Die luxemburgische Fluggesellschaft Luxair hat die ersten beiden eigenen Passagierflugzeuge vom Typ Boeing 737 Max 8 von Boeing übernommen.
Wie das Unternehmen mitteilte, bilden die beiden Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge den Auftakt einer umfassenden Flottenerneuerung. Bislang hatte die Airline vorübergehend geleaste Maschinen dieses Typs eingesetzt, um die gestiegene Passagiernachfrage zu bedienen. Die Neuzugänge sollen schrittweise ältere Einheiten der bisherigen Boeing-737-Flotte ersetzen und auf dem Streckennetz ab dem Flughafen Findel zum Einsatz kommen.
Die Lieferungen sind Teil eines Investitionsprogramms mit einem Gesamtvolumen von mehr als einer Milliarde Euro. Die Gesamtbestellung umfasst nach Angaben von Luxair zwölf Maschinen der Boeing-737-Max-Familie, darunter Varianten der Typen Max 8 und Max 7. Zudem hält die Gesellschaft Optionen für weitere Flugzeuge. Die Investition dient der Modernisierung der Jet-Flotte, die neben den Boeing-Modellen im Regionalverkehr aus Turboprop-Maschinen des Typs De Havilland Dash 8-Q400 besteht.
Branchenkenner verweisen darauf, dass die Einführung der Boeing 737 Max für Luxair mit betrieblichen Herausforderungen verbunden ist. Die Fluggesellschaft muss ihr fliegendes Personal sowie das technische Wartungspersonal am Drehkreuz Luxemburg kontinuierlich auf die neuen Systeme umstellen. Zudem steht der US-Hersteller Boeing bei den Auslieferungszeitplänen weltweit unter Beobachtung, da Verzögerungen in der Produktion die Erneuerungspläne zahlreicher Fluggesellschaften in den vergangenen Monaten belastet haben.
Die Aufstockung der Sitzplatzkapazitäten erfordert von Luxair eine effiziente Auslastung der Flugzeuge auf den europäischen Strecken sowie zu Zielen im Mittelmeerraum. Die Fluggesellschaft steht auf ihren Stammstrecken in starkem Wettbewerb mit europäischen Billigfluganbietern, die den Standort Luxemburg vermehrt anfliegen. Der wirtschaftliche Erfolg der milliardenschweren Flottenerneuerung wird davon abhängen, ob die Airline die höheren Auslieferungs- und Kapitalkosten durch eine stabilere operative Performance und geringere Wartungsaufwände kompensieren kann.