Airbus A320 von Lauda Europe und Boeing 737-800 von Ryanair (Foto: Jan Gruber).
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Ende der Papier-Bordkarte: Ryanair vollzieht Umstellung auf ausschließlich digitale Boardingpässe

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Die irische Fluggesellschaft Ryanair führt eine tiefgreifende Änderung in ihrem Abfertigungsprozess ein: Ab Mittwoch, dem 12. November 2025, werden ausschließlich digitale Boardingpässe akzeptiert. Mit dieser strategischen Entscheidung vollzieht die Airline den Schritt hin zu einer hundertprozentigen Digitalisierung des Boarding-Verfahrens.

Dies bedeutet für die verbleibende Minderheit der Passagiere, die bisher noch physische Papier-Bordkarten ausgedruckt haben, eine obligatorische Umstellung auf die mobile Lösung. Ryanair betont, dass dieser Schritt ein schnelleres, effizienteres und optimiertes Reiseerlebnis ermöglichen soll. Die Maßnahme betrifft etwa 20 Prozent der jährlich über 207 Millionen Passagiere, wobei die Mehrheit bereits heute die mobile App für das Boarding nutzt.

Digitalisierung als Beschleuniger des Abfertigungsprozesses

Die Umstellung auf den ausschließlich digitalen Boardingpass ist ein konsequenter Schritt von Ryanair, um die Betriebsabläufe zu optimieren. Der digitale Boardingpass wird über die hauseigene App „myRyanair“ generiert und muss zwingend für den Zugang zum Flugzeug genutzt werden. Dara Brady, Chief Marketing Officer (CMO) von Ryanair, bekräftigte die Notwendigkeit dieser Umstellung: „Wir sind jetzt nur noch knapp eine Woche von der Umstellung auf 100 Prozent digitale Boardingpässe entfernt.“

Die Airline argumentiert, dass die vollständige Digitalisierung zu einem „schnelleren, intelligenteren“ Reiseerlebnis führe. An Flughäfen, die bereits über entsprechende Scanner und Lesegeräte verfügen, kann der Prozess des Boardings durch das einfache Scannen des mobilen Tickets beschleunigt werden. Dies trägt zur Effizienzsteigerung bei, indem längere Warteschlangen und manuelle Kontrollen reduziert werden. Für eine Fluggesellschaft, deren Geschäftsmodell stark auf schnelle Wendezeiten (Turnaround-Zeiten) der Flugzeuge am Boden angewiesen ist, ist jede Beschleunigung des Boarding-Prozesses ein direkter Wettbewerbsvorteil.

Gebündelte Funktionen in der „myRyanair“-App

Die verpflichtende Nutzung der „myRyanair“-App geht über die reine Bordkarte hinaus und soll den Passagieren einen erweiterten Funktionsumfang bieten. Die Airline nutzt die App als zentrale Schnittstelle für verschiedene Kundenservices und Informationen, die das Reiseerlebnis verbessern sollen:

  • Bestellung am Platz („Order to Seat“): Passagiere können Essen und Getränke direkt über ihr Mobiltelefon bestellen, wodurch eine effizientere Abwicklung des Bordservices und möglicherweise eine bevorzugte Bedienung ermöglicht wird.
  • Informationen in Echtzeit: Die App liefert Live-Updates zu wichtigen Reisedaten wie dem Boarding-Status, den zugewiesenen Gates und potenziellen Verspätungen.
  • Direkte Benachrichtigungen bei Störungen: Im Falle von Flugstörungen oder -ausfällen können Kunden über Live-Mitteilungen direkt vom Ryanair Operations Centre informiert werden.
  • Alternative Flugoptionen: Bei Flugstörungen bietet die App in Echtzeit alternative Flugoptionen an, was die Prozesse bei Umbuchungen oder Annullierungen beschleunigen soll.
  • Dokumentenzugang: Reisedokumente und Bestätigungen können an einem zentralen Ort in der App verwaltet werden.

Durch die Integration dieser Funktionen zielt Ryanair darauf ab, die Kundenbindung an die eigene digitale Plattform zu stärken und die Abhängigkeit von physischen Interaktionen und traditionellen Informationskanälen zu verringern.

Die Herausforderung der Umstellung für ältere Zielgruppen

Obwohl Ryanair betont, dass über 80 Prozent der Passagiere bereits mobil abfertigen, richtet sich die letzte Erinnerung gezielt an jene, die noch immer auf den Ausdruck von Bordkarten angewiesen sind. Diese Gruppe besteht oft aus älteren Reisenden, Personen mit geringerer digitaler Affinität oder Passagieren, die aus Gewohnheit oder aus Vorsicht vor technischen Problemen die physische Bordkarte bevorzugen.

Die Fluggesellschaft muss sicherstellen, dass diese Umstellung ohne größere Störungen an den Flughäfen erfolgt. Ein Scheitern der Umstellung könnte zu Verzögerungen an den Check-in-Schaltern und Sicherheitskontrollen führen, wenn Passagiere erst vor Ort feststellen, dass sie ihre Bordkarte nicht in digitaler Form vorweisen können. Die strikte Durchsetzung der neuen Regelung könnte für Passagiere ohne vorbereiteten digitalen Boardingpass theoretisch Zusatzgebühren oder eine Abweisung beim Boarding bedeuten, obwohl Ryanair in der Vergangenheit oft Kulanzlösungen für unvorbereitete Reisende angeboten hat. Die vollständige Digitalisierung des Boardingprozesses ist ein Trend, der sich in der Luftfahrtbranche seit Jahren abzeichnet. Andere große europäische und globale Fluggesellschaften haben den digitalen Boardingpass ebenfalls als primäres Abfertigungsinstrument etabliert. Die Entscheidung von Ryanair, den Papier-Boardingpass nun gänzlich abzuschaffen, positioniert die Airline als Vorreiter in der stringenten Umsetzung digitaler Reiseprozesse im Massenverkehr.

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1 Comment

  • Janek , 7. November 2025 @ 18:24

    Nun, es gibt auch in der heutigen Zeit noch Personen, die gar kein Handy besitzen oder kein Smart- bzw. I-Phone. – Das finde ich ein bißchen daneben von Ryanair. Aber es ist ganz einfach, ich steige bei so einer Airline nicht ein, die gewisse Personengruppen ausschließen. Bleibt zu hoffen, dass das keine Nachahmer findet.

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