Der Betreiber des Frankfurter Flughafens, die Fraport AG, stellt sich auf ein hohes Aufkommen von Passagieren während der anstehenden Herbstferien ein. Für den Zeitraum vom 2. Oktober 2026 bis zum 18. Oktober 2026 rechnet das Unternehmen an Deutschlands größtem Luftfahrtdrehkreuz mit insgesamt rund 3,5 Millionen Fluggästen.
Allein am ersten Ferienwochenende von Freitag, dem 2. Oktober 2026, bis Sonntag, dem 4. Oktober 2026, werden etwa 650.000 Passagiere in den Terminals erwartet. Neben den saisonal bedingten Spitzen im Reiseverkehr führen veränderte Kontrollbestimmungen beim Ein- und Ausreiseverfahren der Europäischen Union zu veränderten Abläufen am Boden. Insbesondere Reisende aus Nicht-EU-Ländern sowie Personen, die in Staaten außerhalb des Schengen-Raums reisen, müssen bei der Grenzkontrolle mit längeren Bearbeitungszeiten rechnen.
Hintergründe der Verzögerungen bei den Ein- und Ausreisekontrollen
Die zusätzlichen Wartezeiten an den Grenzübergängen im Flughafenbereich hängen mit den erweiterten Vorgaben zur Datenerfassung im Rahmens des europäischen Ein- und Ausreisesystems (Entry/Exit System, EES) zusammen. Das System erfordert eine Erfassung von biometrischen Daten wie Gesichtsbildern und Fingerabdrücken von Drittstaatsangehörigen bei der Überschreitung der Außengrenzen der Europäischen Union. Das europäische Sicherheitssystem hat das Ziel, den Grenzschutz zu stärken und grenzüberschreitende Bewegungen lückenloser zu dokumentieren.
Zur Bewältigung der Anforderungen stellt der Flughafenbetreiber Fraport zusätzliches Personal bereit, das den Kontrollkräften der Bundespolizei an den Kontrollstellen unterstützend zur Seite steht. Dennoch führen die Prüfschritte bei Nicht-EU-Bürgerinnen und Nicht-EU-Bürgern zu einer höheren durchschnittlichen Bearbeitungsdauer pro Passagier. Das Flughafenmanagement empfiehlt Personen dieser Passagiergruppe, mindestens drei Stunden vor der geplanten Abflugzeit am Flughafen einzutreffen.
Empfehlungen für Reisende aus dem Schengen-Raum und automatisierte Verfahren
Auch für Bürgerinnen und Bürger aus Staaten der Europäischen Union, des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) und der Schweiz sowie für Inhaber einer deutschen Aufenthaltserlaubnis kann es bei Flügen in Länder außerhalb des Schengen-Raums zu Verzögerungen kommen. Fraport rät diesen Passagieren bei Flügen außerhalb der Schengen-Zone ebenfalls zu einer Anreise drei Stunden vor Abflug.
Um die Passierzeiten für berechtigte Personengruppen zu verringern, steht das automatisierte Grenzkontrollsystem EasyPASS zur Verfügung. Dieses System nutzt biometrische Reisepässe zur elektronischen Identitätsprüfung und entlastet das Personal an den manuellen Kontrollschaltern. Für Fluggäste, die innerhalb des Schengen-Raums reisen und somit keine Grenzkontrolle passieren müssen, gelten gestaffelte Anreiseempfehlungen: Wer mit aufzugebendem Gepäck reist, sollte zweieinhalb Stunden vor Abflug vor Ort sein, während für Personen mit reinem Handgepäck eine Ankunftszeit von zwei Stunden vor Abflug als ausreichend erachtet wird.
Technologische Erneuerungen bei den Sicherheitskontrollen
Um den Durchlauf an den Luftsicherheitskontrollen zu beschleunigen, setzt der Betreiber in mehreren Terminalbereichen auf moderne Röntgentechnik. In Terminal 3 sowie in großen Teilen von Terminal 1 kommen Computertomographie-Scanner (CT-Scanner) zum Einsatz. Diese Geräte erstellen dreidimensionale Ansichten des Handgepäcks, wodurch die manuelle Überprüfung von Gepäckstücken reduziert wird.
Durch die CT-Technologie müssen flüssige Substanzen in Behältern bis zu einer Kapazität von zwei Litern sowie elektronische Geräte wie Laptops oder Tablets bei der Durchleuchtung nicht mehr zwingend aus den Taschen herausgenommen werden. Trotz dieser technischen Erleichterung bleiben die allgemeinen geltenden Sicherheitsbestimmungen für die Mitnahme von Gegenständen im Handgepäck aufrecht. Zur zeitlichen Planbarkeit bietet der Flughafen über das System FRA SmartWay die Möglichkeit, vorab kostenlose Zeitfenster für den Durchgang an der Sicherheitskontrolle zu reservieren, die Zugang zu gesonderten Durchlassspuren gewähren.
Gepäckabgabe und Anreiseplanung an den Terminals
Zur Entzerrung des Andrangs in den Schalterhallen verweisen der Betreiber und die Fluggesellschaften auf digitale Vorbereitungsmöglichkeiten. Zahlreiche Airlines bieten Online-Check-in-Verfahren ab 24 Stunden vor dem Start an. Ergänzend stehen automatisierte Stationen für die Gepäckaufgabe zur Verfügung. Einzelne Fluggesellschaften, darunter Lufthansa, Condor, Discover Airlines und SWISS, ermöglichen zudem eine Vorab-Gepäckabgabe bis zu 23 Stunden vor Abflug oder bieten über externe Dienstleister wie Airportr eine kostenpflichtige Gepäckabholung direkt am Wohnort an.
Für die Anreise zu den Terminals empfiehlt die Flughafengesellschaft die frühzeitige Buchung von Stellplätzen in den Parkhäusern, da die Kapazitäten während der Ferienmonate regelmäßig stark ausgelastet sind. Als Alternative stehen Schienenverbindungen des Regional- und Fernverkehrs über den Flughafen-Fernbahnhof sowie den Regionalbahnhof zur Verfügung. Abhol- und Bringdienste können die Haltezonen vor den Terminals nutzen, wobei hier zeitliche Beschränkungen für das kostenfreie Halten gelten.