahm in diesem festgefahrenen Tarifstreit die Vermittlerrolle. Ihre Funktion als neutrale Vermittlerin zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften soll zur Beilegung von Tarifkonflikten beitragen. Vor ihrer Tätigkeit als Landesschlichterin war Sachtje viele Jahre bei der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten beschäftigt. Die Position der Landesschlichterin ist dem Arbeits- und Sozialministerium des Landes Nordrhein-Westfalen zugeordnet.