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Ende der virtuellen Fluggesellschaft Go To Fly am Flughafen Forlì

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Die virtuelle Fluggesellschaft Go To Fly hat ihren Betrieb am Flughafen Forlì in der italienischen Region Emilia-Romagna nach rund drei Jahren endgültig eingestellt. Das Projekt war unmittelbar nach der Pandemie ins Leben gerufen worden, um die vakanten Kapazitäten am Standort zu füllen und den regionalen Flugverkehr durch gezielte Point-to-Point-Verbindungen wieder zu beleben.

Als virtuelle Airline verfügte Go To Fly über kein eigenes Luftverkehrbetreiberzeugnis (AOC), sondern charterte Flugzeuge und Besatzungen von Partnern wie der griechischen Lumiwings oder der polnischen SkyTaxi, um Ziele im In- und Ausland zu bedienen. Trotz einer engen Vernetzung mit rund 450 Reisebüros und der Beförderung von insgesamt über 83.000 Passagieren auf 16 verschiedenen Routen konnte das Modell langfristig nicht wirtschaftlich stabilisiert werden.

Hintergrund der Einstellung ist der intensive Wettbewerbsdruck durch große Billigfluggesellschaften an den benachbarten Standorten Bologna und Rimini. Während der Flughafen Forlì versuchte, sich als komfortable Alternative für die lokale Bevölkerung zu positionieren, machten steigende operative Kosten und eine schwankende Auslastung auf den Nischenstrecken dem Unternehmen zu schaffen. Go To Fly bediente unter anderem Ziele wie Lampedusa, Pantelleria, Olbia sowie internationale Destinationen in Albanien und Griechenland. Die Marketingstrategie setzte stark auf Pauschalreisende und Kooperationen mit Reiseveranstaltern, doch die notwendigen Passagierzahlen für eine dauerhafte Rentabilität wurden zuletzt nicht mehr erreicht. Der Flughafenbetreiber F.A. (Forlì Airport S.r.l.) muss nun neue Wege finden, um die Infrastruktur des Terminals auszulasten.

Zusätzliche Recherchen in italienischen Wirtschaftsnachrichten deuten darauf hin, dass auch technische Herausforderungen und kurzfristige Flugstreichungen in der Vergangenheit das Vertrauen der Kunden beeinträchtigt hatten. Die Abhängigkeit von externen Flugzeugkapazitäten führte bei technischen Defekten oder logistischen Engpässen der Partner-Airlines wiederholt zu Verzögerungen im Flugplan. In der Luftfahrtbranche gilt das Modell der virtuellen Airline als hochriskant, da die Margen gering sind und die operative Kontrolle über die Flotte eingeschränkt bleibt. Für die Region bedeutet das Aus von Go To Fly einen Verlust an direkter Anbindung, während die Konzentration des Luftverkehrs auf die großen Drehkreuze in Norditalien weiter zunimmt.

Die Geschäftsführung des Flughafens Forlì betonte in einer Stellungnahme, dass man trotz des Endes von Go To Fly weiterhin an der Entwicklung des Standorts festhalte. Es werden derzeit Gespräche mit etablierten Linienfluggesellschaften geführt, um die Lücke im Flugplan zu schließen. Der Fokus soll künftig stärker auf Charterketten für den Sommertourismus und spezialisierte Logistikflüge gelegt werden. Die Bilanz des Projekts zeigt jedoch deutlich die Schwierigkeiten für Regionalflughäfen auf, in einem konsolidierten Markt eigenständige Flugangebote ohne massive staatliche Unterstützung oder die Einbindung in große Allianznetzwerke dauerhaft am Markt zu halten.

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