Der brasilianische Luftfahrtkonzern Embraer hat im Rahmen der Farnborough International Airshow eine Vereinbarung über die Lieferung von Trainingsgeräten für das militärische Transportflugzeug C-390 Millennium an die Streitkräfte Schwedens und Österreichs bekannt gegeben.
Die Beschaffung steht im Zusammenhang mit der Modernisierung der jeweiligen Lufttransportflotten beider europäischer Staaten, die das Vorgängermodell C-130 Hercules durch den zweistrahligen Schulterdecker aus Brasilien ersetzen. Während die schwedischen Streitkräfte ein Ausbildungspaket bestehend aus einem Flugsimulator der höchsten Kategorie Level D, einem Frachtraumtrainer und computergestützter Lernsoftware erhalten, beschränkt sich der Auftrag für das österreichische Bundesheer auf die Implementierung von digitalen Theorie-Trainingssystemen.
Das gelieferte Ausbildungssystem soll die theoretische und praktische Qualifizierung von Piloten, Lademeistern und Wartungspersonal sicherstellen. Der von Embraer angebotene Flugsimulator bildet über 350 Systemfehler und Notfallszenarien ab, um Besatzungen auf komplexe Flugzustände vorzubereiten. Der in Kooperation mit Rheinmetall entwickelte Frachtraumtrainer visualisiert die Beladevorgänge und das Handling von Spezialeusrüstung, was für den taktischen Lufttransport von zentraler Bedeutung ist. Mit dem Erwerb identischer Flugzeugmuster und teilweise kompatibler Schulungssysteme streben die europäischen Nutzerstaaten zudem eine engere Kooperation bei der Wartung und Ausbildung im Rahmen von NATO- und EU-Missionsstrukturen an.
Der Kauf der Ausbildungsgeräte unterstreicht den Wandel bei der Beschaffung militärischer Luftfahrtinfrastruktur, bei dem simulatorgestützten Trainingsstunden eine immer größere Rolle zukommen. Neben Kosteneinsparungen gegenüber echten Flugstunden ermöglicht die Nutzung von Boden-Simulatoren eine intensivere Schulung von Notfallverfahren ohne Materialverschleiß. Dennoch verweisen Militärexperten darauf, dass Simulatoren den realen Flugbetrieb unter extremen Bedingungen wie Landungen auf unbefestigten Pisten oder Flügen in Krisengebieten nicht vollständig ersetzen können. Für Embraer bedeutet der Vertrag einen weiteren Schritt zur Etablierung des Transportfliegers auf dem europäischen Markt.